Nicola Monterisi

Nicola Monterisi (* 21. Mai 1867 in Barletta; † 30. März 1944 in Salerno) war ein italienischer römisch-katholischer Geistlicher und Erzbischof von Salerno.

Leben

Kirchliche Laufbahn

Er besuchte von 1881 bis 1886 das Gymnasium des interdiözesanen Seminars von Bisceglie und anschließend von 1886 bis 1889 das Päpstliche Römische Priesterseminar. Von 1889 bis 1893 war er Schüler des Almo Collegio Capranica und studierte Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Er promovierte an der Gregoriana in Dogmatischer Theologie, an der Päpstlichen Universität Santa Croce (Apollinare) in Kanonischem Recht und in Literaturwissenschaften an der Universität La Sapienza.[1]

Die Priesterweihe empfing er am 15. August 1893. Danach kehrte er in das Bistum Barletta zurück und lehrte bis 1908 Theologie an den Seminaren von Bari, Trani und Bisceglie.[1]

Nicola Monterisi zeigte früh ein ausgeprägtes soziales Verantwortungsbewusstsein und engagierte sich für die Beteiligung der Laien am kirchlichen und gesellschaftlichen Leben. Er gehörte zu den Gründern des Circolo Leone XIII, eines Zusammenschlusses junger Katholiken als Gegenbewegung zu den antiklerikalen politischen Gruppierungen der Zeit. 1902 gründete er die Stadtzeitung Il Buon Senso.[1]

Als Pfarrer in Barletta (1908–1913) zeichnete er sich nicht nur durch sein seelsorgerisches Wirken, sondern auch durch zivilgesellschaftlichen Einsatz aus. Während der Choleraepidemie von 1910 diente er freiwillig als Krankenseelsorger, blieb über längere Zeit bei den Erkrankten und setzte sich trotz Ansteckungsgefahr unermüdlich für die Pflege und seelische Betreuung der Betroffenen ein.[1]

Wirken im Bischofsamt

Am 22. August 1913 ernannte ihn Papst Pius X. zum Bischof von Monopoli. Die Bischofsweihe spendete ihm am 7. September 1913 Antonio Kardinal Vico; Mitkonsekratoren waren Eduardo Brettoni, Bischof von Reggio Emilia, und Domenico Mannaioli, ehemaliger Bischof von Montfiascone. Am 15. Dezember 1919 wurde Nicola Monterisi zum Erzbischof von Chieti, am 5. Oktober 1929 schließlich zum Erzbischof und Primas von Salerno berufen.[2]

Während seiner über dreißigjährigen Amtszeit als Bischof erwies sich Monterisi als Mann großer Weitsicht und organisatorischer Begabung. Er förderte nachhaltig die Erneuerung des religiösen Lebens, insbesondere durch moralische und pastorale Erneuerungsarbeit. Sein besonderes Augenmerk galt der Bildung und Glaubensunterweisung der Bevölkerung, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kam. Unter seiner Leitung entstanden zahlreiche neue Pfarreien, Ordenshäuser und Bildungseinrichtungen.[1]

Verhalten in der Zeit des Faschismus

Mut und geistliche Klarheit kennzeichneten seine Amtsführung. So verweigerte er die Segnung faschistischer Fahnen und Parteisitze, untersagte die Verbindung religiöser Feste mit staatlich organisierten Vergnügungen und wehrte sich gegen die Enteignung des Seminars durch die Regierung Badoglio. Ferner erhob er energischen Widerspruch gegen die Rassengesetze. Gestützt auf ein Schreiben des Heiligen Stuhls veröffentlichte er eine scharfe Verurteilung dieser Gesetze, was das Einschreiten des Innenministeriums und Drohungen von Beschlagnahme zur Folge hatte.[1]

Seine pastoralen Schriften fanden große Resonanz, auch international. Sein Hirtenbrief von 1917, „Nella guerra attuale benediciamo il Signore“ („Im gegenwärtigen Krieg preisen wir den Herrn“), wurde von Papst Benedikt XV. ausdrücklich gelobt und erschien in zehn italienischen, zwei französischen und einer US-amerikanischen Ausgabe.[1]

Während des Zweiten Weltkriegs weigerte sich Monterisi, die Stadt Salerno zu verlassen, selbst unter Bombardements, und verpflichtete auch den Diözesanklerus, an Ort und Stelle zu bleiben. Als die alliierten Truppen das Regionalseminar beschlagnahmen wollten, widersetzte er sich entschieden. Daraufhin stellte Ministerpräsident Pietro Badoglio seinen Patriotismus in Frage – worauf Monterisi antwortete: „Ich lasse meine Italienität nicht in Zweifel ziehen. Ich bin Italiener – und fühle mich mehr Italiener als Marschall Badoglio. Als das Volk allein und vom Krieg zermürbt war, blieb ich als 76-Jähriger mit meinem Klerus an meinem Platz, zum Trost der Menschen; Badoglio aber floh nach Pescara!“[1]

Am 19. März 1944 zog er freiwillig in das Altenheim Casa San Giuseppe ein, mit den Worten: „Für einen Bischof ist es eine große Ehre, unter den Armen zu sterben.“ Er starb am 30. März 1944 um 22:40 Uhr. Auf seinem Grab ließ er schreiben: „Drei Mitren und zwei Pallien halfen mir im Tod nicht – nur die göttliche Hoffnung, dass mein Erlöser, der meine Sünden getragen hat, mich am letzten Tag mit sich auferwecken wird.“[1]

Nachwirkung

In Salerno wurde ihm zu Ehren die Mittelschule Nicola Monterisi benannt, als bleibendes Zeichen seines Wirkens für die Stadt.[1]

Papst Johannes Paul II. erinnerte bei seinem Pastoralbesuch in Salerno am 26. Mai 1985 an ihn.[1]

Commons: Nicola Monterisi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k Biografia dell’Arcivescovo Nicola Monterisi. Erzbistum Salerno-Campagna-Acerno, 2019, abgerufen am 8. Oktober 2025 (italienisch).
  2. Eintrag zu Nicola Monterisi auf catholic-hierarchy.org; abgerufen am 8. Oktober 2025. (englisch)
VorgängerAmtNachfolger
Carlo Gregorio Maria GrassoErzbischof von Salerno
1929–1944
Demetrio Moscato
Gennaro CostagliolaErzbischof von Chieti
1919–1929
Giuseppe Venturi
Francesco di CostanzoBischof von Monopoli
1913–1919
Agostino Migliore