Neue Filmbühne
Die Neue Filmbühne ist ein Programmkino im Bonner Stadtteil Beuel. Sie gehört zu den ältesten Filmtheatern der Stadt und wurde für ihr Filmprogramm wiederholt ausgezeichnet.[1]
Geschichte
Die Ursprünge des Kinos reichen in die späten Jahre der Weimarer Republik zurück. Der Beueler Gastwirtssohn Heinrich Wenigmann veranstaltete im Mehrzwecksaal des elterlichen Betriebs gelegentlich Filmvorführungen. Aufgrund des Erfolgs eröffnete er 1933 an gleicher Stelle die „Deutsche Filmbühne“.[2]
Der erste gezeigte Film war der nationalsozialistische Propagandafilm Blutendes Deutschland. Laut Wenigmann fand dieser jedoch wenig Anklang, während die Komödien mit Heinz Rühmann große Erfolge feierten.[2]
In den 1950er Jahren verfügte die Filmbühne über rund 280 Plätze, musste jedoch in den 1960er und 1970er Jahren einen starken Besucherrückgang verkraften. Während das zweite Kino der Familie Wenigmann, das Odeon an der Hans-Böckler-Straße, geschlossen wurde, überstand die Filmbühne diese Phase.[2]
1986 gaben Heinrich und Maria Wenigmann den Betrieb aus gesundheitlichen Gründen auf. Einer möglichen Umwandlung in einen Schnellimbiss oder ein Sexkino kam zuvor, dass das Betreiberpaar das Kino an die Verantwortlichen des Rex-Lichtspieltheaters in Endenich übergab.[2]
Am 4. September 1986 erfolgte die Wiedereröffnung unter der neuen Leitung von Dieter Hertel und Gila Brenig. Zur Premiere wurde der Konzertfilm Home of the Brave von Laurie Anderson gezeigt.[1]
Programm
Das Programm umfasst Arthouse-Filme, Autorenkino, europäische Produktionen und Dokumentarfilme.[1] Im Jahr 2003 besuchten jährlich rund 50.000 Zuschauer das Kino.[2]
Bedeutung
Die Neue Filmbühne gilt als kultureller Treffpunkt in Beuel und zieht Zuschauer aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern an.[2] Das Kino erhielt zahlreiche Programm- und Kulturpreise auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene, darunter mehrfach den Kinoprogrammpreis.[2][1]
Ausstattung
Das Kino besitzt einen Saal mit 186 samtroten Kinosesseln. Original erhalten sind u. a. die Toilettentüren und das Glas der Eingangstür, das den Zweiten Weltkrieg überstanden hat.[2] 2012 erfolgte der Wechsel von analoger Projektion zu einer digitalen Abspielanlage.[1]
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Mathias Nofze: "Neue Filmbühne" lässt in Beuel seit 25 Jahren die Bilder sprechen In: General-Anzeiger (Bonn), 13. Januar 2012. Abgerufen im 19. November 2025
- ↑ a b c d e f g h Silke Elbern: Mit „Blutendes Deutschland“ fängt alles an In: General-Anzeiger (Bonn), 14. November 2003. Abgerufen im 19. November 2025
Koordinaten: 50° 44′ 21,7″ N, 7° 7′ 15,7″ O