Museum Tinguely

Museum Tinguely

Tinguely Museum, 2014
Daten
Ort Paul Sacher-Anlage 1
4058 Basel
Schweiz
Art
Kunstmuseum
Architekt Mario Botta
Eröffnung 3. Oktober 1996
Leitung
Website

Das Museum Tinguely ist ein Kunstmuseum mit Sitz in Basel. Es beherbergt weltweit die grösste Werksammlung von Jean Tinguely (1925–1991). Mit seinen kinetischen Werken gehört der Schweizer Künstler international zu den wichtigen Wegbereiter:innen der Kunst nach 1950. Ausgehend von Tinguelys Ideenwelt präsentiert das Museum Tinguely, neben der Sammlung, ein vielseitiges Ausstellungsprogramm, das den Dialog mit zeitgenössischen Künstler:innen und aktuellen Kunstformen öffnet.

Das Museum liegt im Solitudepark des Wettstein-Wohnquartiers am rechten Rheinufer. Es wurde der Stadt und der Region Basel von der F. Hoffmann-La Roche AG anlässlich ihres hundertjährigen Bestehens als Geschenk übergeben. Pontus Hultén war Gründungsintendant. Das Museum wurde am 3. Oktober 1996 eröffnet.

Sammlung

Die permanente Sammlungspräsentation zeigt einen vier Jahrzehnte umfassenden Überblick seines Schaffens. Grundlage der Sammlung des Museums Tinguely ist die Schenkung Niki de Saint Phalles von 52 Skulpturen aus dem Nachlass von Jean Tinguely 1992. Damit fand das grösste Konvolut von Werken des Künstlers seine Heimstadt in Basel. Seither wurde die Sammlung kontinuierlich mit weiteren Ankäufen und grosszügigen Schenkungen erweitert. In der Sammlung des Museums sind Arbeiten aller Phasen und Werkgruppen von Jean Tinguely vertreten. Zusammen mit Leihgaben ermöglichen sie einen umfangreichen Überblick über das Schaffen des Künstlers. Neben den Skulpturen befinden sich eine grosse Anzahl Zeichnungen und Briefzeichnungen, Dokumente, Ausstellungsplakate, Kataloge und Dokumentationen sowie Fotografien in der Sammlung. Alle Arbeiten sind – soweit möglich – öffentlich zugänglich und werden regelmässig sowohl in der dauerhaften Ausstellung im Museum Tinguely sowie als Leihgaben in Ausstellungen in der ganzen Welt gezeigt.

Museumsgebäude

Der Architekt Mario Botta hat mit seinem am Rhein gelegenen Museum einen «Spiel-Raum» für Tinguelys Werke geschaffen. Allein in der grossen zentralen Halle finden bis zu zwanzig Maschinenskulpturen Platz. Die zum Fluss weisende Südseite des Gebäudes stellt eine architektonische Besonderheit dar: ein langgestreckter, erhöhter Bau, der vom Hauptkörper losgelöst ist. Es handelt sich um eine Art «Promenade» über dem Rheinufer, die der Museumsbesucher passieren muss, ein Verteilerweg, auf dem der Blick des Besuchers auf den Flusslauf gelenkt wird. Die hoch aufragende Fassade an der Autobahnseite im Osten – mit drei Ausstellungsetagen über der Erde der höchste Punkt des Gebäudes – schafft eine Lärmschutzbarriere zur Grünfläche hin. Die Nordfront verläuft parallel zur Grenzacherstrasse. Hier besteht zwischen der Strasse und dem Museum ein überdachter Raum als Zugang zum Park und zum Museum. Auf der gegenüberliegenden, zum Park hin gerichteten Seite besteht das Museum aus fünf zusammenhängenden Baukörpern, von denen sich drei über einen grossen Eingangsportikus ins Grüne hin öffnen.

Die Ausstellungsflächen setzen sich aus vier unterschiedlich gestalteten Bereichen auf vier verschiedenen Ebenen zusammen. Auf die erste Besucherebene (2,90 m über dem Erdgeschoss) kommt man über die «Rheinpromenade»; sie stellt einen galerieartigen Gang dar, der auf der einen Seite zum Erdgeschoss hin offen ist und auf der anderen Seite Ausstellungsräume aufweist. Vom Ende dieses Gangs aus gelangen Besucher:innen auf eine weitere Ebene (auf einer Höhe von 7,85 m) mit einer Reihe von «klassischen» Räumen, in die über seitliche Oberlichter Tageslicht einfällt. Von hier aus geht es dann hinunter auf eine Ebene drei Meter unterhalb des Erdgeschosses, in deren Räumen diejenigen Werke untergebracht sind, die kein Tageslicht benötigen.

Der Besucherrundgang endet im Erdgeschoss bei den grossen «Monumentalskulpturen». Sie stehen im grössten Ausstellungsraum des Museums (30 × 60 m), der, wie bereits erwähnt, in fünf Bereiche unterteilt werden kann, die auf den Park ausgerichtet sind.

Museumspark

Direktoren

Siehe auch

Filme

Literatur

  • Richard Ingersoll, Sergio Polano, Lutz Windhöfel, Ulrike Jehle-Schulte Strathaus, Jean-Yves Mock u. a.: Mario Botta. Museum Jean Tinguely Basel. Benteli 1997, ISBN 978-3-7165-1080-3.
Commons: Museum Tinguely – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Museum Tinguely Basel (= Museums-Check. Folge 77). In: Fernsehserien.de. Abgerufen am 16. Januar 2025.