Nachti

Nachtdigital
Nachtdigital 2007
Allgemeine Informationen
Ort Olganitz
Genre Techno, House, Electronica
Veranstalter Nachtdigital GmbH
Website http://www.nachtdigital.de/
Besucherzahlen
2007–2019 3000 (Nachtdigital)
2022 2000 (Escape to Olganitz)
2023 3000 (Nachtiville)
2023–2025 3000 (Nachti)
Veranstaltungsorte des Nachtiville
2015 Zeewolde
2023–2024 Weißenhäuser Strand

Das Nachti ist ein Musikfestival für Techno, House und Electronica, welches seit 1998 auf dem Gelände des Schullandheims Olganitz durchgeführt wird. Bis 2019 wurde es unter den Namen Nachtdigital veranstaltet, nach einer Pause wurde es 2022 unter dem Namen Escape to Olganitz neu aufgelegt und wird seit 2023 unter dem Namen Nachti biennal veranstaltet. Mit dem Nachtiville wurde 2015, 2023 und 2024 ein Ableger im Winter veranstaltet.

Geschichte

Benannt nach der Nachtigall[1] wurde das Festival unter den Namen Nachtdigital durch eine rund 20-köpfige Crew geplant und mit etwa 200 Helfern im August 1998 erstmalig durchgeführt. In den Anfangsjahren gab es nur Tagestickets und das Festival war so in den Besucherzahlen stark wetterabhängig. 2005 blieben aufgrund Regen die Besucher fern und durch finanzielle Probleme drohte das Aus. Für 2006 nahm man einen Kredit auf und änderte das Konzept, unter dem Motto „Nummer 9 lebt!“ wurde es zu einem Erfolg mit einem vollen Festivalgelände.[1] Ab 2007 wurde das Festival auf etwa 3000 Besucher begrenzt[2] und sollte so familiär gehalten werden.

Das Nachtdigital war in den Folgejahren in der Szene äußerst beliebt, so waren 2013 die Tickets innerhalb von 2 Stunden ausverkauft.[3] Betrug 2010 die Zeit bis zum Ausverkauf noch 6 Tage,[4] waren es 2011 nur noch 6 Stunden.[5] 2015 war das Festival bereits nach nur 2 Minuten ausverkauft.[6] In der jüngeren Geschichte des Festivals waren die Tickets jedoch nicht mehr so rasant vergriffen und im Jahr 2018 nach einigen Jahren nicht komplett ausverkauft.[7]

Die 2014 erschienene Dokumentation Escape To Olganitz begleitete die 2011er Ausgabe von Dezember 2010 bis Ende August 2011 und wurde auf dem Trieste Film Festival 2015 gezeigt.[8]

In der Geschichte des Festivals sind unter anderem DJs und Künstler wie Clara Moto, Move D, DJ Koze, Ricardo Villalobos, Dixon, James Holden, Michael Mayer, Mathias Kaden, Stephan Bodzin, Die Vögel oder Brandt Brauer Frick aufgetreten, prägend haben Daniel Stefanik und Manamana sowie als Booker Steffen Bennemann[9] das Festival beeinflusst.

Zum 20-jährigen Bestehen des Festivals ging die Nachtdigital-Crew 2017 auf eine Jubiläumstour durch Leipzig, Berlin, Hamburg, Rotterdam und Amsterdam.[10]

Das Festival hat unter den Namen Nachtdigital im August 2019 das letzte Mal stattgefunden.[11][12] Ende Juli 2022 wurde das Festival von der Nachtdigital Crew unter dem Namen Escape to Olganitz neu aufgelegt und war mit 2000 Besuchern ausverkauft,[13][14] seit August 2023 wird es unter dem Namen Nachti fortgeführt[15] und aller zwei Jahre[16] mit höchstens 3000 Besuchern[17][18] veranstaltet.

Nachtiville

Im November 2015 wurde ein Schwesterfestival namens Nachtiville im Wasserpark De Eemhof im niederländischen Zeewolde durchgeführt,[19] eine Fortführung scheiterte an einer Absage durch die Location.[10] Ab 2021 sollte das Nachtiville in Weißenhäuser Strand neu aufgelegt werden und wurde[20] nach zweimaligen Verschieben aufgrund der COVID-19-Pandemie[21] im Januar 2023 mit 3000 Besuchern durchgeführt.[22] Nach einer Wiederholung im Januar 2024 mit 60 % Kapazitätsauslastung[23] wurde die 2025er Ausgabe aufgrund ungenügender Ticketverkäufe abgesagt.[24] Die letzten beiden Ausgaben wurden in dem Wasserpark Subtropisches Badeparadies auf 6 Indoor-Floors veranstaltet.[25]

Veröffentlichungen (Auswahl)

Die Nachtdigital-Crew betreibt ein eigenes Label. Darüber veröffentlicht wurde unter anderem:

  • 2012: Robag WruhmeOlgamikks (Mix-CD)
  • 2013: Metaboman and Large M / BarntNachti Color
  • 2014: Escape To Olganitz (Dokumentarfilm von Nois Films)
  • Christian Rothe: Zum Bungalowdorf 1 – A Nachtdigital book. Nachtdigital, Dahlen 2021, ISBN 978-3-00-070968-5.
Commons: Nachtdigital – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Institut für Klang und Musik e.V.: Nachtdigital – Mindestens das beste Festival in Olganitz. In: Google Arts & Culture. Abgerufen am 30. Mai 2024.
  2. Friederike: 20 Jahre Nachtdigital. In: frohfroh. 2. August 2017, abgerufen am 3. August 2017.
  3. Jörg Augsburg: No Business Like Showbusiness. In: der Freitag. 5. Dezember 2012, abgerufen am 27. November 2025.
  4. Holger Günther: Festival: Nachtdigital 13 fast ausverkauft! In: Leipziger Volkszeitung. 9. Dezember 2009, archiviert vom Original; abgerufen am 11. April 2013.
  5. Nachtdigital 2011 ausverkauft. In: Gordon Guide. 1. Dezember 2010, archiviert vom Original; abgerufen am 11. April 2013.
  6. Dominik Ferl: Nachtdigital in Olganitz: Da wackelt die Dahlener Heide. In: Leipziger Volkszeitung. 3. August 2015, archiviert vom Original; abgerufen am 4. Dezember 2015.
  7. Jana Brechlin: Nach 22 Jahren Nachtdigital: Im Sommer ist Schluss. In: Leipziger Volkszeitung. 28. März 2019, abgerufen am 30. Mai 2024.
  8. Walter W. Wacht: „Dieses Freundschaft-Heimat-Verbundenheits-Ding“—Die Nachtdigital-Dokumentation ‚Escape To Olganitz‘. In: Vice. 13. Juli 2015, abgerufen am 27. November 2025.
  9. Tassilo Dicke: Nachtdigital veröffentlicht Fotobuch und limitierte Vinyl. In: Faze Magazin. 1. April 2022, abgerufen am 30. Mai 2024.
  10. a b Kevin Goonewardena: 20 Jahre Nachtdigital – “Wirklich geil geht nur mit Selbermachen”. In: Vice. 16. März 2017, abgerufen am 27. November 2025.
  11. Jens Wollweber: Bye Bye, Nachti. In: frohfroh. 26. März 2019, abgerufen am 26. März 2019.
  12. Dominik Ferl: Abschied in Olganitz – rund 4000 Techno-Fans feiern beim letzten Nachtdigital. In: Leipziger Volkszeitung. 4. August 2019, abgerufen am 30. Mai 2024.
  13. Till Kanis: Escape to Olganitz: Nachtdigital-Macher*innen kehren mit neuem Festival zurück. In: Groove. 31. März 2022, abgerufen am 30. April 2022.
  14. Hagen Rösner: Tausende Techno-Fans feiern die Auferstehung von „Nacht digital“. In: Leipziger Volkszeitung. 31. Juli 2022, abgerufen am 30. Mai 2024.
  15. Bärbel Schumann: „Nachti“-Festival in Olganitz – die Bilder vom Wochenende. In: Leipziger Volkszeitung. 6. August 2023, abgerufen am 30. April 2022.
  16. Jacob Hession: Nachti 2025: Komplettes Line-up angekündigt. In: Groove. 28. Februar 2025, abgerufen am 30. April 2022.
  17. Kristin Engel: Nachti-Festival in Olganitz: Elektronische Klänge direkt am See. In: Leipziger Volkszeitung. 19. Juli 2023, abgerufen am 30. Mai 2024.
  18. Charis Mündlein: Einzigartiges Flair beim Nachti Olganitz: Bungalows, Beats und ein Hauch von Magie. In: Leipziger Volkszeitung. 4. August 2025, abgerufen am 6. November 2025.
  19. Daniel Fersch: GROOVE präsentiert Nachtiville. In: Groove. 20. April 2015, abgerufen am 4. Dezember 2015.
  20. Louisa Neitz: Nachtiville: Neues Festival der Nachtdigital-Crew. In: Groove. 31. Juli 2020, abgerufen am 10. August 2020.
  21. Alexis Waltz: Nachtiville: Festival zum zweiten Mal verschoben. In: Groove. 28. Dezember 2021, abgerufen am 30. April 2022.
  22. Nastassja von der Weiden: Tripbericht: Nachtiville 2023 – Höhen und Tiefen im Wellenbad. In: DJ Lab. 26. Januar 2023, abgerufen am 30. April 2022.
  23. Maximilian Fritz: Nachtiville 2024: Alles nur eine Frage der Perspektive. In: Groove. 29. Januar 2024, abgerufen am 30. April 2022.
  24. David Fuchs: Nachtiville 2025 abgesagt – 200 000 Euro Schulden. In: Groove. 27. September 2024, abgerufen am 27. November 2025.
  25. Nachtiville 2023: Trash, hinter dem sich Hochwertiges verbirgt. In: Groove. 2. Februar 2023, abgerufen am 30. April 2022.

Koordinaten: 51° 24′ 18,1″ N, 13° 5′ 26,9″ O