Moritz von Bellegarde

Graf Moritz von Bellegarde, anfangs auch Claude Marie von Bellegarde (* 1743 in Chambéry in Savoyen; † 28. Januar 1792 auf der Rückreise von Italien nach Sachsen) war ein anfangs königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Offizier, zuletzt Generalinspekteur der kursächsischen Armee im Rang eines Generalleutnants.

Familie

Von Bellegardes Eltern waren der sächsische Generalleutnant Graf Claudius Maria von Bellegarde (* 1700; † 26. Februar 1755)[1][2] und dessen Ehefrau der Maria Aurora von Rutowski (* 1706) geschiedene Bielinski, eine natürliche Tochter von König August II. Der sächsische Kriegsminister Johann Franz von Bellegarde (1707–1769) war sein Onkel.

Leben

Von Bellegarde trat 1741, im Alter von 14 Jahren, als Kornett in die damalige königlich-polnische und kurfürstlich-sächsische Armee ein. Er diente in der Kavallerie, bei der Garde du Corps mit dem Standquartier in Dresden. Er wurde 1749 Leutnant, 1752 Rittmeister, 1756 Major und 1763 Oberstleutnant. Als 1776 der bisherige Kommandeur der Garde du Corps, Generalmajor Alexius du Hamel in den Ruhestand verabschiedet wurde, übernahm von Bellegarde anfangs ad interim die Kavallerieeinheit. Am 2. Oktober 1777 wurde er in der Dienststellung als Kommandeur der Garde du Corps zum Oberst befördert. Im Bayerischen Erbfolgekrieg nahm er am 30. Juli 1778 im Gefecht bei Gießhügel. Er wurde bei einem Erkundungsritt gefangen genommen, aber erst nachdem er vier österreichische Reiter mit eigener Hand niedergehauen hatte.[3]

Am 15. Februar 1784 beförderte der sächsische Kurfürst Friedrich August III. von Bellegarde zum Generalmajor, weiterhin als Kommandeur der Garde du Corps. Am 24. Februar 1786 erhielt er seine Bestallung als neuer Chef des kursächsischen Kürassierregiments, nachdem der erst kurz vor ihm ernannte Chef, Generalmajor Karl August Christoph von Rex vor der Übernahme dieses Truppenteils verstorben war. Anschließend war von Bellegarde ab dem 28. November 1788 Generalinspekteur der Kavallerie und wurde in dieser Dienststellung am 30. Dezember 1790 zum Generalleutnant befördert. Als Generalinspekteur erwarb er sich große Verdienste um die sächsische Reiterei. Seine Reit- und Exerzier-Instruktionen galten noch lange Zeit. Er starb überraschend 1792 nach einem Besuch in seiner Heimatstadt in Chambéry.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Eduard Maria Oettinger: Moniteur des dates. S. 74; archive.org.
  2. François Alexandre Aubert de la Chenaye Desbois: Dictionnaire de la noblesse de France. Band 2. S. 288; Textarchiv – Internet Archive.
  3. Johann Friedrich Seyfart: Unpartheyische Geschichte des bayerischen Erbfolgekriegs. Paul Gotthelf Kummer, Leipzig 1780, S. 494; archive.org.