NSW (Maschinengewehr)
| Maschinengewehr NSW | |
|---|---|
| Allgemeine Information | |
| Zivile Bezeichnung | Überschweres MG NSW |
| Militärische Bezeichnung | 6P11 (GRAU-Index) |
| Einsatzland | Sowjetunion, Nachfolgestaaten der UdSSR, Finnland |
| Entwickler/Hersteller | Nikitin, Sokolow, Wolkow |
| Produktionszeit | seit 1972 |
| Modellvarianten | NSWT |
| Waffenkategorie | Maschinengewehr |
| Ausstattung | |
| Gesamtlänge | 1560 mm |
| Gewicht (ungeladen) | 25,00 kg |
| Visierlänge | 1195 mm |
| Lauflänge | 1100 mm |
| Technische Daten | |
| Kaliber | 12,7 × 108 mm |
| Mögliche Magazinfüllungen | Gurtkasten zu 50 Patronen |
| Munitionszufuhr | Munitionsgurt |
| Kadenz | 750 Schuss/min |
| Feuerarten | Dauerfeuer |
| Anzahl Züge | 8 |
| Drall | rechts |
| Visier | offene Visierung |
| Verschluss | seitlicher Blockverschluss |
| Ladeprinzip | Gasdrucklader |
| Listen zum Thema | |
Das NSW (russisch НСВ; Abkürzung für russisch Никитина-Соколова-Волкова) ist ein überschweres Maschinengewehr, das in der Sowjetunion gebaut wurde. Die Abkürzung steht für die Nachnamen der drei beteiligten Konstrukteure: Grigori Iwanowitsch Nikitin, Juri Michailowitsch Sokolow sowie Wladimir Iwanowitsch Wolkow.[1] Der Projektname der Waffe lautet Utjos (russ.: Утёс, auf Deutsch: Klippe, Fels)[2]. Bei den russischen Streitkräften wurde es nach 1991 durch das Kord abgelöst.
Entwicklung
Die Führung der Streitkräfte der UdSSR suchte gegen Ende der 1960er Jahre einen Ersatz für das großkalibrige Maschinengewehr DSchK[1], das zu jener Zeit bereits drei Jahrzehnte alt war und als veraltet erachtet wurde. Der Auftrag zur Entwicklung eines neuen Modells erging im Jahr 1969 an die Konstrukteure.[2][3] Die Maßgabe war, eine leichtere und führigere Waffe zu entwerfen.[4] Ebenso sollte der Produktionsaufwand möglichst gering sein.
Technik
Das NSW arbeitet als Gasdrucklader. Die Luftkühlung des MGs erzwingt, dass nach 100 Schuss Dauerfeuer der Lauf auskühlen oder getauscht werden muss. Die Waffe ist zuschießend[4], um eine unkontrollierte Zündung von Munition in der Patronenkammer (Cook off) zu verhindern. Sie verwendet die gleiche Munition wie das Vorgängermodell, die mit einem Metalldauergurt zugeführt wird. Um Reibung zu verringern wurden alle beweglichen Teile mit Rollen ausgestattet; eine Kadmiumbeschichtung reduziert die Reibung zusätzlich.[2] Das NSW verfügt über ein Dreibein und ein Zielfernrohr und kann als Schützenwaffe verwendet werden. Das NSWT (T für tankowoi, Panzer) wurde eigens für den Einsatz als Bordwaffe an Panzerfahrzeugen konzipiert und kann elektrisch ausgelöst werden.[1] Es diente als Turmwaffe an Panzern wie dem T-64, dem T-72[5] und dem T-80[6], um nur einige zu nennen.
Nachbauten
- ITKK 96: Finnland
- Zastava M87: ehem. Jugoslawien, Serbien
- KT-12,7: Ukraine[1]
Galerie
-
Polnisches NSW im Kaliber 12,7 × 99 mm NATO (WKM-B) an einem PZL W-3 Sokół
-
WKM-B auf Fla-Dreibein 6U6
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Finnisches NSW und PKM auf einer fernbedienbaren Waffenstation
Literatur
- Günter Wollert, Reiner Lidschun, Wilfried Kopenhagen: Schützenwaffen heute (1945–1985). In: Illustrierte Enzyklopädie der Schützenwaffen aus aller Welt. Band 2. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1988, ISBN 3-89488-057-0, S. 421, 422.
- Ian Hogg: Military Small Arms of the 20 th Century. Arms & Armour Press, 1982, ISBN 0-910676-87-9, S. 277.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d NSV Utes. Weaponsystem.net, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
- ↑ a b c Пулемет НСВ-12,7 «Утес». guns.club, abgerufen am 27. September 2025 (russisch).
- ↑ Jonathan Ferguson: Differential identification of NSV and Kord heavy machine guns. Ares Armament Research, 27. November 2015, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
- ↑ a b Maxim Popenker: NSV 12.7 ‘Utes’. Modern Firearms, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
- ↑ T-72 AMT Main Battle Tank. Army Technology, 17. August 2017, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
- ↑ T-80B. Weaponsystem.net, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).