Nolana dianae
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Nolana dianae | ||||||||||||
| M.O.Dillon |
Nolana dianae ist eine Pflanzenart aus der Gattung Nolana innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie ist nur von zwei Fundorten bekannt, die sich nahe dem Pazifik in Chile befinden.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Nolana dianae sind niederliegende bis kriechende, sukkulent krautige und fakultativ einjährige Pflanzen, das heißt, die einzelnen Individuen sind bereits im ersten oder aber erst im zweiten Jahr reproduktiv. Die Pflanzenexemplare nehmen eine Bodenoberfläche von 30 bis 100 cm Durchmesser ein. Die einzelnen, stark verzweigten Sprossachsen können eine Länge von 30 bis 40 Zentimetern erreichen, sie sind dunkel violett und mit gestielten, drüsigen Trichomen besetzt.
Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die dunkel-grüne, sukkulente, ganzrandige Blattspreite ist bei einer Länge von 10 bis 20 Millimetern sowie einer Breite von 3 bis 4, selten bis 5 Millimetern länglich bis verkehrt-lanzettlich mit keilförmiger und verdickter Basis und stumpfem bis gerundetem oberen Ende. Die Blattränder sind zurückgebogen. Die Blattunterseite ist stark konkav gewölbt und der Blattquerschnitt ist ei- bis herzförmig.
Blüten
Die Blütezeit liegt im Oktober. Die Blüten erscheinen einzeln in den Achseln der oberen Laubblätter. Die aufrechten, fadenförmigen Blütenstiele sind 10 bis 15 (selten bis 20) Millimeter lang.
Die zwittrige Blüte ist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist bei einer Länge von etwa 4 Millimetern sowie einem Durchmesser von 7 bis 10 Millimetern glockenförmig, wovon die Kelchröhre etwa 5 Millimeter ausmacht. Die fünf gleichförmigen Kelchzipfel sind bei einer Länge von etwa 4 Millimetern sowie einer Breite etwa 1 Millimeter lanzettlich. Die Krone ist bei einer Länge von 18 bis 24 Millimetern eng-trichterförmig und ist weiß und entlang der Hauptadern der Kronblätter dunkel-violett, so dass ein sternförmiges Muster entsteht. Die Kronlappen enden stumpf und sind 2,5 bis 3 Millimeter lang und 9 bis 10 Millimeter breit. Die Krone ist mit gestielten, drüsigen Trichomen besetzt. Die fünf Staubblätter stehen nicht über die Krone hinaus, die Staubfäden setzen im unteren Drittel der Krone an, die Basis ist fein behaart. Drei der Staubfäden sind 2 bis 3 Millimeter lang, die anderen beiden sind mit 3,5 bis 4,5 Millimeter etwas länger. Die violetten und kahlen Staubbeutel bestehen aus zwei 1,5 bis 2 Millimeter langen und 1 bis 1,5 Millimeter breiten Theken. Der kahle Fruchtknoten besteht aus fünf Fruchtblättern, an seiner Basis sind Nektarien ausgebildet. Der Griffel steht nicht über die Krone hinaus, die Narbe ist grün und köpfchenförmig.
Früchte
Die Früchte sind aus vier bis fünf Teilfrüchten bestehende Sammelfrüchte, die in einem sich vergrößernden Kelch stehen. Die einzelnen Teilfrüchte sind kugelförmig und messen 2,5 bis 3 Millimeter im Durchmesser, jede enthält zwei bis drei Samen.
Vorkommen
Nolana dianae ist nur von zwei Fundorten bekannt, die sich in Chile befinden.
Das Typusexemplar wurde in einer Höhenlage von 300 bis 350 Metern an den unteren Hängen einer Schlucht oberhalb der Playa de los Hornos, etwa 10 km entfernt vom Pazifik gesammelt. Nolana dianae wächst dort vergesellschaftet unter anderem mit anderen Arten der Gattung, so wurden dort ebenfalls Nolana balsamiflua, Nolana linearifolia und Nolana peruviana gefunden.
Der zweite Fundort befindet sich weiter nördlich in einer Schlucht in der Nähe von Tocopilla.
Taxonomie
Nolana dianae wurde 2007 durch Michael Owen Dillon in Arnaldoa; Revista del Herbario H A O Trujillo, Band 14, Teil 2, Seite 192–196 erstbeschrieben. Das Artepitheton dianae ehrt Diane O’Donnell Moran Dillon, die den Sammler dieser Art, Michael O. Dillon während vieler Aufenthalte in Chile und Peru begleitete. Überrascht durch den Fund einer solchen recht außergewöhnlichen Art, versprach Michael O. Dillon beim Fund 1988 sofort, die Art nach ihr zu benennen, sollte es sich wirklich um eine neue Art handeln. Dieses Versprechen wurde 19 Jahre später durch die Erstbeschreibung gehalten.
Literatur
- Michael O. Dillon, Gina Arancio, Federico Luebert: Five new species of Nolana (Solanaceae-Nolaneae) from Chile. In: Arnaldoa, Band 14, Nummer 2, 2007, S. 191–212.