National Museum of Health and Medicine
| Daten | |
|---|---|
| Ort | 2500 Linden Lane, Silver Spring, Maryland |
| Art |
Medizinmuseum
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| Eröffnung | 1862 |
| Website | |
Das National Museum of Health and Medicine (NMHM) ist ein Medizinmuseum in Silver Spring, Maryland, in der Nähe von Washington, D.C. Es wurde 1862 von William A. Hammond, dem Generalarzt der US-Armee, als Army Medical Museum (AMM) gegründet. 1989 wurde es umbenannt und zog 2012 an seinen heutigen Standort um.
Geschichte
Das Army Medical Museum wurde während des Amerikanischen Bürgerkriegs im Jahr 1862 gegründet. Es war am Anfang als Sammelstelle für medizinische Forschungsobjekte, hauptsächlich für Gewebeproben und Projektilreste von Kriegsverletzten. Unter der Leitung des ersten Kurators John H. Brinton wurden zahlreiche Forschungsobjekte von den Schlachtfeldern gesammelt. Die daraus gewonnenen Forschungsergebnisse wurden später in sechs Fachbüchern (Medical and Surgical History of the War of the Rebellion) von 1870 bis 1883 veröffentlicht.[1][2]
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert half das Museum bei der medizinischen Forschung. Es entwickelte frühe Verfahren der Fotomikroskopie, baute eine medizinische Bibliothek auf, die die Grundlage der späteren National Library of Medicine wurde, und trug zur Erforschung von Infektionskrankheiten und Impfstoffen, etwa gegen Typhus, bei. Während des Ersten Weltkriegs engagierten sich die Mitarbeiter für Aufklärung von Geschlechtskrankheiten.[1]
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Fokus mehr auf die Pathologie gelegt. 1946 trat das Museum dem Army Institute of Pathology bei, das 1949 Teil des Armed Forces Institute of Pathology (AFIP) überging. Das Museum erhielt im Laufe der Jahre verschiedene Namen und wurde 1989 zum National Museum of Health and Medicine (NMHM) benannt.[1]
Nach mehreren Standortwechseln zog das Museum 2011 aufgrund der Schließung des Walter Reed Army Medical Center in ein neues Gebäude auf dem Gelände U.S. Army Garrison Forest Glen in Silver Spring in Maryland. Die Wiedereröffnung fand am 14. Mai 2012 statt. Seit dem 1. Oktober 2015 gehört das NMHM zur Defense Health Agency.[3][4][5]
Sammlung und Ausstellungen
Das National Museum of Health and Medicine hat rund 25 Millionen Exponate, darunter über 5.000 Skelette, 8.000 konservierte Organe, 12.000 medizinische Geräte sowie Archive zu Neuroanatomie, Entwicklungsanatomie und Medizingeschichte. Die bekanntesten Exponate sind Stücke im Zusammenhang mit der Erschießung Abraham Lincolns, darunter die Kugel aus der Deringer-Pistole und Haar- und Schädelreste. Auch Teile der Wirbelsäule des Attentäters John Wilkes Booth sind ausgestellt.
Die Sammlungen gliedern sich in mehrere Hauptbereiche:
- Historische Sammlung: medizinischer Geräte seit dem 19. Jahrhundert, darunter Mikroskope, chirurgische Instrumente und anatomische Modelle[6]
- Anatomische Sammlung: Mehrere tausend Skelette und konservierte Organe[7]
- Otis Historical Archives: Fotografien, Illustrationen und Dokumente zur Medizingeschichte seit dem Bürgerkrieg[8]
- Human Developmental Anatomy Center: Größte Sammlung embryologischen Materials in den USA mit 3D-Rekonstruktionen[9]
- Neuroanatomische Sammlung: Materialien zur menschlichen und tierischen Neuroanatomie[10]
Zu den Dauerausstellungen zählen unter anderem Anatomy and Pathology, Advances in Military Medicine und Abraham Lincoln: The Final Casualty of the War, die die Entwicklung der Militärmedizin, pathologische Forschung und Lincolns letzte Stunden beleuchten.
Das Museum bietet auch Führungen, Vorträge und Bildungsseminare zu medizinischen, wissenschaftlichen und historischen Themen an.[11]
Lage
Das Museum befindet sich in der Linden Lane 2500 in Silver Spring, Maryland, USA, etwa 1,6 Kilometer außerhalb von Washington, D.C. Der Eintritt in das Museum ist kostenlos.[12]
Weblinks
- Offizielle Website (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b c National Museum of Health and Medicine (NMHM): History. Abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ National Museum of Health and Medicine (NMHM): News. Abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ National Mall running out of space Federal planners want no more museumsin the 2-mile strip. In: tribunedigital-baltimoresun. (baltimoresun.com [abgerufen am 11. November 2025]).
- ↑ PUSH IS ON FOR NEW MEDICAL MUSEUM AS OLD COLLECTION IS MODERNIZED. In: The Washington Post. 16. Dezember 1997, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 11. November 2025]).
- ↑ NMHM 150th_anniversary_grand_opening_open_house news: National Medical Museum to Host 150th Anniversary Grand Opening Open House at New Building in Silver Spring. Abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ National Museum of Health and Medicine (NMHM): Historical Collections: History. Archiviert vom am 6. Oktober 2022; abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ National Museum of Health and Medicine (NMHM): Anatomical Collections. Archiviert vom am 1. August 2019; abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ National Museum of Health and Medicine (NMHM): Otis Historical Archives: Image Reproductions. Archiviert vom am 23. April 2023; abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ National Museum of Health and Medicine (NMHM): Human Developmental Anatomy Center. Archiviert vom am 22. April 2023; abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ National Museum of Health and Medicine (NMHM): Neuroanatomical Collections. Archiviert vom am 23. April 2023; abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ Review | The National Museum of Health and Medicine is a fascinating nightmare. In: The Washington Post. 17. Januar 2019, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 11. November 2025]).
- ↑ National Museum of Health and Medicine (NMHM): Visit. Abgerufen am 11. November 2025.