Neuirland-Flughund

Neuirland-Flughund
Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Unterfamilie: Pteropodinae
Tribus: Pteropodini
Gattung: Pteropus
Art: Neuirland-Flughund
Wissenschaftlicher Name
Pteropus ennisae
Flannery & White, 1991

Der Neuirland-Flughund (Pteropus ennisae) ist ein auf Neuirland innerhalb des Bismarck-Archipels endemisches Fledertier in der Familie der Flughunde. Das Taxon wurde ursprünglich als Unterart des Temminck-Flughunds (Pteropus temminckii) beschrieben und zeitweilig in den Neubritannien-Flughund (Pteropus capistratus) als Unterart eingefügt. Eine taxonomische Revision 2014 führte zur Anerkennung als Art.[1][2]

Merkmale

Das schwanzlose Tier ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 155 bis 190 mm, einer Unterarmlänge von 109 bis 118 mm und einem Gewicht von 170 bis 250 g ein kleiner Vertreter der Gattung Pteropus. Es sind 32 bis 39 mm lange Hinterfüße und Ohren von 18 bis 23 mm Länge vorhanden. Der Kopf ist durch eine kurze Schnauze mit dunklen Nasenöffnungen, große Augen mit dunkelbrauner Regenbogenhaut und durch dreieckige Ohren mit abgerundeter Spitze gekennzeichnet. Wie beim Neubritannien-Flughund sind im hellen Gesicht dunkle Bänder vorhanden. Um die Schultern bilden lange weißgraue Haare mit gelben Spitzen einen Mantel. Auf der Unterseite haben die gelbbraunen Haare helle Spitzen, was Raureif gleicht. Der Neuirland-Flughund hat leicht durchscheinende Flügel mit dunkleren Blutadern. Auf dem Schädel ist der Scheitelkamm undeutlich. Auffällig sind die kleinen Zahnreihen, in denen Lücken (Diastema) vorhanden sind. In den molekularbiologischen Eigenschaften wurden 4 bis 7 Prozent Abweichungen zum Neubritannien-Flughund festgestellt.[2]

Verbreitung und Lebensweise

Vermutlich lebt die Art überall auf Neuirland. Sie bewohnt das Flachland und Gebirge bis 1200 Meter Höhe. Alle Reviere zusammen verteilen sich auf schätzungsweise 19.200 km². Das Tier sucht überwiegend nachts in Wäldern und Gärten nach Nahrung. Eine Gruppe wurde in einer Baumgruppe mit vielen Feigen beobachtet. Allgemein scheinen die Tiere eher Einzelgänger zu sein. Sie ruhen allein oder in kleinen Gruppen im Blattwerk. Weibchen mit aktiven Zitzen wurden im Juni und Juli gefunden und ein Weibchen in einem australischen Museum, das einen Embryo enthielt, wurde im selben Zeitraum gefangen. Bei einigen Männchen führten die Brustwarzen ebenfalls Milch. Jungtiere werden nach ein bis zwei Jahren geschlechtsreif und die allgemeine Lebensdauer liegt bei 8 bis 10 Jahren.[3]

Gefährdung

Waldrodungen und die Erderwärmung stellen Bedrohungen dar. Der Flughund wird als Fleischquelle und von Plantagenbesitzern gejagt. Zu Beginn der 2020er Jahre gab es laut Schätzungen 9.000 bis 10.000 erwachsene Exemplare. Die IUCN listet die Art deshalb als gefährdet (vulnerable).[3]

Einzelnachweise

  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Pteropus capistratus).
  2. a b Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 149 (englisch, Pteropus ennisae).
  3. a b Pteropus ennisae in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2022. Eingestellt von: Tsang, S.M., Waldien, D.L. & Pennay, M., 2021. Abgerufen am 12. Januar 2026.