Neuköllner Maientage
Die Neuköllner Maientage sind ein traditionsreiches Volksfest in Berlin, das seit 1965 jährlich im Mai stattfand. Ursprünglich im Volkspark Hasenheide veranstaltet, entwickelte sich das Fest zu einem der größten und bekanntesten Parkfeste Berlins. Es bot eine Mischung aus Fahrgeschäften, kulinarischen Angeboten und kulturellen Attraktionen und zog jährlich Hunderttausende Besucher an.
Geschichte
Die Neuköllner Maientage wurden erstmals 1965 von den Schaustellern Hans Purwin und Harry Wollenschläger organisiert. Die Veranstaltung entstand in einer schwierigen Zeit für Berlin, als die Stadt durch den Mauerbau geteilt war. Das Fest sollte ein Zeichen des Zusammenhalts und der Freude setzen. Seitdem ist es eine feste Institution im Berliner Veranstaltungskalender geworden.[1][2][3] Die Schaustellerfamilie Wollenschläger spielte eine zentrale Rolle in der Organisation des Festes. Thilo-Harry Wollenschläger, der das Volksfest seit 1989 leitet, führt die Familientradition in fünfter Generation fort. Unter seiner Leitung wuchs das Fest kontinuierlich und erreichte Besucherzahlen von bis zu 400.000 Menschen jährlich.[4][5]
Der Veranstaltungsort Hasenheide wurde nach 2022 renaturiert, was dazu führte, dass die Maientage 2023, 2024 und 2025 ausfielen. Trotz Bemühungen des Bezirks, einen neuen Veranstaltungsort zu finden – etwa auf dem Tempelhofer Feld –, blieb die Zukunft des Festes ungewiss.[6][7] Bezirksvertreter und Schausteller setzen sich für eine Fortführung des traditionsreichen Volksfestes ein, doch ein geeigneter Standort konnte bisher nicht gefunden werden.
Programm
Das Fest bot eine Vielzahl von Attraktionen, darunter Achterbahnen, Geisterbahnen, Wasserrutschen und klassische Fahrgeschäfte wie Autoscooter und Karussells. Ein besonderes Highlight war der Familientag, an dem Fahrgeschäfte zu ermäßigten Preisen angeboten wurden. Zudem gab es jährlich einen Malwettbewerb für Schüler, dessen Gewinnerplakat das Fest bewarb. Die Neuköllner Maientage waren nicht nur ein Ort der Unterhaltung, sondern auch ein Symbol für Völkerverständigung und kulturelle Begegnung. Besonders in einem multikulturellen Bezirk wie Neukölln trugen sie zur Integration und zum sozialen Austausch bei.
Einzelnachweise
- ↑ Traditionelles und Neues im Jubiläumsjahr der Neuköllner Maientage. In: FACETTEN-Magazin Neukölln. 30. April 2015, abgerufen am 1. April 2025 (deutsch).
- ↑ 50 Jahre Maientage in Neukölln: Da wackelt die Hasenheide. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 1. April 2025]).
- ↑ Ida Luise Krenzlin: Neuköllner Maientage 2024: Wieder kein Volksfest in der Hasenheide. 4. April 2024, abgerufen am 1. April 2025.
- ↑ Traditionelles und Neues im Jubiläumsjahr der Neuköllner Maientage. In: FACETTEN-Magazin Neukölln. 30. April 2015, abgerufen am 1. April 2025 (deutsch).
- ↑ 50 Jahre Maientage in Neukölln: Da wackelt die Hasenheide. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 1. April 2025]).
- ↑ Kathrin Merz: Neuköllner Maientage: Was wird 2025 aus dem Volksfest? 2. November 2024, abgerufen am 1. April 2025.
- ↑ Das Ende der Neuköllner Maientage: Abschied vom happy place. Abgerufen am 1. April 2025.