Museum der Stadt Lünen
Die Villa Urbahn mit dem neuen Anbau | |
| Daten | |
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| Ort | Lünen |
| Betreiber |
Stadt Lünen
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| Leitung |
Katja Stromberg
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| Website | |
| ISIL | DE-MUS-089716 |
Das Museum der Stadt Lünen ist ein kommunales Museum in der Stadt Lünen im Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen. Es befindet sich seit dem 1. Juli 2025 in der denkmalgeschützten Villa Urbahn in der Lüner Innenstadt, neben dem Rathaus.
Standort
Das Museum ist seit Juli 2025 in der Villa Urbahn untergebracht, einem historischen Gebäude aus den 1920er Jahren. Das Museumsensemble kombiniert historische und zeitgenössische Architektur. Der denkmalgeschützte Altbau wurde restauriert, während der Neubau sich durch eine klare, moderne Gestaltung auszeichnet. Beide Gebäudeteile sind miteinander verbunden.
Gestaltung und Vermittlung
Der Fokus der Ausstellung liegt auf erzählerischen Objekten, die über mehrere Sinne erfahrbar sind – etwa durch abtastbare Modelle oder Materialbeispiele. Der Rundgang ist thematisch gegliedert und unterstützt eine intuitive Orientierung im Museum.
Ausstellung
Die Dauerausstellung des Museums zeigt die Geschichte Lünens anhand thematischer Einheiten. Im Vordergrund stehen das alltägliche Leben, die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Menschen, die Lünen geprägt haben.
Zu den zentralen Bereichen gehören:
- Warengeschichten: Exponate zum Thema Arbeit und Industrie in Lünen
- Erinnerungen: Objekte und Geschichten rund um Familienleben und Alltagskultur
- Schätze: eine interaktive Wand mit besonderen Exponaten aus der Stadtgeschichte
Ein Raum im Untergeschoss ist wechselnden Sonderausstellungen vorbehalten.
Ein besonderes Element ist die Lünen-Galerie, in der bekannte Persönlichkeiten der Stadt vorgestellt werden. Besucher können sich über eine interaktive Medienanwendung mit einem eigenen digitalen Scherenschnittporträt in die Galerie integrieren. Die entstehenden Bildnisse werden in einer digitalen Datenbank gespeichert und auf einer Galeriewand präsentiert.
Ausstellung (bis 2023)
Bis 2023 befand sich das Museum im Schloss Schwansbell. Dort war die Sammlung in fünf Themengebiete gegliedert. Mit dem Umzug in die Villa Urbahn wurde das Ausstellungskonzept überarbeitet. Teile der vormaligen Dauerausstellung werden seitdem nicht mehr präsentiert.
Wohnen von 1840 bis 1930
In der Abteilung Wohnkultur wurden vier Wohnräume und ein Schlafzimmer ausgestellt. Die älteste Einrichtung entstammt den Jahren 1840/50 und gehörte einst der Familie Waldschmidt, aus deren Besitz sie durch Schenkung an das Museum gelangte. Drei Räume um 1900 stehen nebeneinander: das Wohnzimmer einer Beamtenfamilie aus Lünen und die Wohnküche einer Arbeiterfamilie aus Lünen-Süd. Die Objekte der Räume stammten weitgehend aus der gleichen Epoche und ermöglichten damit Vergleiche der Wohnkultur. Das „jüngste“ Zimmer war ein Herrenzimmer, das im Jahr 1930 von einer Möbelfabrik in Hamm für eine Lüner Familie hergestellt wurde. Zur Ausstattung gehörten Erinnerungsstücke aus Deutsch-Ostafrika, wo der Besitzer Kolonialbeamter war.
Gusseisen und Öfen
Die Abteilung „Gusseisen“ erinnerte daran, dass in der Stadt Lünen einst vier Eisengießereien existierten, die eine Fülle an gusseisernen Erzeugnissen herstellten. Im Mittelpunkt stand die Ofensammlung, vorwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Zimmeröfen, Herde und Werkstattöfen, aber auch Notöfen, wie z. B. Schützengrabenöfen, dokumentierten die Entwicklung des eisernen Ofens. Der Eisenkunstguss, insbesondere der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurde an vielen Beispielen gezeigt, ebenso die Produkte der Eisenhütten für den alltäglichen Gebrauch, z. B. Bügeleisen.
Spielzeug und Puppen
Die Welt des Spielzeugs ergänzte die Abteilung Wohnkultur, denn Puppenstuben und Spielzeug sind verkleinerte Abbilder der Erwachsenenwelt und spiegeln gesellschaftliche Leitbilder und erzieherische Vorstellungen wider – das Spielzeug war „Lern“-Spielzeug. Die Ausstellung vermittelte zudem einen Einblick in die soziale Wirklichkeit der Puppenmacher: In der Puppenherstellung war Kinderarbeit bis in das 20. Jahrhundert üblich.
Keramik (Schwerpunkt Töpferei)
Die Abteilung „Keramik“ ging auf ein früher in Lünen blühendes Gewerbe zurück: die Töpferei. Im 19. Jahrhundert gab es hier etwa zehn Betriebe, die ihre Erzeugnisse in einem Umkreis von 50 km vertrieben. Neben Lüner Erzeugnissen wurden auch Waren aus anderen westfälischen Töpferorten vorgestellt, dazu Importwaren, die aus dem Hessischen, dem Niederrheinischen und selbst aus dem Niederschlesischen Bunzlauer Töpfergebiet nach Westfalen gebracht wurden. Ein kleines Porzellankabinett, dessen Stücke ein Teil der Schenkung Waldschmidt sind, rundeten die Keramikabteilung ab.
Vom Dreschflegel bis zum Butterfass
Das Museumsgebäude, das einst als Stall und Scheune für die Landwirtschaft des Schlosses Schwansbell diente, bot in seinem Obergeschoss Platz für eine Sammlung landwirtschaftlicher und handwerklicher Geräte. In dem hallenartigen Raum waren Feldgeräte aufgestellt, mit denen in der Ackerbürgerstadt Lünen und bäuerlichen Umgebung (Bauerschaften) die Einwohner ihre Arbeit verrichteten. Gerätschaften aus der ländlichen Küche und Vorrichtungen zum Spinnen und Weben gaben einen Einblick in die Arbeit der Frau.
Eine Schneiderwerkstatt, eine Backstube, eine Holzschuhmacherei und eine Schusterwerkstatt rundeten das Bild ab.
Weblinks
- Museum der Stadt Lünen auf der Website der Stadt Lünen
- Museum der Stadt Lünen auf der Website museum-digital.de
Koordinaten: 51° 36′ 13,1″ N, 7° 32′ 19″ O