Nationalist Congress Party
| Nationalist Congress Party Nationalistische Kongresspartei | |
|---|---|
| Präsident | Ajit Pawar |
| Gründung | 10. Juni 1999 |
| Entstehung | Abspaltung von: Indischer Nationalkongress |
| Hauptsitz | Bishmabhar Marg 10, 110001 Neu-Delhi |
| Ausrichtung | Progressivismus, Nationalismus, Föderalismus, Säkularismus |
| Jugendorganisation | Nationalist Youth Congress |
| Sitze Lok Sabha | 1 / 543 (0,2 %) |
| Sitze Rajya Sabha | 2 / 245 (0,8 %) |
| Sitze Landesparlamente | 51 / 4036 (1,3 %) |
| Hauptminister | 3 / 31 (9,7 %) |
| Parteiflagge | |
| Website | ncp.org.in |
Die Nationalist Congress Party (NCP) (Hindi: राष्ट्रवादी कॉँग्रेस पक्ष, rāṣṭrabādī kȏṅgres pakṣa) ist eine Partei in Indien. Sie entstand 1999 als Abspaltung der Kongresspartei und hat ihren Schwerpunkt im Bundesstaat Maharashtra.
Geschichte
Die Nationalist Congress Party wurde am 12. Mai 1999 durch Sharad Pawar, Purno Agitok Sangma und Tariq Anwar gegründet. Die drei hatten als Mitglieder der Kongresspartei gegen die Wahl der gebürtigen Italienerin Sonia Gandhi zur Parteiführerin opponiert. Infolgedessen wurden sie am 20. Mai 1999 aus der Kongresspartei ausgeschlossen und gründeten daraufhin eine neue Partei.[1][2] Zum Zeitpunkt der Gründung ging auch der Indian Congress (Socialist) – Sarat Chandra Sinha (ICS(SCS)), eine 1984 entstandene Abspaltung des Indian Congress (Socialist), in der neugegründeten Partei auf. Sangma verließ die NCP jedoch 2004 aufgrund von Differenzen mit Sharad Pawar und aus Opposition gegen die von diesem vertretene enge Allianz der NCP mit der Kongresspartei und verbündete sich mit dem All India Trinamool Congress, einer anderen Abspaltung der Kongresspartei in Westbengalen. Später wurde er jedoch wieder in der NCP als deren Generalsekretär aktiv.
Die NCP versteht sich selbst als eine Partei, die nach eigenem Bekunden für Demokratie, eine säkulare Gesellschaftsordnung in der Tradition Gandhis, soziale Gerechtigkeit und den Föderalismus sowie die nationale Einheit eintritt.[3] Die Partei versteht sich als Alternative zur Kongresspartei und zur hinduistischen Bharatiya Janata Party (BJP).
Die politischen Schwerpunkte der NCP liegen im Bundesstaat Maharashtra. Außer in Maharashtra ist die NCP zumindest zeitweise auch in den Bundesstaaten Arunachal Pradesh, Gujarat, Kerala, Manipur, Meghalaya, Nagaland, Odisha und Uttar Pradesh im Parlament vertreten. Hier spielt sie aber mit ein bis fünf Abgeordneten nur eine untergeordnete Rolle.
Im Jahr 2012 gründete Purno Agitok Sangma, einer der NCP-Gründer, eine eigene Partei, die National People’s Party, die ihren Schwerpunkt vor allem im Bundesstaat Meghalaya hatte. Dadurch gingen der NCP ihre bisherigen Wähleranteile in Meghalaya größtenteils verloren. Sangma hatte bereits zwischen 2004 und 2005 mit seinen Anhängern vorübergehend die NCP verlassen.
Zwischen 2004 und 2014 war die NCP Mitglied in dem von der Kongresspartei angeführten Parteienbündnis United Progressive Alliance (UPA). Im Vorfeld der Parlamentswahl in Maharashtra im Oktober 2014 verließ die NCP diese Allianz, da sie sich mit der Kongresspartei nicht auf gemeinsame Wahlkreisabsprachen einigen konnte.[4]
Bei der gesamtindischen Wahl zur Lok Sabha 2009 erhielt die NCP landesweit 8,5 Millionen Stimmen (2,04 Prozent) und gewann (wie auch bei der Wahl 2004) neun Sitze (1,7 Prozent; acht Sitze in Maharashtra, einer in Meghalaya). In der danach gebildeten Koalitionsregierung unter Premierminister Manmohan Singh stellte die NCP zwei Ministerposten. Bei der Wahl zur Lok Sabha 2014 verlor die NCP als Verbündete der Kongresspartei wie diese deutlich an Stimmen und kam auf 1,6 % der Stimmen und sechs Parlamentsmandate (fünf in Maharashtra, eines in Bihar). Seitdem befindet sie sich in der Opposition.
Spaltung der Partei 2023
Im Juli 2023 kam es zur Spaltung der NCP. Die Partei, die zu diesem Zeitpunkt immer noch von Parteigründer Sharad Pawar geführt wurde, befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Opposition im Parlament von Maharashtra. Am 2. Juli 2023 stellte sich Sharad Pawars Neffe Ajit Parwar, der in der NCP ein hohes Parteiamt bekleidete, gegen die offizielle Parteilinie und wechselte in das Lager der Regierungsparteien. Insgesamt wechselten mit ihm etwa 40 der 51 NCP-Abgeordneten von den Oppositionsbänken in das Regierungslager.[5] Ajit Parwar erhielt daraufhin in der Regierung von Chief Minister Eknath Shinde den Posten eines stellvertretenden Chief Ministers. Acht weitere NCP-Dissidenten erhielten Ministerposten.[6] Der anschließende Streit um die Wahlsymbole der Partei und den Namen der Partei entschied die Indische Wahlkommissionen so, dass die von Ajit Parwar geführte (Mehrheits-)Fraktion weiter das alte Parteisymbol und den Parteinamen behalten durfte. Die verbliebene Minderheitsfraktion unter Sharad Pawar erhielt als neues Parteisymbol den „Mann mit Turha“ (einem traditionellen Blasinstrument) und den Namen Nationalist Congress Party (Sharadchandra Pawar) (NCP (SP)). Gegen die Entscheidung der Wahlkommission reichte Sharad Parwar Klage beim Obersten Gericht ein. Die Entscheidung des Obersten Gerichts zögerte sich so lange hin, dass die Ajit-Parwar-Fraktion während des Wahlkampfs bei der indischen Parlamentswahl 2024 und bei der Parlamentswahl in Maharashtra im November 2024 die ihr zugesprochenen alten Symbole der ehemaligen NCP weiter benutzen konnte.[5]
Bisherige Wahlergebnisse
Außer in Maharashtra ist bzw. war die NCP auch mit einigen wenigen Abgeordneten in anderen bundesstaatlichen Parlamenten vertreten.
| Jahr | Wahl | Parlamentssitze |
|---|---|---|
| 1999 | Wahl zur Lok Sabha 1999[8] | 8/543 |
| 1999 | Parlamentswahl in Maharashtra 1999[9] | 58/288 |
| 2004 | Wahl zur Lok Sabha 2004[10] | 9/543 |
| 2004 | Parlamentswahl in Maharashtra 2004[11] | 71/288 |
| 2009 | Wahl zur Lok Sabha 2009[12] | 9/543 |
| 2009 | Parlamentswahl in Maharashtra 2009[13] | 62/288 |
| 2014 | Wahl zur Lok Sabha 2014 | 6/543 |
| 2014 | Parlamentswahl in Maharashtra 2014 | 41/288 |
| 2019 | Wahl zur Lok Sabha 2019 | 5/543 |
| 2019 | Parlamentswahl in Maharashtra 2019 | 54/288 |
| 2024 | Wahl zur Lok Sabha 2024 | 5/543 |
| 2024 | Parlamentswahl in Maharashtra 2024 | 41/288 |
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Syed Firdaus Ashraf: Knwo the NCP. rediff.com, 15. April 2004, abgerufen am 17. August 2014.
- ↑ Sangma meets Sonia, first time in a decade The Times of India, 2. Juni 2009.
- ↑ "Our ideology is of a holistic democracy anchored on Gandhian secularism, equity, social justice and federalism based National Unity." nach ncp.org.in
- ↑ P Vaidyanathan Iyer: Congress never bothered about UPA partners, says Praful Patel. The Indian Express, 5. November 2014, abgerufen am 18. Mai 2015 (englisch).
- ↑ a b Vineet Bhalla: How the Supreme Court favoured Ajit Pawar-led NCP, while appearing to pull it up. In: Scroll.in. 14. November 2024, abgerufen am 28. September 2015 (englisch).
- ↑ Ajit Pawar joins NDA govt, takes oath as deputy CM of Maharashtra. In: The Economic Times. 2. Juli 2023, abgerufen am 28. September 2015 (englisch).
- ↑ Statistical Report. Election Commission of India, abgerufen am 28. September 2025 (englisch, Ergebnisse von Maharashtra unter "General Election to Sate Assembly" und Ergebnisse für ganz Indien unter "General Election to Loksabha"; Webseite ist wohl nur über VPN aufrufbar).
- ↑ Statistical Report on General Election, 1999 to the 13th Lok Sabha. (PDF) Election Commission of India, abgerufen am 5. April 2014 (englisch).
- ↑ Statistical Report on General Election, 1999 to the Legislative Assembly of Maharashtra. (PDF) Election Commission of India, abgerufen am 5. April 2014 (englisch).
- ↑ Statistical Report on General Election, 2004 to the 14th Lok Sabha. (PDF) Election Commission of India, abgerufen am 5. April 2014 (englisch).
- ↑ Statistical Report on General Election, 2004 to the Legislative Assembly of Maharashtra. (PDF) Election Commission of India, abgerufen am 5. April 2014 (englisch).
- ↑ General Elections 2009. Press Information Bureau, Government of India, abgerufen am 5. April 2014 (englisch).
- ↑ Statistical Report on General Election, 2009 to the Legislative Assembly of Maharashtra. (PDF) Press Information Bureau, Government of India, abgerufen am 5. April 2014 (englisch).