Nicola Quaß

Nicola Quaß (* 1974 in Wetzlar) ist eine deutsche Lyrikerin und Schriftstellerin.[1]

Leben und Werk

Nach ihrem Abitur studierte Nicola Quaß Rechtswissenschaften und absolvierte anschließend ihr juristisches Referendariat. Neben ihrer Beschäftigung als Anwältin in einem Unternehmen widmet sich Quaß seit vielen Jahren dem poetischen Schreiben.[2]

Zahlreiche Gedichte und poetische Prosastücke sind seitdem in Literaturzeitschriften (z. B. Konzepte, Ostragehege, Poesiealbum neu) und Anthologien (z. B. Jahrbuch der Lyrik, Versnetze) erschienen.[3] Für ihre Lyrik wurde sie u. a. mit dem 2. Platz des Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis (2023)[4] und dem Rolf-Bossert-Gedächtnispreis (2025)[5] ausgezeichnet. Im Februar 2020 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband Nur das Verlorene bleibt im hochroth Verlag Heidelberg[6]. 2022 folgte die zweisprachige Gedichtsammlung Ich träumt | Yo sueña der spanischen Lyrikerin Mónica Francés, an deren deutscher Übersetzung Quaß gemeinsam mit Marcus Roloff und Geraldine Gutiérrez-Wienken mitwirkte.[7] Im März 2024 erschien ihr zweiter eigener Gedichtband Moorland – mit Aquarellen der Künstlerin Erika Magdalinski – im dr. ziethen verlag Oschersleben.[8] Ihr Debütroman Hungergesang erschien 2025 im Erfurter Independent-Verlag Kul-ja! Publishing.

Nicola Quaß lebt in Düsseldorf und ist Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS).[9]

Stil

Inhaltlich kreisen Quaß’ Gedichte oft um Erinnerungen, Identität, Kindheitserfahrungen und Vergänglichkeit.[10] Ihre Lyrik verbindet sinnliche Naturbilder und Traumsequenzen mit introspektiven Momenten.[8] Kennzeichnend für ihren Stil ist eine reduzierte, leise, unaufdringliche und zugleich dichte Sprache, mit der sie flüchtige Augenblicke und unausgesprochene Wahrheiten einfängt.[11] Oft arbeitet sie mit scheinbar paradoxen Bildern und Formulierungen, mit denen sie sich an die Grenze des Unsagbaren herantastet.[8][12]

Auszeichnungen

  • 2004: Marler Lyrikpreis Lyrik 2000S[3]
  • 2017: Merck Stipendium der Darmstädter Textwerkstatt[3]
  • 2023: Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis (2. Platz)[4]
  • 2025: Rolf-Bossert-Gedächtsnispreis[5]

Publikationen

  • Nur das Verlorene bleibt. Gedichte. hochroth Verlag, Heidelberg 2020, ISBN 978-3-903182-57-8
  • Fließen der Identitäten. Anthologie. Gedichte. Herausgabe mit Stefan Hölscher, Alfred Büngen. Geest-Verlag, Vechta 2020, ISBN 978-3-86685-769-8
  • Mónica Francés, Yo sueña | Ich träumt. Gedichte. Mitübersetzung als eine von drei Autor:innen aus dem Spanischen, hochroth Verlag Heidelberg 2022, ISBN 978-3-949850-10-3
  • Moorland. Gedichte. dr. ziethen Verlag, Oschersleben 2024, ISBN 978-3-86289-210-5
  • Hungergesang. Roman. kul-ja! publishing, Erfurt 2025, ISBN 978-3-949260-46-9

Einzelnachweise

  1. VS-NRW | Autor*innen im VS. Abgerufen am 13. November 2025.
  2. wortweg08: „Literatur ist für mich die Leinwand, auf der ich meine Träume und Gedanken projiziere“ Nicola Quaß, Schriftstellerin _ Düsseldorf 30.7.2024. In: Literatur outdoors - Worte sind Wege. 29. Juli 2024, abgerufen am 13. November 2025 (deutsch).
  3. a b c Nicola Quaß - Autorenlexikon. Abgerufen am 13. November 2025.
  4. a b Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis-Preisverleihung 2023. 8. September 2023, abgerufen am 13. November 2025.
  5. a b „Rolf Bossert“-Gedächtnispreisträgerin 2025 ist Nicola Quaß aus Düsseldorf. 5. März 2025, abgerufen am 13. November 2025.
  6. Kristian E. Kühn: Nicola Quaß: Nur das Verlorene bleibt. Abgerufen am 13. November 2025 (deutsch).
  7. Ich träumt | Yo sueña - Netzwerk Lyrik. Abgerufen am 13. November 2025.
  8. a b c Zäsur Poesiekritik Nicola Quaß — Beiträge. 26. August 2025, abgerufen am 13. November 2025 (deutsch).
  9. VS-NRW | Autor*innen im VS. Abgerufen am 13. November 2025.
  10. Barbara Zeizinger: Entwürfe einer Landschaft: Nicola Quaß, Moorland. BAWÜLON - Süddeutsche MATRIX für Literatur und Kunst, Nr. 1. Pop Verlag, Ludwigsburg 2025, S. 182/183.
  11. Ulrike Hug-Stüwe: Buchtipp: Lesenswerte Kurzromane und Gedichte für unterwegs. 6. April 2021, abgerufen am 13. November 2025.
  12. Christian T. Klein: Da ist kein Engel, der schaut - Laudatio auf Nicola Quaß. 2025. Auflage. BAWÜLON -Süddeutsche MATRIX für Literatur und Kunst, Nr. 1. Pop Verlag, Ludwigsburg 2025, S. 13–15.