Nguyễn Văn Trân

Nguyễn Văn Trân (* 15. Januar 1917 in Yên Phong, Bắc Ninh; † 7. Dezember 2018) war ein vietnamesischer Politiker der Kommunistische Partei KPV, der unter anderem von 1961 bis 1976 Mitglied des Sekretariats des Zentralkomitees (ZK) der KPV sowie mehrmals Minister war.

Leben

Nguyễn Văn Trân beteiligte sich von 1935 bis Ende 1939 an revolutionären Aktivitäten unter Druckereiarbeitern sowie im Arbeiterverband von Hanoi und trat dem Parteikomitee der Indochinesischen Kommunistischen Partei (Đảng Cộng sản Đông Dương) in Hanoi als Mitglied bei. Er wurde wegen seiner Aktivitäten gegen die Kolonialmacht von Französisch-Indochina festgenommen und befand sich von 1940 bis August 1943 in den Gefängnissen von Hà Đông, Hoả Lò in Hanoi und schließlich im Gefängnis von Sơn La. Ihm gelang Ende 1943 zusammen mit Nguyễn Lương Bằng, Trần Đăng Ninh sowie Lưu Đức Hiểu die Flucht nach Hanoi, wo er vom Zentralkomitee (ZK) mit der Leitung der Arbeiterbewegung des Parteikomitees der Region Nord (Bắc Kỳ)beauftragte wurde. Er nahm an Tagungen des Parteikomitee teil und wurde später Sekretär des Parteikomitees der Region Nord.

Kurz vor der Proklamation der Demokratischen Republik Vietnam am 2. September 1945 wurde er nach Hanoi gesandt, um den allgemeinen Aufstand vorzubereiten. Im August 1945 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Volksrevolutionären Komitees von Bắc Kỳ sowie Mitte 1946 Sekretär des Parteikomitees und Vorsitzender des Schutzkomitees von Hanoi. Im Anschluss fungierte er zwischen 1947 und 1951 als Sekretär und Vorsitzender des Widerstandskomitees der Zone 11, zu der der Hanoier Stadtbezirk Hà Đông sowie die damalige Provinz Sơn Tây gehörte. Er bekleidete dann die Funktionen als Sekretär des Interzonen-Parteikomitees und als Vorsitzender des Administrativen Widerstandskomitees der Interzone 3. Auf dem II. Parteitag der PdWV (11. bis 19. Februar 1951) wurde er Kandidat des ZK der nunmehrigen Partei der Werktätigen Vietnams PdWV (Đảng Lao động Việt Nam) und war zunächst vom 13. Juli 1951 bis 9. September 1952 als stellvertretenden Generalinspekteur der Regierung sowie als Nachfolger von Hồ Tùng Mậu, der bereits am 23. Juli 1951 verstorben war, zwischen dem 9. September 1952 und seiner Ablösung durch Nguyễn Lương Bằng am 20. September 1955 als Generalinspekteur der Regierung und als Vorsitzender des Rates zur Versorgung der Front im Indochinakrieg. Danach übernahm er als Nachfolger von Trần Đăng Khoa am 20. September 1955 das Amt als Minister für Verkehr und Kommunikation und bekleidete dieses bis zum 26. Juli 1960, woraufhin Phan Trọng Tuệ ihn ablöste. Zugleich war er zwischen dem 1. April und dem 1. Dezember 1958 als Nachfolger von Phạm Văn Đồng[1] Vorsitzender der staatlichen Planungskommission und wurde im Anschluss als Vertreter seines Nachfolgers Nguyễn Duy Trinh[2] im Dezember 1958 stellvertretender Vorsitzender der staatlichen Planungskommission.

Auf dem III. Parteitag (5. bis 10. Februar 1960) wurde Nguyễn Văn Trân zum Mitglied des Zentralkomitees der Partei gewählt und vom Zentralkomitee in das Zentralsekretariat der Partei gewählt.[3] Er wurde zum stellvertretenden Leiter des Zentralen Industriekomitees ernannt und übernahm von Lê Thanh Nghị[4] zwischen dem 26. Juli 1960 und seiner eigenen Ablösung durch Lê Thanh Nghị am 22. Februar 1967 das Amt als Minister für Schwerindustrie. Im August 1965 löste er Nguyễn Lam[5] als Sekretär des Parteikomitees von Hanoi ab und bekleidete diese Funktion, bis er wiederum 1974 von Nguyễn Lam abgelöst wurde. Im November 1968 leitete er eine Partei- und Regierungsdelegation bei einem Besuch der DDR, an der auch der Minister für Bauwesen Bùi Quang Tạo teilnahm.[6] Er wurde zugleich 1968 Vorsitzender des Zentralen Industriekomitees sowie 1974 auch Vorsitzender des Zentralen Wirtschaftskomitees.

Zum Ende des Vietnamkrieges trat er 1975 dem Zentralbüro des Südens bei, war Mitglied des Zentralkomitees der Partei- und Regierungsvertreter in Südvietnam, Vorsitzender des Komitees für Industrie- und Handelsreform und Vorsitzender des Wirtschaftskomitees des Zentralbüros. Nach der Wiedervereinigung Vietnams wurde er Mitglied der Nationalversammlung (Quốc hội Việt Nam) und bekleidete zwischen dem 2. Juli 1976 und dem 26. Mai 1978 das Amt als Vorsitzender des Planungs- und Haushaltsausschusses. Ferner fungierte er von 1977 bis zu seiner Ablösung durch Đoàn Đỗ 1988 als erster Direktor des Zentralinstituts für Wirtschaftsmanagementforschung (Viện Nghiên cứu quản lý kinh tế Trung ương) und wurde zudem 1981 zusätzlich Rektor der Zentralen Schule für Wirtschaftsmanagement. 1989 wurde er in das Büro des Ministerrats versetzt, wo er sich auf die Erforschung sozioökonomischer Strategien spezialisierte. Nach seinem Tode im Alter von 101 Jahren auf dem Friedhof Công viên Vĩnh Hằng beigesetzt.

Einzelnachweise

  1. Pham Van Dong. In: rulers.org. Abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  2. Nguyen Duy Trinh. In: rulers.org. Abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  3. III National Party Congress 1960 (Memento vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
  4. Le Thanh Nghi. In: rulers.org. Abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  5. Nguyen Lam. In: rulers.org. Abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  6. „An unseren Grenzen schützen wir das sozialistische Lager“, in: Neues Deutschland vom 27. November 1968