Nationalpark Desembarco del Granma

Nationalpark Desembarco del Granma

IUCN-Kategorie II
Küstenlandschaft im Desembarco del Granma Nationalpark
Koordinaten: 19° 53′ 0″ N, 77° 38′ 0″ W
Lage: Provinz Granma, Kuba
Nächste Stadt: Niquero
Fläche: 326 km²
Gründung: 1986 (Nationalpark), 1999 (UNESCO-Welterbe)

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Der Nationalpark Desembarco del Granma liegt im Südosten Kubas in der Provinz Granma. Sein Name erinnert an die Landung der Yacht Granma, mit der Fidel Castro und weitere Mitglieder der revolutionären Bewegung am 2. Dezember 1956 an der Südküste Kubas anlandeten – ein Ereignis, das häufig als Auftakt zum Guerillakampf gegen die Batista-Regierung gilt.

Das Gebiet wurde 1986 zum Nationalpark erklärt und 1999 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Mit einer Gesamtfläche von 32.576 Hektar, davon 26.180 Hektar Land und 6.396 Hektar Meeresgebiet[1], zählt der Park zu den ökologisch und kulturhistorisch bedeutendsten Landschaften Kubas.

Geografie

Der Nationalpark liegt südlich des Cabo Cruz, etwa 150 Kilometer westlich von Santiago de Cuba und in der Nähe der Stadt Niquero. Er befindet sich in einer tektonisch aktiven Zone an der Grenzregion zwischen der Karibischen und der Nordamerikanischen Platte.

Charakteristisch für das Gebiet sind marine Terrassensysteme aus Kalkstein, die bis zu 360 Meter hohe Steilküsten bilden. Dieses geologische Phänomen gilt international als das größte und am besten erhaltene System seiner Art. Zu den markanten Landschaftselementen zählen zudem unterirdische Karströhren, Dolinen sowie Höhlenformationen.[1]

Flora und Fauna

Die Vegetation ist an das aride Küstenklima der Region angepasst. Im Hinterland dominieren Trockenwälder, Strauchformationen und dichte Kakteenbestände. Entlang der Küstenlinie bilden Mangroven wichtige Pufferzonen.[2] Zahlreiche Pflanzenarten sind endemisch und kommen ausschließlich in Südostkuba vor.[2]

Auch die Tierwelt weist eine hohe Biodiversität auf. Neben mehreren Reptilienarten – darunter die endemische Kuba-Schlankboa (Chilabothrus angulifer) – finden sich zahlreiche Vogelarten wie der Kuba-Amazonenpapagei (Amazona leucocephala) sowie verschiedene endemische Echsen.[3][2][4] Die angrenzenden Küstengewässer beherbergen artenreiche Korallenriffe und Seegraswiesen, die bedeutende Lebensräume für zahlreiche Fisch- und Wirbellosenarten darstellen.[1]

Geschichte

Am 2. Dezember 1956 landeten Fidel Castro, Raúl Castro, Camilo Cienfuegos, Juan Almeida Bosque, Che Guevara und weitere Revolutionäre mit der Yacht Granma auf dem Küstenabschnitt bei Las Coloradas. Dieses Ereignis markierte den Beginn der Kubanischen Revolution und gab dem Nationalpark seinen Namen „Desembarco del Granma“ („Landung der Granma“).

UNESCO-Welterbe und Tourismus

Der Nationalpark wurde 1999 unter der Nummer 889 als Weltnaturerbe aufgenommen. Als ausschlaggebend galten die weltweit einzigarten Küsten- und Karstformationen sowie die Vielfalt an endemischen Arten. Die UNESCO bewertet den Park als ein herausragendes Naturbeispiel von globaler geologischer und ökologischer Bedeutung.[1]

Für Besucher ist der Park touristisch erschlossen. Am Haupteingang bei Las Coloradas, rund 20 Kilometer südlich von Niquero, befindet sich ein kleines Museum mit Informationsangeboten zum Schutzgebiet, inklusive eines Nachbaus der Yacht Granma.[2] Mehrere Wanderwege führen durch Trockenwälder und entlang der Steilküsten zu Aussichtspunkten, Höhlen und historischen Stätten. Zudem werden Führungen zur Landestelle der Revolutionäre angeboten.[3]

Commons: Parque Nacional Desembarco del Granma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
  2. a b c d Desembarco Del Granma National Park. In: World Heritage Datasheet. UNEP-WCMC, Mai 2011, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  3. a b Desembarco del Granma National Park. National Parks Association, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  4. Desembarco del Granma National Park - Nomination File. (PDF; 7,1 MB) UNESCO World Heritage Centre, S. 3, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).