Muraina Oyelami

Muraina Oyelami (* 1940 in Iragbiji[1]) ist ein nigerianischer Maler und darstellender Künstler, der als traditioneller Würdenträger (Eesa von Iragbiji) bekannt ist.[2] Er zählt zur ersten Generation der Osogbo-Kunstbewegung und prägte die nigerianische Moderne seit den 1960er-Jahren.[3]

Leben

Oyelami wurde 1940 in Iragbiji im heutigen Bundesstaat Osun geboren.[1] Im Jahr 1964 begann er seine Laufbahn als bildender Künstler in der von Ulli und Georgina Beier initiierten Osogbo-Kunstschule.[4] Zugleich arbeitete er als Musiker und Schauspieler in der Truppe des Dramatikers Duro Ladipo.[1] Er studierte an der damaligen University of Ife (heute Obafemi Awolowo University) Theatertechnik mit Schwerpunkt Bühnenbild und erwarb ein Zertifikat in Dramatic Arts.[1] Von 1976 bis 1987 lehrte er dort traditionelle Musik und Tanz und war zeitweise als Museumskurator tätig.[1] Arbeitsaufenthalte führten ihn zudem an das Iwalewahaus der Universität Bayreuth; 1993 erschien seine Autobiografie Abefe, herausgegeben von Ulli Beier.[5] In seiner Heimatstadt wurde er zum Eesa von Iragbiji berufen.[2]

Wirken

Als Maler gehört Oyelami zur ersten Generation der Osogbo-Schule; seine Ausstellungstätigkeit erstreckt sich seit Jahrzehnten über Nigeria hinaus und steht für eine selbstbewusste, moderne Bildsprache.[4] Sein Werk ist in bedeutenden Sammlungen vertreten, darunter im National Museum of African Art in Washington.[6] Sein Gemälde Village on the Hillside (1971) befindet sich in der Tyler Collection der University of Tasmania.[7] Im Jahr 2017 wirkte er als führender Vertreter der Osogbo-Bewegung an einer Ausstellungstour durch mehrere US-Städte mit, welche die Leistungen der Osogbo-Kunst würdigte.[2] 2018 gründete er in Iragbiji das Abeni Visual and Performing Art Institute (AVPAI).[8] Das Institut richtet sich an Jugendliche und bietet unter anderem Kurse in Textildesign, Grafik, Malerei und Druckgrafik sowie in Tanz, Trommeln und Trommelbau an.[9] Überdies wird Oyelami regelmäßig als Repräsentant der Osogbo-Kunst und als kultureller Fürsprecher für seine Heimatregion Osun wahrgenommen.[4]

Einzelnachweise

  1. a b c d e Muraina Oyelami. In: National Museum of African Art. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b c 50 years of Osogbo Art exhibition loud in America. In: guardian.ng. 17. April 2017, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  3. Muraina Oyelami. In: World Bank Art Collection (eMuseum). Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  4. a b c Half A Century Of Brushing With Osogbo Master, Oyelami. In: guardian.ng. 20. Dezember 2015, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  5. Monographs on African Artists: Abefe: An Autobiography of Muraina Oyelami. In: Smithsonian Libraries. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  6. Birds in the Garden (Object record). In: Smithsonian Institution. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  7. Village on the Hillside. In: Tyler Collection of Romanian and Modern Art, University of Tasmania. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  8. Artists, royal fathers storm Iragbiji for AVPAI’s opening. In: guardian.ng. 14. November 2018, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  9. Empowering Osun Youths in Arts, Culture. In: THISDAYLIVE. 25. März 2020, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).