Nadin Heé
Nadin Heé ist eine Schweizer Historikerin und Professorin für die Geschichte des modernen Japans in globaler Perspektive an der Universität Leipzig.
Karriere
Heé studierte von 1997 bis 2004 Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Japanologie und Kunstgeschichte Ostasiens an der Universität Zürich und der Dōshisha-Universität in Kyoto. Seit 2005 war sie für ein Jahr Stipendiatin am Deutschen Institut für Japanstudien, eingeschrieben an der Tokyo Universität in Tokyo und zeitgleich leitete sie das Forschungsprojekt „Surimono“ am Museum Rietberg Zürich und dem Museum für Gestaltung Zürich. Bis 2009 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freie Universität Berlin, wo sie ihre Dissertation zu Taiwan unter japanischer Kolonialherrschaft schrieb.[1][2] Diese wurde 2013 mit dem JaDe-Preis ausgezeichnet. Von 2011 an leitete sie mit Professor Sebastian Conrad in der Globalgeschichte an der Freien Universität Berlin das Projekt Korea and East Asia in Global History. Im Wintersemester 2013/14 hielt sie eine Gastprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin.[3] Von 2015 bis 2021 arbeitete sie als Juniorprofessorin für Globale Wissensgeschichte am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und an der Freien Universität Berlin.[4] Danach war sie bis März 2024 Professorin an der Universität Osaka. Seit April 2024 ist sie Professorin für Globalgeschichte des Modernen Japans an der Universität Leipzig. Mit Daniel Hedinger leitet sie das Zentrum für transimperiale Geschichte.[5][6] Seit Oktober 2025 ist sie Direktorin des Leipzig Research Centre Global Dynamics in der Nachfolge von Matthias Middell.
Ihre Forschungsschwerpunkte sind Japan als Kolonialmacht in Pazifik und imperiale japanische Kontexte aus wissens- umweltgeschichtlicher Perspektive. Sie legt einen starken Fokus auf Japan als Inselwelt, die in eine politische Ökologie des Pazifiks eingebunden ist.[6]
Werke
Monografien
- Imperiales Wissen und koloniale Gewalt. Japans Herrschaft in Taiwan 1895-1945. Campus. Frankfurt am Main 2012.
Herausgeberschaften
- Mit Stefan Huebner, Ian J. Miller, William Tsutsui: Oceanic Japan. The Archipelago in Pacific and Global History. Hawaií University Press, 2024.
- Mit John Carpenter: Surimono: Die Kunst der Anspielung in japanischen Holzdrucken. Museum Rietberg Zürich. Zürich 2008.
- Mit Sebastian Conrad, Ulrike Schaper: Ordering the Colonial World around the Turn of the 20th Century – Global and Comparative Perspectives. In: Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte und vergleichende Gesellschaftsforschung. Heft 1. 2009.
Aufsätze
- Mit Daniel Hedinger: Transimperial History. Connectivity, Cooperation, and Competition. Journal of Modern European History, 2018.
- Globalizing Japanese Tuna fisheries. Oceanic Sovereignty in the Twentieth-Century Transimperial Indo-Pacific. Annales, 2023, S. 271–296.
- Transimperial Opportunities? Transcending the Nation in Imperial Formations. Comparativ, 2021, S. 631–638.
- Negotiating Migratory Tuna. Territorialization of the Oceans, Trans-war Knowledge and Fisheries Diplomacy. Diplomatic History, 44, 3 (2020), S. 413–427.
- Taiwan under Japanese Rule. Showpiece of a Model Colony? Historiographical Tendencies in Narrating Colonialism. History Compass 2014. (doi)
Weblinks
- Profil auf der Website der Universität Leipzig
Einzelnachweise
- ↑ Nadin Heé. Sonderforschungsbereich 700, 30. Juni 2010, abgerufen am 4. Juni 2025 (englisch).
- ↑ Lydia Heller und Azadê Peşmen: Rassendenken Teil 1 - Über die rassistischen Wurzeln von Wissenschaft. In: deutschlandfunk.de. 14. Juni 2020, abgerufen am 4. Juni 2025.
- ↑ Dr. phil. Nadin Heé. Humboldt-Universität zu Berlin, abgerufen am 4. Juni 2025.
- ↑ Prof. Dr. Nadin Heé - Munich Centre for Global History - LMU Munich. Abgerufen am 4. Juni 2025 (englisch).
- ↑ Prof Dr Nadin Heé Universitätsprofessorin Japanologie work Institutsgebäude Schillerstraße 6, Raum S. 30504109 Leipzig Telefon: work 0049 341 97 37157 E.-Mail Schreiben: Prof. Dr. Nadin Heé. Abgerufen am 4. Juni 2025.
- ↑ a b Prof.in Dr.in Nadin Heé, neue Professorin an der Japanologie Leipzig ab April 2024. 12. April 2024, abgerufen am 4. Juni 2025.