Neue Deutsche Blätter
Die Neuen Deutschen Blätter waren eine Zeitschrift der deutschen Exilliteratur.
Geschichte
Die Neuen Deutschen Blätter erschienen ab 1933 im Prager Verlag Heinrich Hochstim. Sie entstanden unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und wurden von aus Deutschland geflohenen Autorinnen und Autoren getragen. Ihr Ziel war es, ein unabhängiges, demokratisches Gegenorgan zur gleichgeschalteten Presse im Deutschen Reich zu schaffen. Die Zeitschrift bot politischen Analysen, Literatur, Essays und kritischen Kommentaren Raum – alles Inhalte, die im NS-Staat verboten oder zensiert worden wären. Zugleich verstand sie sich als Forum, das die geistige und kulturelle Identität der ausgebürgerten Schriftsteller bewahrte und eine Verbindung zwischen den Exilierten herstellte. Bedeutende Persönlichkeiten der Exilliteratur, u. a. Erika Mann, Heinrich Mann, Thomas Mann, Ludwig Renn, Ernst Toller, Anna Seghers publizierten dort. Neue Deutsche Blätter war damit nicht nur ein literarisches Magazin, sondern ein politisches Sprachrohr des Widerstands, das versuchte, trotz geographischer Zerstreuung eine gemeinsame demokratische Stimme gegen das NS-Regime zu bündeln.[1] Als Herausgeber war Margarete Weiskopf angegeben, Anna Seghers, Oskar Maria Graf, Jan Petersen (unter Pseudonym) und Wieland Herzfelde übernahmen redaktionelle Aufgaben.[2]
1935 mussten die Neuen Deutschen Blätter aus finanziellen Gründen eingestellt werden. Nachfolgezeitschrift wurde Das Wort, das ab 1936 in Moskau erschien.
Aus der Abonnement-Werbung
„Freunde und Leser, tragt die ‚Stimme aus Deutschland‘, tragt die Stimme der Schriftsteller, die sich ihre Ehre nicht von Hitler abkaufen ließen, tragt die ‚Neuen deutschen Blätter‘ überall hin, wo man deutsch versteht!“
Einzelnachweise
- ↑ admin: Themen - Neue Deutsche Blätter. Abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Die Redaktion: Ausgewählte Texte. In: oskarmariagraf.de. Laura Mokrohs, Franziska Willbold, abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Redaktion und Verlag der „Neuen Deutschen Blätter“: An unsere Freunde und Leser. In: Neue deutsche Blätter. Monatsschrift für Literatur und Kritik. Reprint („Fotomechanischer Nachdruck“) Auflage. 1. Jahrgang 1933/34, Heft 7–12. Rütten & Loening, Berlin 1974, S. 801.