Nastassja Kinnunen

Nastassja Kinnunen
Voller Name Nastassja Wiktarauna Kinnunen
Nation Belarus Belarus (bis 2018)
Finnland Finnland
Geburtstag 14. März 1985 (40 Jahre)
Geburtsort HaradokWeißrussische SSR,
Sowjetunion Sowjetunion
Größe 171 cm
Gewicht 63 kg
Beruf Sportlehrerin, Trainerin
Karriere
Disziplin Skilanglauf
Biathlon
Verein Kontiolahden Urheilijat
Trainer Erik Kulstad
Aku Moilanen
Status aktiv
Karriereende 18. März 2023
Medaillenspiegel
SWM-Medaillen 0 × 0 × 1 ×
 Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften
Bronze 2022 Ruhpolding Supersprint
Skilanglauf

Debüt im Weltcup 28. Oktober 2007
Weltcup-Gesamtwertung 123. (2009/10)
Debüt im Continental-Cup 20. Dezember 2007
Eastern-Europe-Cup-Gesamtwertung 046. (2007/08)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Eastern-Europe-Cup-Einzelrennen 0 1 0
Biathlon

Debüt im Weltcup 10. Dezember 2010
Gesamtweltcup 32. (2011/12)
Einzelweltcup 27. (2015/16)
Sprintweltcup 27. (2011/12)
Verfolgungsweltcup 45. (2014/15)
Massenstartweltcup 30. (2011/12)
Debüt im IBU-Cup 27. November 2010
Gesamt-IBU-Cup 70. (2015/16)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Staffel 0 2 1
letzte Änderung: Karriereende

Nastassja Wiktarauna Kinnunen, geb. Dubaresawa (belarussisch Настасься Віктараўна Кінунэн (Дубарэзава), russisch Анастасия Викторовна Киннунен (Дуборезова)/Anastassija Wiktorowna Kinnunen (Duboresowa); englisch Nastassia Kinnunen, geb. Dubarezava; * 14. März 1985 in Haradok, Wizebskaja Woblasz, Weißrussische SSR, Sowjetunion) ist eine ehemalige belarussische Biathletin und Skilangläuferin, die ab 2020 für Finnland antrat. Sie erreichte drei Podestplätze mit der Staffel im Biathlon-Weltcup und nahm an drei Olympischen Spielen teil.

Werdegang

Erste Olympiateilnahme im Skilanglauf (bis 2010)

Nastassja Kinnunen war zunächst als Langläuferin aktiv. Hier debütierte sie international 2005 bei den Juniorenweltmeisterschaften in Rovaniemi und belegte dort die Ränge 51 in der Doppelverfolgung und 37 über 5 Kilometer Freistil. Es dauerte bis Oktober 2007, dass weitere Rennen folgten. Das erste Weltcuprennen bestritt sie in Düsseldorf bei einem Teamsprintrennen, das sie an der Seite Wiktoryia Lapazinas als 23. beendete. Weitere Einsätze im Weltcup erfolgten sporadisch, meist startete die Belarussin in unterklassigen Rennen, etwa im Eastern Europe Cup, im Alpencup oder in FIS-Rennen. Im Eastern Europe Cup kam dabei im Januar 2008 in Charkiw ein zweiter Platz im Sprint zustande. Erstes Großereignis wurden die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2009 in Liberec. Kinnunen wurde über 10 Kilometer Klassisch 60., in der Verfolgung 54., über 30 Kilometer Freistil 30. und 60. im Freistilsprint. Bei der Tour de Ski 2009/10 erreichte sie im Val di Fiemme bei einem 10-Kilometer-Klassikrennen als 28. erstmals ein Ergebnis in den Punkten im Weltcup. Es folgte die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver. Kinnunen kam in vier Wettkämpfen zum Einsatz, verpasste in den Einzelrennen die Top-40 und wurde mit Alena Sannikawa, Wolha Wassiljonak und Kazjaryna Rudakowa Zehnte im Staffelrennen.

Wechsel zum Biathlon und Staffelpodeste (2010 bis 2018)

Zur Saison 2010/11 wechselte Kinnunen vom Skilanglauf zum Biathlon. In Beitostølen gab sie zum Saisonauftakt ihr Debüt im IBU-Cup, wo sie zunächst 40. und 26. in Sprintrennen wurde und damit erste Punkte gewann. Eine Woche später folgte das Weltcupdebüt in Östersund. Als 55. des Sprints qualifizierte sie sich sofort für das Verfolgungsrennen, bei dem sie 49. wurde. Am Holmenkollen in Oslo gewann sie als 40. eines Sprints erstmals einen Weltcuppunkt. In der folgenden Saison verbesserte die Belarussin in Östersund bei einem Verfolgungsrennen ihre Bestleistung auf einen 33. Platz. Eine Woche später wurde sie in Hochfilzen auch erstmals in der Staffel eingesetzt und wurde gemeinsam mit Ljudmila Kalintschyk, Nadseja Skardsina und Darja Domratschawa Fünfte. Zudem verbesserte sie ihre persönliche Bestleistung nochmals deutlich bis auf den zehnten Rang im Sprint und erreichte damit erstmals eine Top-Ten-Platzierung. Ein großer Erfolg gelang der 26-Jährigen in Antholz, als sie mit den oben genannten Athletinnen Rang zwei erreichte und sich Schlussläuferin Domratschawa um weniger als drei Sekunden der Französin Marie Dorin-Habert geschlagen geben musste. Auch nahm sie erstmals an Biathlon-Weltmeisterschaften teil, belegte im Einzel Platz 29 und verpasste als Vierte mit der Frauenstaffel um gut zwei Sekunden eine Medaille.

Ihre bis zum Karriereende beste Weltcupplatzierung verwirklichte Kinnunen im ersten Sprintrennen des Kalenderjahres 2012 mit einem sechsten Rang in Oberhof. Aus diesem Jahr stammt auch mit Platz 30 ihre beste Massenstart- und mit Platz 32 ihre beste Gesamtweltcupplatzierung. An diesen Wert konnte sie in den folgenden Jahren allerdings nicht mehr anknüpfen. 2014 nahm die Belarussin an den Olympischen Spielen in Sotschi teil und belegte Rang 33 im Sprint. In der Saison 2014/15 fuhr sie mit der Damenstaffel zweimal auf das Podest, in Hochfilzen fehlten dabei auf die siegreiche deutsche Mannschaft etwa 20 Sekunden. Bei den Weltmeisterschaften im selben Jahr verfehlte sie mit Platz elf im Sprint knapp die Top 10. In der Saison 2016/17 war sie nur noch viermal im Weltcup am Start und verpasste dabei die Punkteränge. Mit dem Finnen Ari Kinnunen, den sie im September 2016 heiratete und dessen Nachnamen sie annahm[1], bekam Nastassja Dubaresawa 2017 eine Tochter und begab sich, nachdem sie im Januar 2018 noch einmal zwei IBU-Cup-Rennen gelaufen war, in eine Wettkampfpause.

Dritte Olympische Spiele und erste internationale Medaille (2021 bis 2023)

Im Dezember 2020 bestand Kinnunen den finnischen Einbürgerungstest, nachdem sie dort schon seit dem Jahr ihrer Hochzeit gelebt hatte[2], und repräsentierte damit ab Beginn der Saison 2020/21 den finnischen Biathlonverband. Ihren ersten Einsatz für den neuen Verband hatte sie im IBU-Cup am Arber und wurde dort im Sprint 28. Ihr erstes Rennen auf Weltcupebene für Finnland bestritt sie bei den Weltmeisterschaften 2021 auf der Pokljuka-Hochebene, wo sie auch vier Jahre zuvor ihr bis dahin letztes Weltcuprennen bestritten hatte, und belegte Platz 80 im Sprint. Vier Tage später wurde Kinnunen das erste Mal in einer finnischen Staffel eingesetzt und wurde an der Seite von Suvi Minkkinen, Erika Jänkä und Routinier Mari Eder 14. In der Folge nahm sie auch noch an den Weltcups in Nové Město na Moravě und Östersund teil, kam aber nicht in die Punkteränge. In der folgenden Olympiasaison 2021/22 nahm Kinnunen durchgängig am Weltcup teil, das erste Mal seit dem Winter 2014/15. Nach eher schwachem Saisonstart überraschte sie dabei in Antholz mit dem 18. Platz im Einzel und wurde daraufhin für ihre dritten Olympischen Spiele nominiert. Dort bestritt sie Sprint, Verfolgung und Damenstaffel, verpasste vordere Platzierungen aber klar und wurde mit der Staffel sogar überrundet. Im letzten Sprintrennen der Saison am Holmenkollen lief Kinnunen mit einem 21. Platz noch einmal in die Punkteränge und war mit einem Platz vor ihrer Teamkollegin Eder beste Finnin.

Im August 2022 gewann Kinnunen im Alter von 37 Jahren ihre erste Medaille bei einem IBU-Wettkampf, als sie im Rahmen der Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften in Ruhpolding im Supersprint hinter den beiden Italienerinnen Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi den dritten Rang erreichte.[3] Auch in die Saison 2022/23 startete sie mit einem 15. Platz im Einzel von Kontiolahti stark und erreichte am gleichen Ort mit Platz sieben ihr persönlich bestes Staffelergebnis seit fast acht Jahren. Nach durchschnittlichen Ergebnissen zeigte die Finnin im dritten Trimester wieder ihr Können, belegte in Nové Město Rang 20 im Sprint und Position zehn im Staffelrennen. Wenig später gab Kinnunen bekannt, mit Ende der Saison ihre Karriere als Leistungssportlerin beenden zu wollen. Ihren letzten Wettkampf bestritt die mittlerweile 38-Jährige mit dem Sprint in Oslo und stieß als 19. noch einmal deutlich in die Punkteränge vor.

Nach ihrem Karriereende schloss Kinnunen eine Trainerausbildung ab und arbeitet mittlerweile als Sportlehrerin sowie Cheftrainerin der finnischen U-19-Mannschaft.[4] Da der finnische Biathlonverband eine Kooperation mit dem australischen Verband eingeht, ist sie seit Sommer 2025 außerdem Teil des Trainerstabs der dortigen Nationalmannschaft.[5]

Statistiken

Weltcupplatzierungen (Skilanglauf)

Die Tabelle zeigt die erreichten Platzierungen im Einzelnen.

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Hinweis: Bei den Distanzrennen erfolgt die Einordnung gemäß FIS.
Platzierung Distanzrennen a Skiathlon
Verfolgung
Sprint Etappen-
rennen b
Gesamt Team
≤ 5 km ≤ 10 km ≤ 15 km ≤ 30 km > 30 km Sprint Staffel
1. Platz  
2. Platz  
3. Platz  
Top 10  
Punkteränge 1 1 2 1 2
Starts 2 3 5 1 7 1 19 1 2
a 
inkl. Individualstarts und Massenstarts gemäß FIS-Einordnung
b 
Gesamtes Rennen, nicht Einzeletappen, z. B. Tour de Ski, Nordic Opening, Saison-Finale


Weltcupplatzierungen (Biathlon)

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixed- und Single-Mixed-Staffeln
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz  
2. Platz 2 2
3. Platz 1 1
Top 10 3 1 22 26
Punkteränge 7 28 17 3 37 92
Starts 20 72 40 3 37 172

Weltcupwertungen

Ergebnisse bei Skilanglauf-Weltcups (Disziplinen- und Gesamtweltcup) gemäß Punktesystem:

Saison Sprint Distanz Gesamt
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2009/10 95. 3 123. 3

Ergebnisse bei Biathlon-Weltcups (Disziplinen- und Gesamtweltcup) gemäß Punktesystem:

Saison Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Gesamt
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2010/11 84. 2 95. 2
2011/12 35. 29 27. 128 46. 38 30. 47 32. 242
2012/13 44. 57 57. 22 55. 79
2013/14 55. 40 58. 27 58. 67
2014/15 51. 12 48 68 45. 38 43. 12 49. 130
2015/16 27. 36 44. 62 71. 11 50. 109
2021/22 32. 23 68. 20 63. 43
2022/23 36. 26 44. 49 64. 5 53. 80

Olympische Winterspiele

Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:

Jahr und Ort Wettbewerb
10 km Skiathlon 30 km Sprint Staffel Teamsprint
2010 Vancouver 53. 44. 42. 10.
Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Frauenstaffel Mixedstaffel
Olympische Winterspiele 2014 | Russland Sotschi 33. 55. 9.
Olympische Winterspiele 2022 | China Volksrepublik Peking 51. 75. 16.

Nordische Skiweltmeisterschaften

Ergebnisse bei Nordischen Skiweltmeisterschaften:

Jahr und Ort Wettbewerb
10 km Skiathlon 30 km Sprint Staffel Teamsprint
2009 Liberec 60. 54. 40. 60.

Biathlon-Weltmeisterschaften

Ergebnisse bei Biathlon-Weltmeisterschaften:

Weltmeisterschaften Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Jahr Ort Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Frauenstaffel Mixedstaffel S.-M.-Staffel
2012 Deutschland Ruhpolding 29. 35. 33. 4. nicht
ausgetragen
2013 Tschechien Nové Město DNF 28. 48. 7.
2015 Finnland Kontiolahti 68. 11. 32. 25.
2016 Norwegen Oslo 34. 23. 52. 18.
2021 Slowenien Pokljuka 80. 14.
2023 Deutschland Oberhof 60. 61. 13.
Commons: Nastassja Kinnunen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. З'явілася вясельнае фота біятланісткі Дубарэзавай ў нацыянальным строі auf euroradio.fm, 15. September 2016, abgerufen am 8. Dezember 2016 (belarussisch).
  2. Nastassia löysi harjoitusleiriltä Suomesta rakkauden, sai lapsen ja kansalaisuuden – ampumahiihdon maajoukkueelle kova vahvistus auf iltalehti.fi, 19. Dezember 2020, abgerufen am 25. März 2022 (finnisch).
  3. Ergebnisse Ruhpolding Frauen Super-Sprint auf xc-ski.de, 26. August 2022, abgerufen am 8. September 2022.
  4. Nastassia Kinnunen: The Interview! auf biathlon23.wordpress.com, 3. September 2025, abgerufen am 6. Januar 2026.
  5. Biathlon Australia Welcomes Nastassia Kinnunen ‘Ana' to Australia this winter. auf biathlonaustralia.com.au, 11. Juni 2025, abgerufen am 6. Januar 2026.