Muranów

Muranów ist ein Warschauer Stadtviertel westlich der Weichsel im Stadtteil Innenstadt. Der westliche Teil des historischen Muranów befindet sich im Stadtviertel Nowolipki des Stadtteils Wola.

Geschichte

Auf dem Gebiet des heutigen Muranów wurden seit dem Mittelalter zahlreiche Juridiken angelegt. 1686 baute Simone Giuseppe Belotti hier das Palais Murano, das der Venezianer nach seiner Heimatinsel Murano benannte. Der Name des Palais gab später dem Muranów-Platz seine Bezeichnung und von dem Namen des Platzes leitete sich die Bezeichnung des Stadtteils ab. Nachdem die preußische Verwaltung die Juden aus der Warschauer Altstadt und Warschauer Neustadt 1806 ausgesiedelt hat, zogen viele jüdische Warschauer nach Muranów. In dem folgenden Jahrhundert zogen viele Juden aus ganz Kongresspolen nach Muranów und stellten bald ca. 90 % der Bevölkerung. Gleichzeitig war Muranów der am dichtesten besiedelte Stadtteil Warschaus mit ca. 250.000 Einwohnern auf einer Fläche, die nur knapp 1,2 % der Fläche der Stadt ausmachten. Nach dem Deutschen Überfall auf Polen im Zweiten Weltkrieg wurde hier das Warschauer Ghetto eingerichtet und die Einwohnerzahl stieg kurzfristig auf ca. 450.000 Menschen auf engstem Raum. Muranów wurde während des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943 und im Warschauer Aufstand 1944 dem Erdboden gleichgemacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er als Wohngebiet für Beamte und Büroangestellte wieder aufgebaut. Nach der Wende kamen zahlreiche Wolkenkratzer hinzu. Hier befindet sich das Museum der Geschichte der polnischen Juden sowie das Warschauer Ghetto-Ehrenmal, vor dem Willy Brandt niederkniete.

Quellen

  • Encyklopedia Warszawy Wydawnictwo Naukowe PWN, 1994, ISBN 83-01-08836-2.
  • Adam Dylewski: Warszawa i okolice, Pascal, 2008, ISBN 978-83-7513-139-0.
Commons: Muranów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 15′ N, 21° 0′ O