Nikolaikirche (Uelvesbüll)
Die Nikolaikirche in Uelvesbüll, einer Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein, ist ein nach dem Denkmalschutzgesetz von Schleswig-Holstein geschütztes Kulturdenkmal mit der Objekt-ID 4399. Sie gehört mit der Marienkirche von Witzwort zur Kirchengemeinde Witzwort-Uelvesbüll im Kirchenkreis Nordfriesland der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.
Geschichte
Die heutige Nikolaikirche ist mindestens die dritte Kirche von Uelvesbüll. Über den ersten, wohl um 1300 entstandenen Bau ist nichts bekannt. Er wurde möglicherweise bei der Großen Mandränke 1362 zerstört. Die zweite Kirche wurde ebenfalls dem heiligen Nikolaus geweiht. Auch über ihr Aussehen ist nichts überliefert, außer dass sie Mitte des 19. Jahrhunderts so baufällig war, dass es bei Regen kaum einen trockenen Platz gab, und deshalb 1853 abgebrochen wurde.
Der Neubau wurde von dem dänischen König Friedrich VII., dem damaligen Landesherrn des Herzogtums Schleswig, finanziell unterstützt. Die neugotische Saalkirche aus Backsteinen wurde 1854 nach einem Entwurf von Wilhelm Friedrich Meyer, einem Schüler von Conrad Wilhelm Hase, errichtet. Sie wurde am 6. Oktober 1854 geweiht und erhielt den Namen Friedrichskirche. Erst nach der umfangreichen Renovierung von 1957 bis 1963 wurde sie 1965 wieder nach dem ursprünglichen Patrozinium benannt.[1]
Die Kirchengemeinde Witzwort-Uelvesbüll teilt sich eine Pfarrstelle mit der Gemeinde von Simonsberg. Seit 2025 bilden beide Gemeinden mit der Gemeinde der Pankratiuskirche in Oldenswort den Pfarrsprengel Veer Karken.[2]
Beschreibung und Ausstattung
Die Kirche besteht aus einem Langhaus mit fünf Fensterachsen und einem Kirchturm auf quadratischem Grundriss im Westen. Sein oberstes Geschoss, das den Glockenstuhl beherbergt, und sein spitzer Helm sind mit Schiefer verkleidet.
Der Innenraum mit dem Chor im Osten ist mit einem Tonnengewölbe überspannt. Die Kirchenausstattung wurde aus dem Vorgängerbau übernommen. Der Altar von 1520 zeigt eine Kreuzigungsdarstellung, bei der unter dem Kreuz die Heiligen Nikolaus, der Kirchenpatron, und Barbara stehen. Ebenfalls aus der Zeit kurz vor der Reformation stammen die Triumphkreuzgruppe, das Taufbecken aus Namur-Marmor mit vier Gesichtern an den Ecken und der gotische Ambo. Das geschnitzte Epitaph von 1591 zeigt eine Familie in Eiderstedter Tracht. Die Kanzel ist von 1672.[1] Ein älterer Kruzifixus von 1230 wurde nach dem Abriss der alten Kirche der katholischen Gemeinde von Friedrichstadt überlassen und befindet sich heute in der dortigen St.-Knud-Kirche.[3]
Die pneumatische Orgel wurde 1910 von Marcussen & Søn gebaut.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hamburg, Schleswig-Holstein. Deutscher Kunstverlag, Berlin, München 2009, S. 942.
Weblinks
- Die St. Nikolai-Kirche in Uelvesbüll. In: uelvesbuell.de. Abgerufen am 3. November 2025.
- Uelvesbüll. In: eiderstedt.net. Abgerufen am 3. November 2025.
- Uelvesbüll – St. Nikolai (1854). In: eiderstedter-schutzengel.de. Abgerufen am 3. November 2025.
Einzelnachweise
- ↑ a b Die St. Nikolai-Kirche in Uelvesbüll. In: uelvesbuell.de. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ De Olde Wort. Nachrichten aus Kirche und Gemeinde Oldenswort / Eiderstedt. Nr. 86, Juni 2025, S. 16 (oldenswort.sh [PDF]).
- ↑ Jan Friedrich Richter: Kruzifixus von einem Triumphkreuz. In: Uwe Albrecht (Hrsg.): Corpus der mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein. Bd. IV.1: Die Kirchen im Landesteil Schleswig. Aventoft bis Nordhackstedt. Ludwig, Kiel 2019, S. 152–155.
Koordinaten: 54° 25′ 0,6″ N, 8° 55′ 14″ O