Movimento Nacional-Sindicalista

Die Movimento Nacional-Sindicalista (MNS; Nationalsyndikalistische Bewegung) war eine faschistische Gruppierung in Portugal. Sie bestand im Wesentlichen in den Jahren 1933 und 1934. In Opposition zum autoritären Salazar-Regime des Estado Novo berief sie sich auf die Ideologie des Nationalsyndikalismus.

Geschichte

Die MNS formierte sich im Jahr 1932 unter der Führung von Francisco Rolão Preto, der zuvor dem Integralismo Lusitano angehört hatte und ein Mitarbeiter des Propagandaorgans Alma Portuguesa gewesen war. Andere Rechtsextremisten in den Reihen der MNS waren aus dem Sidonismo hervorgegangen.[1]

Die Bewegung wandte sich gegen die konservative Ausrichtung der Nationalen Union von Ministerpräsident António de Oliveira Salazar und forderte eine Nationale Revolution. Dabei beriefen sie sich auf die antikapitalistische und antizentralistische Idee des Nationalsyndikalismus. In der Praxis orientierte sich die MNS jedoch vor allem an den italienischen Faschisten und unterhielt mit den „Blauhemden“ eine eigene Parteimiliz. Anders als andere faschistischen Bewegungen in Europa befürwortete die MNS grundsätzlich dem Katholizismus,[1] sonst war sie mit diesen ideologisch deckungsgleich. Ihre Propaganda verbreitete die Zeitschrift Revolução. Diese erreichte im Januar 1933 bereits die 275. Nummer.

MNS behauptete auf seinem Höhepunkt, 30.000 bis 50.000[1] Mitglieder zu haben, womit sie die Nationale Union zeitweise übertraf. Hochburgen der Bewegung waren Lissabon und Braga. Der deutsche Botschaftsmitarbeiter Hans Freytag[1] berichtete dem Außenministerium in Berlin von der Existenz der Bewegung. Er schrieb, es handle sich überwiegend um junge Offiziere und Akademiker, sowie „Intelligenzija“.

Als Ministerpräsident Salazar 1933 den Estado Novo ausrief, verstärkte er die Repression gegenüber den Nationalsyndikalisten, und machte ihnen zugleich Hoffnungen, sie an der Macht zu beteiligen, sollten sie von ihren revolutionären Positionen Abstand nehmen. Mit dieser Taktik spaltete Salazar die MNS und verkündete im Juli 1934 schließlich deren Auflösung. Er forderte die Mitglieder auf, in die Nationale Union einzutreten. Eusébio Tamagnini[1] und andere ließen sich auf diese Weise in Sinekure-Ämter integrieren. Rolão Preto und Alberto Monsaraz[1] hingegen initiierten aus dem Untergrund heraus eine Revolte gegen den Estado Novo, welche jedoch aufgrund fehlender Unterstützung durch das Militär im September 1935 scheiterte.

Literatur

  • Stanley Payne: Geschichte des Faschismus. Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung. London 1995.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Sérgio Luís de Carvalho: Lisboa Nazi – A cidade secreta dos Portugueses que lutaram pelo Terceiro Reich. 3. Auflage. Edições Parsifal, Lisboa 2024, ISBN 978-989-35-7651-9, S. 161 ff.