Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial

Das Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial (kurz INTA, zu deutsch: Nationales Institut für Luft- und Raumfahrttechnik) ist die spanische Weltraumorganisation. Sie untersteht dem spanischen Verteidigungsministerium, ist aber sowohl für die zivile wie auch die militärische Forschung und Entwicklung in der Luftfahrt zuständig sowie als Zertifizierungsstelle für die Sicherheit von Verkehrsfahrzeugen.[1]

Geschichte

INTA wurde im Mai 1942 gegründet, wobei das A für Aeronáutica stand. Der Hauptsitz befand sich in Torrejón de Ardoz, nahe Madrid. Spanien versuchte damals, trotz seiner bis 1953 (Pactos de Madrid) anhaltenden internationalen Isolation nach dem Spanischen Bürgerkrieg, wieder eine Luftfahrtindustrie aufzubauen.[2]

Projekte

Neben Forschung ist INTA auch für die Zertifizierung und Erprobung von Materialien, Komponenten und Systemen der Luft- und Raumfahrttechnik zuständig. INTA beschäftigt 1.200 Mitarbeiter, das Budget beläuft sich auf rund 100 Millionen Euro und stammt sowohl aus öffentlichen Geldern als auch aus Einnahmen aus der Industrie.

INTA ist zu 100 % Eigentümer des Raumfahrttechnikkonzerns INSA und hält Anteile an Hispasat (16,4 %), Hisdesat (37,6 %) und XTAR (16,3 %).

INTA entwickelte den ersten Satelliten unter dem Namen Intasat und startete ihn von der Vandenberg Air Force Base im Jahr 1974 mit einer Delta-Trägerrakete.

Der Minisat 01 wurde am 21. April 1997 vom Luftwaffenstützpunkt Gran Canaria (Flughafen Gran Canaria) aus gestartet und ist der erste Satellit der ausschließlich in Spanien hergestellt worden war. In den ersten vier Jahren flog er 21.000 mal um die Erde und legte dabei rund 700 Mio. Kilometer zurück. Der 200 Kilogramm schwere Minisat ist etwa so groß wie eine Kleiderkommode und vielfältig einsetzbar. Nachdem der Satellit 2001 noch voll einsatzfähig war, wurde seine Mission um weitere zwei Jahre verlängert.

Die Höhenforschungsrakete INTA-255 wurde dreimal zwischen 1969 und 1970 vom Startplatz El Arenosillo aus gestartet, die INTA-300 sechsmal zwischen 1974 und 1994.

Unter der Kurzbezeichnung SIVA entwickelte INTA ein unbemanntes Luftfahrzeug. Vier SIVA wurden 2006 zu Testzwecken an das spanische Heer übergeben.[3]

Standorte

Commons: Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vehicle Safety and Certification (Memento vom 10. März 2016 im Internet Archive). INTA (PDF; 7 MB)
  2. Clair Juilliet, Jean-Marc Olivier: De Blériot à Airbus : Une histoire des industries aéronautiques européennes, 1910–2024. Éditions Armand Colin, Malakoff 2025, ISBN 978-2-200-62996-0, S. 165 f.
  3. Introducción. (PDF; 0,4 MB) In: INTA.es. Archiviert vom Original am 26. Juni 2012; abgerufen am 14. Juni 2013 (spanisch).