Motte di Volpego

Motte di Volpego

Gewässer Lagune von Venedig
Geographische Lage 45° 24′ N, 12° 16′ O
Einwohner unbewohnt

Die Motte di Volpego, früher auch Volpadego, stellen eine Inselgruppe in der mittleren Lagune von Venedig dar. Dort bezeichnet man mit einer Motta einen kleinen Hügel, der aus dem Wasser ragt. Die Motte befinden sich südlich von Fusina. Auf der nahegelegenen, bis ins 15. Jahrhundert bewohnten Insel San Marco in Bocca Lama befindet sich eine bedeutende archäologische Fundstätte, an der die älteste venezianische Galeere ausgegraben wurde.

Bei den Inseln befindet sich eine der Messstationen der örtlichen Meereskundler; in den Jahren 1966 und 1967 wurden Bohrkerne entnommen – diese erreichten bereits im August 1963 am Rand der Insel eine Tiefe von -30 m –, die Torf in rund 20.000 Jahre alten Schichten nachwiesen.[1] Auch ließ sich für die Zeit vor 23.000 Jahren eine sehr frühe Rückkehr der Tanne lange vor dem Ende der letzten Kaltzeit belegen.[2] Für das späte 3. und das beginnende 4. Jahrhundert ließ sich ein Flusslauf nachweisen, doch ist die Zuordnung zum Brenta unsicher.[3] Zehn Meter unterhalb des heutigen Wasserspiegels ließen sich Strukturen nachweisen, die auf einen Fluss zurückzuführen sind.[4]

1391 beschloss das zuständige Gremium der Republik Venedig, dem Brenta den Durchfluss zu erleichtern, indem die Fossa di Lizzafusina bei Volpadego vertieft und gereinigt wurde. Dahinter sollte hingegen die Bocca di Lizzafusina geschlossen werden. Entsprechende Schutzvorkehrungen sollten um Volpadego durchgeführt werden, so die Wiederherstellung eines lädierten Dammes. Auch sollten Signale aufgestellt werden, um die Folgen beobachten zu können. An der Bocca di Volpadego sollten Wachen stationiert werden, denn die Schifffahrt Richtung Padua passierte die Inselgruppe (für sie sollten bereits 1369 zwei „cavane“ gebaut werden, so lautete der Vorschlag der Wasserbaubehörde,[5] wohl eine Art Schutzhütten, wie sie noch heute gelegentlich die Fischer unterhalten). Außerdem kam es wohl immer wieder zu Beschädigungen. In S. Angelo della Contorta sollte nun eine „cavana“ gebaut werden. Zudem sollte die Durchfahrt für Boote durch Kanalbauten bei Lizzafusina erleichtert werden, denn diese brachten Wasser aus dem Brenta nach Venedig.[6]

Anmerkungen

  1. Land Subsidence. Proceedings of the Third International Symposium on Land Subsidence held in Venice, Italy, 19–25 March 1984, Band 3, S. 320.
  2. Geologisches Jahrbuch 28–32 (1972) 23–25.
  3. Enrico Bonatti: Late-Pleistocene and postglacial stratigraphy of a sediment core from the lagoon of Venice (Italy), in: Memoria di Biogeografia Adriatica 7 (1968) 9–28.
  4. Paolo Simonini: Geotechnics of Venice and Its Lagoon, CRC Press, 2024, S. 22.
  5. I libri commemoriali della Republica di Venezia. Regesti, Bd. III, Venedig 1883, S. 81, n. 497, 4. Juni 1369.
  6. I libri commemoriali della Republica di Venezia. Regesti, Bd. III, Venedig 1883, S. 211 f., n. 364, 8. November 1391.