Mouloud Feraoun

Mouloud Feraoun (kabylisch ⵎⵓⵍⵓⴷ ⴼⵔⵄⵓⵏ Mulud Ferɛun; * 8. März 1913 im Bergdorf Tizi Hibel in der Region Große Kabylei, Algerien; † 15. März 1962 in Algier) war ein algerischer Schriftsteller französischer Sprache, der – zum Teil autobiografische – Romane über das Schicksal afrikanischer Arbeiter in Frankreich schrieb.

Leben

Mouloud Feraoun stammte aus einer Bauernfamilie. Sein Vater arbeitete mehrmals zeitweise in Frankreich in einer Mine bei Lens. Mouloud Feraoun besuchte ab dem Alter von 15 Jahren mit einem Stipendium die Schule in Tizi Ouzou. Vier Jahre später bestand er einen Zulassungswettbewerb für das Lehrerseminar in Bouzareah[1] nahe von Algier. Nach dem Studium arbeitete Feraoun als Lehrer in Tizi Hibel, später außerhalb der Kabylei als Schuldirektor und Schulinspektor für die 1955 von Germaine Tillion[1] gegründeten Sozialzentren.

Für seinen Roman Le fils du pauvre erhielt er den Grand Prix littéraire von Algier. Für seinen Roman Vergeltung unter Tage erhielt er 1953 den Prix Populiste.[1]

Am 15. März 1962 nahm er mit drei Franzosen aus Frankreich und zwei französischen Muslimen in einem Vorort von Algier an einem Treffen der Sozialzentren teil,[1] die sie gemeinsam leiteten, als die Terroristen der OAS[2] sie überfielen und ermordeten.

Werke

  • Le fils du pauvre (Der Sohn des Armen), 1950, Roman
  • La Terre et le sang (Vergeltung unter Tage, auch Die Heimkehr des Amer-U-Kaci) (1953) Roman
  • Les Chemins qui montent (Die Wege hügelan), 1957, Roman
  • Les Poèmes de Si Mohand (1960), Gedichtsammlung
  • Journal (1962), Tagebuch der Jahre 1955 bis 1962[1]
  • Jours de Kabylie (1968)
  • Lettres à ses amis (1969), Schriftwechsel
  • L’Anniversaire (1972), unvollendeter Roman

Einzelnachweise

  1. a b c d e Gérard Noiriel: Le peuple français : Histoire et polémiques. Éditions Tallandier, Paris 2025, ISBN 979-1-02106574-1, S. 111, 187 f.
  2. Guillaume Blanc: Décolonisations – Histoires situées d’Afrique et d’Asie (XIXe–XXIe siècle). In: Collection Points Histoire. H586. Éditions du Seuil/Institut universitaire de France (IUF), Paris 2022, ISBN 978-2-7578-9285-5, S. 268.