Morgen trifft es dich
| Film | |
| Titel | Morgen trifft es dich |
|---|---|
| Originaltitel | Patterns Alternativtitel: Patterns of Power |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1956 |
| Länge | 84 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Fielder Cook |
| Drehbuch | Rod Serling |
| Produktion | Michael Myerberg, Jed Harris |
| Kamera | Boris Kaufman |
| Schnitt | Dave Kummins Carl Lerner |
| Besetzung | |
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Morgen trifft es dich (Originaltitel Patterns und Patterns of Power) ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1956 über Intrigen und Machtkämpfe in der Führungsriege eines Unternehmens. Das Drehbuch wurde von Rod Serling nach seinem gleichnamigen Fernsehspiel adaptiert, welches am 12. Januar 1955 mit großem Erfolg in der Anthologieserie Kraft Television Theatre ausgestrahlt worden war.
Handlung
Fred Staples, ein noch relativ junger Industrieingenieur, zieht mit seiner Frau Nancy für einen neuen Job nach Manhattan. Zuvor war die Firma, für die Fred in Ohio gearbeitet hatte, vom Industriekonzern Ramsey & Company übernommen worden. Als Freds gute Leistungen dem Konzernchef Walter Ramsey auffielen, verpflichtete dieser ihn für die Ramsey-Geschäftsführung nach Manhattan. Staples ist sich zunächst nicht im Klaren darüber, dass Ramsey ihn darauf vorbereitet, mittelfristig den schon älteren Bill Briggs als zweiten Mann im Unternehmen abzulösen.
Briggs ist ein prinzipientreuer Geschäftsmann alter Schule und arbeitet bereits seit vierzig Jahren für die Firma. Er war ein Bewunderer und Vertrauter des Firmengründers, des verstorbenen Vaters von Walter Ramsey. Doch seitdem Walter Ramsey übernahm, weht in der Zentrale ein anderer, schärferer Wind. Briggs’ ausgeprägte Geschäftsethik, etwa bei Fragen um die Situation der Arbeiter, gerät immer wieder im Widerspruch zu Ramseys gefühlloser, „moderner“ Methodik. Briggs hängt indes sehr an seiner Arbeit und stellt sie regelmäßig über die Zeit mit seinem jugendlichen Sohn.
Da Ramsey Briggs nicht direkt entlassen will, setzt er alles daran, ihn zu sabotieren und öffentlich zu demütigen, um ihn zum Rückzug zu bewegen. Doch der alte Mann weigert sich hartnäckig aufzugeben. Der Stress setzt ihm jedoch zu – er beginnt zu trinken, was seinem ohnehin angeschlagenen Gesundheitszustand zusätzlich schadet. Staples ist hin- und hergerissen: Seine Sympathie für Briggs steht im Konflikt mit seinem Ehrgeiz, den seine Frau bestärkt. Bei einer Vorstandssitzung, in der ein Bericht diskutiert wird, den Briggs und Staples gemeinsam verfasst haben, lobt Ramsey Staples dafür, dass er Briggs’ gut gemeinte, aber untaugliche Ideen in praktische umgewandelt habe. Es kommt zu einem hitzigen Wortwechsel. Kurz nachdem Briggs den Raum verlassen hat, bricht er zusammen und stirbt wenig später im Krankenhaus.
Staples hat genug und geht zu Ramsey, um ihn zur Rede zu stellen und seinen Rücktritt zu erklären. Ramsey weist ihn scharf zurück und betont, dass ein Unternehmen wie Ramsey & Company Männer mit solchem Talent brauche, um erfolgreich zu sein. Er bietet Staples Briggs’ Stelle an – mit doppeltem Gehalt, doppelten Aktienoptionen und einem unbegrenzten Spesenkonto. Staples zögert. Doch Ramsey legt nach und erklärt, Staples könne nirgendwo sonst sein volles Potenzial entfalten. Als Staples entgegnet, dass er Ramsey hasse und nicht sein Prügelknabe sein wolle, sondern ständig mit ihm streiten, kämpfen und letztlich das Präsidentenamt anstreben würde, zeigt sich Ramsey regelrecht belebt und beinahe glücklich davon, endlich jemanden auf Augenhöhe zu haben, der ihn herausfordert. Staples erklärt sich für bereit, unter diesen Bedingungen weiterzumachen. Staples geht und sagt seiner Frau, dass er bleibt – weil es so zumindest eine Chance gebe, etwas zum Besseren zu verändern.
Hintergrund
Das Medium Fernsehen hatte seit den späten 1940er-Jahren sukzessive in amerikanischen Haushalten einen Siegeszug angetreten und war zu einer ernsthaften Konkurrenz für regelmäßige Kinobesuche geworden. Zugleich adaptierte Hollywood auch mehrfach Fernsehspiele für das Kino, nachdem sie sich als besonders angesehen oder populär entpuppt hatten; das heute wohl bekannteste Beispiel hierfür ist der Gerichtsfilm-Klassiker Die zwölf Geschworenen aus dem Jahr 1957, dem ein Fernsehspiel von 1954 vorausging. Diese Fernsehspiele, darunter auch Patterns, liefen vorrangig in Anthologieserien und widmeten sich oft auch anspruchsvollen sowie gesellschaftskritischen Stoffen. Auch deshalb galten die 1950er-Jahre vielen US-Fernsehhistorikern im Nachhinein als ein erstes „Goldenes Zeitalter des (amerikanischen) Fernsehens“.[1]
Auch Patterns war als 60-minütiges Live-Fernsehspiel bei der Anthologieserie Kraft Television Theatre am 12. Januar 1955 gestartet. Bereits dabei hatte Fiedler Cook die Regie geführt und alle wichtigen Schauspieler bis auf Van Heflin hatten ihre entsprechenden Rollen eingenommen, die sie auch später in der Kinoverfilmung hatten. Statt Heflin spielte Richard Kiley die Rolle des Fred Staples.[2] Sowohl Kritiker als auch Publikum nahmen das Fernsehspiel mit Begeisterung auf. Der Erfolg war dermaßen groß, dass Patterns einen Monat später (am 9. Februar 1955) ein zweites Mal im Kraft Television Theatre mit allen Beteiligten auf demselben Sendeplatz aufgeführt wurde; Wiederholungen gab es damals noch nicht. Der Vorgang einer zweiten Aufführung war äußerst unüblich, unterstrich aber, dass Autor Rod Serling mit seinem Stoff einen Nerv getroffen hatte.[3] Für den damals 30-jährigen Serling bedeutete Patterns den Durchbruch zum bekannten Drehbuchautoren, er wurde später insbesondere als Schöpfer der Kultserie Twilight Zone berühmt.
Aufgrund des Fernseherfolges konnte schnell eine Kinoverfilmung des Stoffes auf die Beine gestellt werden. Überdies war bereits 1954 mit Die Intriganten von Robert Wise ein Filmdrama über Intrigen in der Chefetage in die Kinos gekommen, das sich als erfolgreich erwiesen hatte. Gedreht wurde im Juni und Juli 1955 in den Studios von Warner Brothers in New York.[4] Dies ermöglichte den Filmschaffenden auch, einige Aufnahmen von New York und speziell den Wolkenkratzern der Stadt in den Film einzubringen. Während die Besetzung ansonsten in vielen Fällen aus eher unbekannten New Yorker Theater- und Fernschauspielern bestand, wurde mit Van Heflin ein Hollywood-Star besetzt, der als Oscar-Gewinner Anerkennung als guter Schauspieler genoss, aber zugleich auch ein dem damaligen Kinopublikum bekannter Name war.
Kritiken
Laut A. H. Weiler in der The New York Times vom 28. März 1956 habe Patterns die Übertragung vom Fernseher auf die Kinoleinwand gut überstanden, zumal bis auf Newcomer Van Heflin auch keine Darsteller ausgetauscht worden seien. Es sei immer noch ein starkes, aber zugleich differenziertes Drama über die Geschäftswelt: „Die Einrichtungen in Büros und Wohnungen spiegeln Geschmack, Wohlstand und natürlich die Anspannung dieser hektischen Geschäftswelt wider. Aber es sind die Worte und Ideen von Mr. Serling, die dem Film Kraft und Besonderheit verleihen und Patterns zu einer nachdenklichen und faszinierenden Ergänzung der diesjährigen Filmdateien machen.“[5] Eine weitere zeitgenössische Kritik sprach von einem „starken, gut durchdachten und fesselnden Drama“.[6]
Dennis Schwartz schrieb 2002 rückblickend mit großem Lob über den Film. Das Drehbuch zu Patterns habe Rod Serling seinen Durchbruch verschafft und könne vielleicht als seine beste Schreibarbeit gelten. Die Regie von Fiedler Cook sei solide, besonders würden aber die Leistungen der Schauspieler Van Heflin, Ed Begley, Beatrice Straight und Everett Sloane in den zentralen Rollen herausragen. Zudem schreibt Schwartz: „Es ist ein eindringliches Melodram, das den Zuschauer in die Abgründe der Politik in den Vorstandsetagen großer Unternehmen, hinterhältiger Intrigen und der harten Geschäftswelt entführt. Seit den 1950er Jahren haben sich Dinge geändert, sodass manche Aspekte mittlerweile überholt sind, aber der Film trifft nach wie vor den Kern der brutalen Natur der Geschäftswelt.“[7]
Der Filmdienst empfahl den Film ab 14 Jahren und schrieb mit verhaltenem Lob: „Sorgfältig nachverfilmtes Dialogfernsehspiel, vielleicht zu glatt in Debatten und Darstellung, aber im ganzen aufschlußreich und anregend.“[8]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Television in the United States - Late Golden Age, Broadcasting, Programming | Britannica. Abgerufen am 18. November 2025 (englisch).
- ↑ Patterns. In: Kraft Television Theatre. 12. Januar 1955, abgerufen am 18. November 2025.
- ↑ Dennis Schwartz: patterns. Archiviert vom am 5. März 2016; abgerufen am 18. November 2025.
- ↑ AFI|Catalog. Abgerufen am 18. November 2025.
- ↑ Screen: 'Patterns' Bows at Mayfair; Powerful Video Drama Scores in New Form (Published 1956). 28. März 1956 (nytimes.com [abgerufen am 18. November 2025]).
- ↑ Sawdust and Tinsel: The Searchers. In: St. Louis Post-Dispatch. St. Louis, Missouri 25. Mai 1956, S. 48 (newspapers.com [abgerufen am 18. November 2025]).
- ↑ Dennis Schwartz: patterns. Archiviert vom am 5. März 2016; abgerufen am 18. November 2025.
- ↑ Morgen trifft es dich. In: Filmdienst. Abgerufen am 18. November 2025.