Nant d’Avril

Nant d’Avril

Unterlauf bei Satigny

Daten
Lage Kanton Genf, Schweiz
Flusssystem Rhone
Quelle Sumpf von Mategnin
Mündung RhoneKoordinaten: 46° 11′ 49″ N, 6° 2′ 35″ O; CH1903: 492273 / 117125
46° 11′ 49″ N, 6° 2′ 35″ O

Länge 5,6 km
Einzugsgebiet 16,85 km²
Gemeinden Meyrin, Satigny

Der Nant d’Avril ist ein rechter Nebenfluss der Rhone im Schweizer Kanton Genf.

Geographie

Verlauf

Der Nant d’Avril entspringt an der französisch-schweizerischen Grenze in der Gemeinde Meyrin und fliesst dort circa 500 Meter frei der Grenzlinie entlang. Daraufhin verläuft der Fluss unweit des CERN über drei Kilometer unterirdisch, wobei der nahegelegene Lac des Vernes als Regenrückhaltebecken fungiert. In der Gemeinde Satigny kommt er wieder an die Oberfläche und verläuft natürlich über zwei Kilometer, bevor er beim Bras de Peney von Norden in die Rhone mündet.[1]

Mehrere Gebäude im Umfeld des Flusses sind nach ihm benannt, so ein Restaurant, eine Seniorenresidenz und eine Strasse.

Flora und Fauna

Das Flussgebiet beherbergt verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Die Sümpfe im Quellgebiet sind die Heimat verschiedener Libellen, Spinnen und Heuschrecken, die teilweise in der Region sehr selten sind. Im Verlauf des Flusses finden sich viele Amphibienarten, unter anderem Feuersalamander im umliegenden Wald. Mauereidechsen und Ringelnattern sind in der Gegend heimisch, seltener auch Vipern.[1]

An der Mündung finden sich seltene Vipernattern sowie die einzigen Fischarten des Nant d’Avril, die von der Rhone flussaufwärts schwimmen.

Auch wenn der Fluss kaum seltene Flora aufweist, finden sich borstige Schuppensimsen und Forster-Hainsimsen in der Umgebung.[1]

Geschichte

Mit der Urbanisierung des Geländes rund um den Nant d’Avril im 19. Jahrhundert wurde der Verlauf des Flusses teilweise verändert. Von 1921 bis 1945 wurden die Sümpfe grösstenteils ausgetrocknet, dazu kam es mit den Bau der Barrage de Verbois zu einer Neugestaltung der Mündung. 1955 wurde der Fluss in Meyrin kanalisiert um Überschwemmungen zu verhindern, wobei der Prozess bis 1967 weiter entlang des Flusses geführt wurde. Im selben Jahr wurde dem CERN erlaubt, Abwasser in die Nant d’Avril zu lassen.[2]

1963 wurde eine Wasseraufbereitungsanlage am Fluss gebaut, die 1982 erweitert und renoviert wurde. Nachdem 2003 ein weiterer Ausbau geplant war, gründeten Einwohner einen Verband, um dies zu verhindern.[3]

Mit der Anlegung des Lac des Vernes startete die Stadt Meyrin 2007 ein Projekt zur Sanierung der Sammelkanäle. Dieses teilte die Kanäle in zwei Netze auf, wobei eines für Abwasser und eines für Regenwasser fungiert. Letzteres wurde später mit dem Lac des Vernes verbunden.

Commons: Nant d'Avril – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Le Nant d’AvrilFiche-rivière no 11 Le Nant d’Avril. Abgerufen am 21. September 2025.
  2. CERNenviro.ch – Le CERN et l’Environnement. Archiviert vom Original am 17. Juni 2014; abgerufen am 21. September 2025.
  3. Wayback Machine. Archiviert vom Original am 17. Juli 2007; abgerufen am 21. September 2025.