Neukirchen-Balbini

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 49° 18′ N, 12° 26′ O
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Verwaltungs­gemeinschaft: Neunburg vorm Wald
Höhe: 512 m ü. NHN
Fläche: 48,26 km²
Einwohner: 1132 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92445
Vorwahl: 09465
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 146
Marktgliederung: 31 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kolpingstr. 3
92431 Neunburg vorm Wald
Website: neukirchen-balbini.de
Erster Bürgermeister: Markus Dauch (FWG)
Lage des Marktes Neukirchen-Balbini im Landkreis Schwandorf
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Neukirchen-Balbini ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf.

Geographie

Neukirchen-Balbini liegt etwa zehn Kilometer südöstlich der Stadt Neunburg vorm Wald im Naturpark Oberpfälzer Wald, der im Osten die Grenze zu Tschechien berührt.

Nachbargemeinden

Von Norden bis Südwesten gegen den Uhrzeigersinn grenzen die Gemeinden Neunburg vorm Wald und Bodenwöhr und von Nordosten bis Süden der Landkreis Cham mit den Gemeinden im Uhrzeigersinn Rötz, Stamsried und Roding.


Neunburg vorm Wald
7 km

Neunburg vorm Wald
7 km

Rötz
9 km

Bodenwöhr
10 km

Stamsried
7 km

Bodenwöhr
10 km

Roding
12 km

Stamsried
7 km

Gemeindegliederung

Es gibt 31 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Die erste Ortsnennung als Nuinkhirchen datiert vom 11. Dezember 1138 aus einer Urkunde, mit der Bischof Otto von Bamberg das Kloster Prüfening mit mehreren Orten ausstattete. Schon vor 1300 wurde der Ort zum Markt erhoben. 1297 ist ein geistlicher Herr Paldewinus (letztmals 1317 erwähnt) und damit auch die Pfarrei St. Michael belegt. Zur Unterscheidung von den Pfarreien Neukirchen Martini (Martinsneukirchen) und Neukirchen Michaelis (Michelsneukirchen) im Dekanat Cham wurde vermutlich kirchlicherseits im 14. Jahrhundert der Namenszusatz Baldwini für „Neukirchen des Paldewinus“ eingeführt. Der Ort wurde am 19. Juni 1345 von den Wittelsbachern erworben. Pfalzgraf Otto I. stattete den Markt am 19. November 1449 mit Wappen und Siegel aus. Dabei wurde zur Unterscheidung von anderen gleichnamigen Orten auf die Lage im Pruckerforst (heute Bodenwöhrer Forst) hingewiesen.[4]

Im 16. Jahrhundert mussten die Untertanen wegen der Glaubenskämpfe viermal in 60 Jahren ihre Religion wechseln. Im Dreißigjährigen Krieg äscherten kaiserliche Soldaten 1634 den Markt ein, am 19. März 1641 brannte erneut alles bis auf 7 Häuser nieder. Einer Brandkatastrophe am 17. April 1779 fiel der ganze Markt zum Opfer, nur die Kirche konnte gerettet werden.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Boden mit Etzmannsried, Goppoltsried, Grottenthal, Hippoltsried, Oedhof, Rodlseign, Stadlhof und Wirnetsried eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen die Gemeinde Egelsried mit den Gemeindeteilen Albenried, Haselhof, Jagenried, Neualbenried, Ober- und Unterstocksried und die Orte Kitzenried und Wolfsgrub aus der aufgelösten Gemeinde Kleinwinklarn hinzu.[5] Alletsried mit Gebertshof, Happassenried, Meidenried, Rückhof und Sperlhof ohne Haslarn und Meigelsried sowie Hansenried ohne Thanried mit Dehnhof, Enzenried, Scheiblhof, Weihermühle und Ziegenmühle folgten am 1. Mai 1978.[6] Am 1. Januar 2017 wurde ein Teil (94 ha) des ehemaligen gemeindefreien Gebiets Östlicher Neubäuer Forst eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1198 auf 1122 um 76 Einwohner bzw. um 6,3 %.

Politik

Sitzverteilung im Marktrat Neukirchen-Balbini (15. März 2020)
Insgesamt 12 Sitze
Europawahl 2019[8]
Wahlbeteiligung: 51,3 % (2014: 29,3 %)
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
67,7 %
2,8 %
6,8 %
8,1 %
7,2 %
0,6 %
1,1 %
1,5 %
4,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
−5,5 %p
−2,9 %p
+2,9 %p
+1,3 %p
+4,4 %p
± 0,0 %p
−0,7 %p
+0,1 %p
+2,2 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%

Marktrat

Der Marktgemeinderat besteht aus zwölf bei der Kommunalwahl gewählten Mitgliedern, darunter zwei Frauen, die seit der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 alle zur Bürgerliste gehören. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,9 %.

Bürgerliste
12 Sitze

Bürgermeister

Erster Bürgermeister des Marktes Neukirchen-Balbini ist Markus Dauch[9] (Bürgerliste). Dieser wurde bei der Kommunalwahl 2020 mit 77,0 % der gültigen Stimmen gewählt.

Wappen

Blasonierung: „In Rot auf grünem Boden zwischen grünen Bäumen eine turmlose, silberne Kirche mit blauen Dächern und goldenen Kreuzen; darüber schwebend ein Schild mit den bayerischen Rauten.“[4]
Wappenbegründung: Die Kirche ist redendes Bild für den Ortsnamen, das Rautenschild verweist auf die wittelsbachische Landesherrschaft. Die Bäume stehen für den Bodenwöhrer Forst.

Das Wappen verlieh Pfalzgraf Otto I. 1449.

Verwaltung und Infrastruktur

Kultur und Sehenswertes

Die 1720 erneuerte, heute als Baudenkmal geschützte, katholische Pfarrkirche St. Michael kennzeichnet den Ortsmittelpunkt des Marktes.[10]

Weitere Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Naturdenkmäler

Als Naturdenkmal geschützt sind zwei Linden im Gemeindeteil Grottenthal an der Grenze zur Ortschaft Fronau der Stadt Roding:

  • die 1000-jährige Linde bei Grottenthal mit einem Stammumfang von 9,95 m (2013), steht am östlichen Ortsende am Feldweg auf Privatgrund.[11][12]
  • die 500-jährige Linde bei Grottenthal mit einem Stammumfang von 6,61 m (2013), steht an der Kreisstraße CHA 23/SAD 13, ebenfalls auf Privatgrund.[13]

In einigen Publikationen wird eine "Grottenthal-Linde" fälschlicherweise der Ortschaft Fronau im Nachbarlandkreis Cham zugeordnet. Beschrieben wird darin die 1000-jährige Linde am Feldweg.[14]

Commons: Neukirchen-Balbini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Neukirchen-Balbini in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. April 2021.
  3. Gemeinde Neukirchen-Balbini, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 20. Dezember 2021.
  4. a b Wappen von Markt Neukirchen-Balbini in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 14. November 2025.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 534.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 668 und 669 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  7. Regierung Oberpfalz: Amtsblatt, Nr. 12, 2016 (Memento des Originals vom 2. März 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.regierung.oberpfalz.bayern.de
  8. gemäß Quelle www.wahlen.landkreis-schwandorf.de abgerufen am 25. November 2019
  9. Bürgermeister. Gemeinde Neukirchen-Balbini, abgerufen am 28. September 2020.
  10. Josef Dommer: Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald – Pfarrkirche St. Michael. In: vg-neunburg.de. Abgerufen am 25. Januar 2021.
  11. „Grottenthallinde bei Boden“ in „Monumentale Eichen“ (andere Baumarten) von Rainer Lippert, bei www.monumentale-eichen.de
  12. „Grottenthal-Linde bei Fronau“ im Baumregister, bei www.baumkunde.de
  13. „Sommer-Linde beim Grottenthalhof“ in Monumentale Bäume bei monumentaltrees.com
  14. „Sommer-Linde 'Grottenthallinde' beim Grottenthalhof“ in Monumentale Bäume bei monumentaltrees.com