Nico Icon

Dokumentarfilm
Titel Nico Icon
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch, Englisch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 69 Minuten
Stab
Regie Susanne Ofteringer
Drehbuch Susanne Ofteringer
Produktion Thomas Mertens, Annette Pisacane
Musik Archivmaterial von Nico
Kamera Judith Kaufmann, Katarzyna Remin, Martin Baer
Schnitt Elfe Brandenburger, Guido Krajewski
Besetzung
Nico, Tina Aumont, Christian Päffgen, John Cale, Paul Morrissey, Jonas Mekas

Nico Icon ist ein deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahr 1995 von Susanne Ofteringer. Thema ist das Leben der Sängerin und Schauspielerin Christa „Nico“ Päffgen. Der Film kombiniert Interviews mit Weggefährtinnen, Weggefährten mit umfangreichem Archivmaterial. Nico Icon wurde 1997 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.[1]

Inhalt

Der Film rekonstruiert Nicos Lebenslauf — von ihrer Zeit als Model in den 1950er Jahren, über Paris, ihre Verwicklungen und Beziehungen mit Andy Warhol und The Velvet Underground, bis hin zu ihrem späteren Leben in Europa und ihrem Tod 1988. Der dokumentarische Ansatz legt besonderen Fokus darauf, das öffentliche Bild der Ikone mit persönlichen Erinnerungen, Fotografien und Filmausschnitten zu kontrastieren.

Produktion

Die Dreharbeiten und die Montage erfolgten in den Jahren 1992 bis 1995. Produziert wurde Nico Icon von Thomas Mertens und Annette Pisacane in Ko- bzw. Koproduktion mit Ciak Filmproduktion (Köln), Bluehorse Films (New York), der Kunsthochschule für Medien Köln und dem ZDF als beteiligter Sender. Kamera: Judith Kaufmann, Katarzyna Remin, Martin Baer; Schnitt: Elfe Brandenburger, Guido Krajewski.

Veröffentlichung

Die Deutsche Uraufführung fand am 18. Februar 1995, Berlin, im Rahmen der Berlinale 1995 statt. Der Kinostart in den USA erfolgte am 16. November 1995, zeitgleich mit dem Kinostart in Deutschland durch den Verleih Salzgeber.[2][3]

Rezeption

Michael Miesbach schreibt in seinem Beitrag zu Nicos 25. Todestag: "Das schönste Denkmal hat ihr vielleicht die Filmemacherin Susanne Ofteringer gesetzt mit einem der besten Dokumentarfilme, die je zum Thema Popmusik gemacht wurden."[4]

In Deutschland erregte Nico Icon viel Aufmerksamkeit: In der TAZ erschien am 7. Dezember 1995 eine Rezension von Wilfried Hippen: „Fluch der eigenen Schönheit“, in der betont wird, dass viele im Film über ihr Äußeres sprechen: „Fast jeder, der in diesem Film über seine Erfahrungen mit dem Kultstar Nico spricht, beschreibt sie als einmalig schön, aber auch als unglücklich, leer, und des Lebens überdrüssig.“ Der Autor hebt hervor, dass der Stil des Films konventionell sei – Interviews gefolgt von passenden Fotos und Filmschnipseln – doch in der Kombination das Abgründige der Figur betont wird.[5]

Reinhard Lüke schreibt im Filmdienst: „Auffällig ist, daß die meisten der Zeitzeugen nicht nur irgendwo und irgendwann dabei waren, sondern sich auch als ebenso präzise wie kurzweilige Berichterstatter präsentieren, die ihre subjektiven Mosaiksteine zum Phänomen Nico beitragen. Wo andere Porträts ihre Bilder vielfach mit endlosen Off-Kommentaren neutralisieren, sorgt hier eine exzellente Montage dafür, daß der Film nicht zur ehrfürchtigen Heldenverehrung gerät, sondern eine differenzierte Annäherung an eine durchaus widersprüchliche Figur entsteht.“[6]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. a b Nico Icon. In: filmportal.de. Abgerufen am 26. Dezember 2025.
  2. Nico Icon. In: Filmdienst. Abgerufen am 26. Dezember 2025.
  3. NICO ICON – Cameo Film- und Fernsehproduktion. Abgerufen am 26. Dezember 2025.
  4. Michael Miesbach: Nico zum 25. Todestag: "Ich bin wahrlich einzigartig". Hrsg.: Bayerischer Rundfunk. 9. August 2013 (br.de [abgerufen am 25. September 2025]).
  5. Wilfried Hippen: Fluch der eigenen Schönheit. In: taz. 7. Dezember 1995, abgerufen am 24. September 2025.
  6. Reinhard Lüke: Nico-Icon. 23. August 2022, abgerufen am 26. Dezember 2025.