Nütterden

Nütterden
Gemeinde Kranenburg
Koordinaten: 51° 47′ N, 6° 4′ O
Höhe: 19 m
Einwohner: 2930 (2022)[1]

Nütterden ist ein Dorf am unteren Niederrhein, das zur Gemeinde Kranenburg im Kreis Kleve gehört. Die Kranenburger Statistik wies 2018 für den Ortsteil Nütterden 2930 Einwohner aus.[2]

Geschichte

Der Ort wird im Jahr 721 n. Chr. erstmals in einer Schenkungsurkunde über drei Hörigenfamilien und ihr Land des Grafen Ebroin aus dem Düffelgau an die Kirche von Rindern erwähnt. In Abschriften dieser Urkunde finden sich die Namensschreibweisen Nitri, Nitro, Nitrae und Nitre[3], in späteren mittelalterlichen Dokumenten Nuteren, Nuterun, Nittra oder Nuttert. Möglicherweise deutet der Name auf eine Nussbaumrodung hin.

Lange Zeit war die Landeshoheit geteilt: So gehörte im 14. Jahrhundert Obernütterden mit einem Teil von Frasselt zum Distrikt von Nimwegen und damit dem Grafen von Gelderland, Niedernütterden mit Kranenburg dem Grafen von Kleve.[4][5]

Große Teile Nütterdens gehörten grundherrlich dem Stift Zyfflich, das 1436 nach Kranenburg umzog und zunehmend vollständig unter Kontrolle der Grafen von Kleve geriet. Die Ämter Kranenburg und Düffel wurden ab 1486 von Haus Germenseel aus gemeinsam im Klever Auftrag durch die Familie von Wachtendonck verwaltet. Bei Nütterden befand sich ferner der Adelssitz Haus Klarenbeck.

Nütterden gehört bereits seit dem Ende der Franzosenzeit 1813 zur Gemeinde Kranenburg.

Im nahegelegenen Klever Reichswald und im Umfeld des heutigen Ortes fand im Februar 1945 gegen Ende des Zweiten Weltkrieges die sogenannte Schlacht im Reichswald statt. Zwei Bunker des Westwalls vom Typ Regelbau 102V sind in Nütterden auf dem Friedhof und am Waldrand in der Nähe des alten Forsthauses erhalten.

Katholische Kirche St. Antonius Abbas

Eine eigene Kapelle wurde im Jahr 1418 zuerst erwähnt. Erst 1841 wurde Nütterden von Donsbrüggen, das seit 1448 oder 1496 Pfarrort war, abgezweigt und selbstständige Pfarrei. Die neue katholische Pfarrkirche Sankt Antonius wurde 1853 eingeweiht und steht unter Denkmalschutz. Die Pfarrei Nütterden wurde 2005 mit den ehemaligen Gemeinden Frasselt St. Antonius und Mehr St. Martinus unter dem neuen Namen St. Antonius Abbas zusammengelegt.[6]

Vereine

  • Heimat- und Verschönerungsverein Nütterden e.V. Abgerufen am 13. Dezember 2025.
  • Jugendtagungsstätte Wolfsberg e. V.
  • Allgemeine Schützengesellschaft Nütterden e. V.
  • Musikzug der Allgemeinen Schützengesellschaft Nütterden e. V.
  • Förderverein der Alten Schule Nütterden e. V.
  • SV 1927 Nütterden
  • Leichtathletik Nütterden e. V.
  • Freiwillige Feuerwehr LZ Nütterden
  • Ferienlager Nütterden e. V.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Otto Friedrichs: Nütterden. Geschichte(n) und Bilder eines Dorfes am Niederrhein. Kleve 2000.
  • Otto Friedrichs: Chronik der St. Johannes-Bruderschaft Nütterden. 475 Jahre St. Johannes-Bruderschaft Donsbrüggen und Nütterden 1532–2007. Boss, Goch 2007, ISBN 978-3-933969-70-5.
Commons: Nütterden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege

  1. Nütterden (Kleve, Nordrhein-Westfalen, Deutschland) - Einwohnerzahlen, Grafiken, Karte, Lage, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 13. Dezember 2025.
  2. Nütterden (Kleve, Nordrhein-Westfalen, Deutschland) - Einwohnerzahlen, Grafiken, Karte, Lage, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 13. Dezember 2025.
  3. Johannes van Lier: Zur Geschichte des Christentums in der Düffel. In: Hans Jürgen Arens (Hrsg.): Von Pilgerwegen, Hansestädten und Heiligenverehrung: Zur Wirkungsgeschichte der hl. Willibrord und Jakobus d.Ä. im Rhein-Maas-Mosel-Raum. Books on Demand, 2019, ISBN 978-3-7494-1415-4 (google.de [abgerufen am 13. Dezember 2025]).
  4. Friedrich Gorissen: Nimwegen. In: Niederrheinischer Städteatlas. Band 2, Nr. 1. Boss, Kleve 1956.
  5. Die Herrschaft Kranenburg im 14. Jahrhundert - Rheinische Geschichte. Abgerufen am 15. März 2020.
  6. Kath. Gemeinde St. Antonius Abbas