Nancy H. Kleinbaum
Nancy Horowitz Kleinbaum (* 30. August 1948; † 24. Oktober 2024)[1][2] war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Bekannt wurde sie als Autorin des Romans zum Film Der Club der toten Dichter, den sie 1989 auf der Grundlage des Drehbuchs von Tom Schulman schrieb.
Leben
Nancy Horowitz wuchs als Tochter des Apotheker-Ehepaars Harold und Sylvia Horowitz in Elizabeth (New Jersey) auf. Die Familie war jüdischen Glaubens. Mit 15 Jahren lernte sie Jerry Kleinbaum kennen, den sie 1970 heiratete. Ihr Mann wurde Arzt.
Bereits als Schülerin hatte sich Nancy Horowitz journalistisch engagiert und die Schülerzeitung der Battin High School in Elizabeth herausgegeben. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie an der Medill School of Journalism der Northwestern University in Evanston (Illinois) und wurde anschließend Redakteurin der Melrose Evening News in Melrose (Massachusetts).
Mitte der 1970er Jahre gab sie ihre Arbeitsstelle auf, um sich der Erziehung ihrer drei Kinder zu widmen. Daneben blieb sie jedoch als freie Autorin und Magazinjournalistin tätig. Sie veröffentlichte mehr als ein Dutzend Bücher, vor allem Romanfassungen beliebter Filme und Fernsehsendungen. Ihr Roman zum Film Dead Poets Society wurde besonders in Deutschland als Schullektüre erfolgreich.
Im Jahr 2000 erwarb Kleinbaum einen Master-Abschluss in Amerikanistik von der Columbia University. Zuletzt lebte sie mit ihrem Mann in Bethel (Connecticut).[3]
Veröffentlichungen
- D.A.R.Y.L. (1985, nach einem Drehbuch von David Ambrose, Allan Scott und Jeffrey Ellis)
- Growing Pains (1987)
- Dead Poets Society (1989, nach einem Drehbuch von Tom Schulman); deutsche Übersetzung: Der Club der toten Dichter. Aus dem Amerikanischen von Ekkehart Reinke (Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1990)
- Cop and a Half (1993, nach einem Drehbuch von Arne Olsen)
- Ghost Story (1995, nach einem Drehbuch von Kermit Frazier)
- The Magnificent Seven. The Authorized Story of American Gold (1996)
- Dr. Dolittle (1998, nach Hugh Lofting)
- Doctor Dolittle and his Animal Family (1999, nach Hugh Lofting)
- Doctor Dolittle and Tommy Stubbins (1999, nach Hugh Lofting)
- Doctor Dolittle Meets the Pushmi-Pullyu (1999, nach Hugh Lofting)
- Doctor Dolittle’s Journey (1999, nach Hugh Lofting)
„Der Club der toten Dichter“
Kleinbaums Roman Dead Poets Society ist weniger ein eigenständiges literarisches Werk als eine Art Merchandising-Produkt, das sich den Produktionsverhältnissen Hollywoods verdankt. Dieses Buch, ein movie-tie in, wendet sich an die Zuschauer, die den Eindruck des Films durch eine nachträgliche Lektüre vertiefen oder nochmals evozieren wollen. „Die Wahrnehmung des Romans wird von der Bildersprache des Films gesteuert und ganz allgemein durch Erwartungen, die sich weniger aus Erfahrungen mit Literatur als vielmehr mit dem Kino speisen.“[4]
Literatur
- Angelika Krüger-Kahloula: Recycling Dead Poets: An English Unit for The Upper Grades. In: Der Fremdsprachliche Unterricht. Heft 8, Ausgabe 4/1992.
- Stefan Munaretto: Erläuterungen zu Nancy H. Kleinbaum, Peter Weir, Der Club der toten Dichter (Dead Poets Society). Bange Verlag, Hollfeld 2005 (Königs Erläuterungen und Materialien, Band 431). ISBN 3-8044-1817-1
- André Brandenburg: N.H. Kleinbaum, Der Club der toten Dichter (Dead Poets Society). Anregungen zum produktionsorientierten Lesen. Beyer Verlag, Hollfeld 1998, ISBN 3-88805-518-0
Einzelnachweise
- ↑ Nancy Horowitz Kleinbaum. In: legacy.com. Abgerufen am 4. November 2025.
- ↑ Nancy Kleinbaum Obituary. In: dignitymemorial.com. Abgerufen am 4. November 2025 (englisch).
- ↑ Biografische Informationen nach: Nancy Horowitz Kleinbaum. In: legacy.com. Abgerufen am 4. November 2025.
- ↑ Stefan Munaretto: Erläuterungen zu Nancy H. Kleinbaum, Peter Weir, Der Club der toten Dichter (Dead Poets Society). Bange Verlag, Hollfeld 2005 (Königs Erläuterungen und Materialien, Band 431), ISBN 978-3-8044-1817-2