Nicholas Opiyo
Nicholas Opiyo ist ein ugandischer Menschenrechtsanwalt und Bürgerrechtler.[1] Er gründete 2013 die zivilgesellschaftliche Organisation Chapter Four Uganda.[2] Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte er 2014 als einer der Juristen hinter der erfolgreichen Verfassungsbeschwerde gegen das Anti-Homosexualitätsgesetz Ugandas; das Verfassungsgericht erklärte das Gesetz wegen fehlenden Quorums für nichtig.[3] Im Jahr 2017 erhielt Opiyo den Deutschen Afrika-Preis.[4] 2021 wurde er mit dem Menschenrechtspreis Human Rights Tulip ausgezeichnet.[5]
Leben
Opiyo stammt aus Gulu im Norden Ugandas; die Erfahrungen des dortigen Konflikts mit der Lord’s Resistance Army prägten seinen Einsatz für Menschenrechte.[1] Er erwarb 2004 den LL.B. an der Uganda Christian University und 2005 das Anwaltsdiplom (Postgraduate Diploma in Legal Practice) am Law Development Centre in Kampala.[6] 2019 war er als Visiting Scholar am Center for African Studies der Stanford University tätig.[6]
Wirken
Im Jahr 2013 gründete Opiyo Chapter Four Uganda und leitete die Organisation bis Anfang 2025; im Februar 2025 übernahm Anthony Masake als neuer Geschäftsführer.[2] Opiyo war Teil des Teams, das 2014 die Aufhebung des Anti-Homosexualitätsgesetzes vor dem Verfassungsgericht erreichte; die Richter erklärten das Gesetz am 1. August 2014 wegen fehlender Parlaments-Beschlussfähigkeit für null und nichtig.[3] Im Dezember 2020 wurde er wegen mutmaßlicher Geldwäsche festgenommen und am 30. Dezember 2020 gegen Kaution entlassen.[7] Die Staatsanwaltschaft zog die Anklage im September 2021 zurück.[8] Die ugandische Behörde für Nichtregierungsorganisationen setzte Chapter Four 2021 aus; das Hohe Gericht des Landes ordnete am 10. Mai 2022 die neuerliche Prüfung der Suspendierung an.[9] Opiyo arbeitete überdies an Rechtsreformen mit, darunter an der Ausgestaltung des ugandischen Gesetzes zur Kriminalisierung von Folter.[1] Für seinen zivilgesellschaftlichen Einsatz wurde er 2015 von Human Rights Watch mit dem Alison-Des-Forges-Award (Voices for Justice) geehrt.[1] Weitere internationale Auszeichnungen umfassen den Deutschen Afrika-Preis (2017) und die Human Rights Tulip (2021).[4][5]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Nicholas Opiyo, Uganda. In: Human Rights Watch. 10. August 2015, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b Chapter Four appoints Masake as new ED, succeeding founder Nicholas Opiyo. In: Daily Monitor. 7. Februar 2025, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b Lawyer Who Led Challenge of Uganda’s Anti-Gay Law: ‘Long, Long Way to Go’. In: TIME. 8. August 2014, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b Press release: The Ugandan Nicholas Opiyo wins the German Africa Award 2017. In: Deutsche Afrika Stiftung. 4. Mai 2017, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b Ugandan human rights lawyer Nicholas Opiyo awarded Human Rights Tulip 2021. In: Government of the Netherlands. 6. Dezember 2021, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b 2019 SGS Student Dinner Featuring Ugandan Human Rights Attorney Nicholas Opiyo. In: Stanford Global Studies. 17. April 2019, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ Uganda opposition candidate Bobi Wine says he and team under arrest. In: The Guardian. 30. Dezember 2020, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ DPP withdraws charges against lawyer Nicholas Opiyo. In: The Independent (Uganda). 14. September 2021, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ High Court orders govt to review suspension of Chapter Four. In: Daily Monitor. 10. Mai 2022, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).