Nordmolukken-Flughund

Nordmolukken-Flughund

Zeichnung des Oberkiefers mit angrenzenden Schädelteilen

Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Unterfamilie: Pteropodinae
Tribus: Pteropodini
Gattung: Pteropus
Art: Nordmolukken-Flughund
Wissenschaftlicher Name
Pteropus caniceps
Gray, 1870

Der Nordmolukken-Flughund (Pteropus caniceps) ist ein auf den Molukken endemisches Fledertier in der Familie der Flughunde. Er bildet innerhalb der Gattung Pteropus eine eigene Artengruppe. Die Identifizierung im Feld ist nicht einfach, da er dem in derselben Region verbreiteten Insel-Flughund (Pteropus hypomelanus) ähnelt.[1] Das Typusexemplar stammt von der Insel Bacan.[2]

Merkmale

Dieser schwanzlose Flughund ist mit einer Körperlänge von etwa 213 mm, mit 188 bis 205 mm langen Unterarmen und mit einem Gewicht von 860 bis 900 g ein recht großer Gattungsvertreter. Es sind zirka 47 mm lange Hinterfüße und Ohren von 23 bis 30 mm Länge vorhanden. Das Tier hat eine braune Schnauze und der Mantel aus längeren Haaren um die Schultern sowie das Haupt sind orangebraun mit kastanienbraunen oder gelbbraunen Schattierungen. Abgesehen vom Mantel kommt kurzes Fell vor. Auf den Unterarmen und auf den Schienbeinen befinden sich keine Haare. Der dunkelbraune Rest der Oberseite ist deutlich abgegrenzt, während sich das orangebraune Fell etwas auf der Brust fortsetzt. Der Bauch hat eine gelbbraune Farbe mit verstreuten braunen Flecken. Die für viele Flughunde typische Putzkralle am zweiten Finger ist vorhanden. Auf dem Gaumen befinden sich mehrere Querwülste, die nach der Formel 5+5+3 angeordnet sind.[3]

Verbreitung und Lebensweise

Dieser Flughund lebt auf den indonesischen Inseln Halmahera, den Bacaninseln, Tidore, Ternate, den Sula-Inseln, Peleng und den Sangihe-Inseln im Norden der Molukken. Ein Fund von Sulawesi wurde vermutlich fälschlich dieser Art zugerechnet. Die Art hält sich im Flachland und in Gebirgen bis 1650 Meter Höhe auf. Die Exemplare bewohnen tropische Wälder, die leicht verändert sein können und sie bilden in Baumhöhlen kleine Gruppen.[1]

Soweit bekannt, werden Früchte der Gattung Brotfruchtbäume gefressen, die nachts gesammelt werden. Ein Versteck befand sich in einem Durianbaum. Neugeborene wurden im November gefunden und manche Weibchen hatten auch im Dezember aktive Zitzen.[3]

Gefährdung

Forstwirtschaft und Umwandlung der Wälder in Ackerland wirkt sich negativ aus. Auf den Molukken wurde ein Bergbauverbot eingerichtet, doch gibt es für 13 Unternehmen eine Ausnahmegenehmigung. Gelegentlich wird der Nordmolukken-Flughund als Fleischquelle gejagt. Die IUCN schätzt einen Populationsrückgang von 30 Prozent in den 24 Jahren vor 2013 und listet die Art als gefährdet (vulnerable).[1]

Einzelnachweise

  1. a b c Pteropus caniceps in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: Tsang, S.M., 2016. Abgerufen am 10. November 2025.
  2. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Pteropus caniceps).
  3. a b Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 162 (englisch, Pteropus caniceps).