Nils Corte
Nils Corte (* 1975 in Berlin) ist ein deutscher Autor, Theaterregisseur und Creative Technologist. Er ist seit der Spielzeit 2023/24 am Staatstheater Nürnberg tätig und leitet dort das Extended Reality Theater (XRT), eine feste digitale Spielstätte eines deutschen Staatstheaters.
Leben und Ausbildung
Nils Corte ist Alumni der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund. Dort beschäftigte er sich mit der Verbindung von performativen Künsten und digitalen Technologien, insbesondere Virtual Reality, interaktiven Systemen und KI-gestützten Erzählformen.
Künstlerischer Werdegang
Zur Spielzeit 2021/22 arbeitete Corte als Referent für Digitale Künste am Theater Dortmund. In dieser Funktion realisierte er spartenübergreifende Projekte mit digitalem Fokus.
Mit der Produktion Das House war Corte 2021 zum digitalen Showcase des Berliner Theatertreffens eingeladen. Für die Produktion Pan’s Lab wurde er 2022 für den Deutschen Theaterpreis Der Faust nominiert.[1]
Seit der Spielzeit 2023/24 ist Corte am Staatstheater Nürnberg am Aufbau und der Leitung des Extended Reality Theaters (XRT) beteiligt.[2] In der Spielzeit 2023/24 leitete er die Spielstätte gemeinsam mit Roman Senkl; seit der Spielzeit 2024/25 ist Corte alleiniger künstlerischer Leiter des XRT. Unter seiner Leitung wurde dort eine dauerhafte digitale Spielstätte etabliert, die bundesweit als Modellprojekt für institutionell verankertes Digitaltheater wahrgenommen wird.
Arbeiten und Themen
Cortes Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Theater, Technologie und Gesellschaft. Wiederkehrende Themen sind das Verhältnis von Mensch und Maschine, digitale Überwachung, Automatisierung sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz als narrative und performative Akteurin.
Auswahl an Theaterarbeiten
- Mord auf dem Holodeck (2019)
- Symmetrie (2023) am Staatstheater Nürnberg[3]
- Ich hasse Menschen (2025) am Theater Altenburg Gera[4]
- Smart aber herzlich (2025) am Staatstheater Nürnberg[5]
Mitgliedschaften
- Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste
Rezeption
In der Rezeption wird insbesondere sein Beitrag zur Institutionalisierung digitaler Theaterformen[6] und zur Entwicklung neuer Produktionsweisen im Stadttheater hervorgehoben.[7]
Einzelnachweise
- ↑ Die Nominierungen für den Deutschen Theaterpreis Der Faust 2022. In: nachtkritik.de. 1. September 2022, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ Staatstheater Nürnberg eröffnet feste digitale Sparte. In: nachtkritik.de. 20. September 2023, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ Symmetrie – Kritik. In: nachtkritik.de. 12. November 2023, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ Ich hasse Menschen – Kritik. In: Die Deutsche Bühne. 5. Februar 2025, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ Smart aber herzlich – Online-Theater aus dem Zukunftsmuseum. In: Deutschlandfunk Kultur. 9. Januar 2025, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ Julia Röseler: Eine Erweiterung von Theater. In: Bühnentechnische Rundschau. 9. Dezember 2025, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Virtuelle Realität am Staatstheater Nürnberg. In: Süddeutsche Zeitung. 2. Oktober 2024, abgerufen am 18. März 2025.