Mordfall Jean de Broglie

Der Mordfall Jean de Broglie ist ein französischer Kriminalfall des Jahres 1976. Jean de Broglie, der zur ehemaligen Adelsfamilie der Broglie gehörte, hatte seit 1951 zahlreiche hohe politische Ämter bekleidet und war an mehreren Finanzunternehmen beteiligt. Er wurde am Morgen des 24. Dezember 1976 in Paris auf offener Straße erschossen. Die der Planung und Ausführung der Tat Beschuldigten wurden 1981 zu Gefängnisstrafen verurteilt. Weder das wirkliche Motiv für die Ermordung de Broglies noch dessen Urheber konnten jedoch zweifelsfrei ermittelt werden.

Die Vorgeschichte

Im Januar des Jahres 1976[1] wurden die Finanzberater Patrick de Ribemont und Pierre de Varga Eigentümer des im 8. Pariser Arrondissement gelegenen Restaurants Rôtisserie de la Reine Pédauque. Der Erwerb des Restaurants war ihnen nur möglich durch eine Verschuldung in Höhe von vier Millionen Francs bei Jean de Broglie,[2] der für diese Summe selbst einen Bankkredit aufnehmen musste.[3] Zu Geschäftsführern des Restaurants wurden Pierre de Varga und mit Victor-François de Broglie einer der Söhne des Gläubigers ernannt.

Ein weiterer im Verlauf der Affäre Beschuldigter, der Polizist Guy Simoné, hatte sich 1976 ebenfalls Geld von Jean de Broglie geliehen – den vergleichsweise geringen Betrag von 100.000 Francs.[4]

Am frühen Morgen des 24. Dezember 1976 begab sich Jean de Broglie zu einer Besprechung mit Pierre de Varga in dessen Privatwohnung im Haus Nummer 2 der Rue des Dardanelles im 17. Arrondissement von Paris. Im selben Haus besaß auch Patrick de Ribemont eine Wohnung.

Chronologie

24. Dezember 1976 – ca. 9:15 Uhr. Unmittelbar nach Verlassen des Hauses in der Rue des Dardanelles wird Jean de Broglie mit drei Kugeln niedergeschossen. Er stirbt auf der Stelle an den Verletzungen. Sein Mörder kann entkommen.[5] Nachdem in ersten Radio- und TV-Meldungen über die Ermordung de Broglies berichtet wurde, meldet sich bei der AFP ein anonymer Telefonanrufer und behauptet, er rufe im Namen der Groupe Charles-Martel an, sie sei für den Anschlag verantwortlich.[6] Dies erweist sich gemäß den polizeilichen Ermittlungen der folgenden Tage als ein Täuschungsmanöver.

29. Dezember 1976. Auf einer Pressekonferenz verkündet Innenminister Michel Poniatowski im Beisein der Leiter der brigade criminelle und der police judiciaire, mit der Verhaftung von Pierre de Varga sei jetzt das Netz der Täter komplett („le coup de filet est complet“). Zuvor waren schon Patrick de Ribemont, er galt neben de Varga als zweiter Auftraggeber, sowie der Auftragskiller Gérard Frèche und Guy Simoné, ein Polizist, der als Organisator des Vorgehens galt, verhaftet worden. Auch das Motiv sei bereits ermittelt worden – de Ribemont und de Varga hätten den Gläubiger der ihm geschuldeten vier Millionen Francs ausschalten wollen.[7]

1. März 1977. De Ribemont wird aus der Haft entlassen, und das Verfahren gegen ihn wird am 21. März 1980 endgültig eingestellt.[8] Die anderen Angeklagten – Frèche, Simoné und de Varga, sowie der inzwischen als Mittelsmann zu Frèche ebenfalls festgenommene Serge Tessèdre – bleiben bis zur Urteilsverkündung Ende 1981 in Untersuchungshaft.

4. November 1981. Vor dem Cour d’assises von Paris beginnt der Prozess gegen die vier Angeklagten Frèche, Simoné, de Varga und Tessèdre.

23. Dezember 1981. Die Urteile werden verkündet. Gérard Frêche, Guy Simoné und Pierre de Varga werden zu jeweils zehn Jahren Haft, Serge Tessèdre wird zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Hintergründe

Ein französisches Watergate?

Unmittelbar nach der Verkündung des von Innenminister Poniatowski unterstellten Tatmotivs[9] – Beseitigung des Gläubigers der Finanzierung des Pariser Restaurants Rôtisserie de la Reine Pédauque – wurden in der französischen Öffentlichkeit Zweifel daran laut. Schon zwölf Tage später berichtete auch das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel, der laut Poniatowski „abgeschlossene Fall“ sei „total undurchsichtig geworden“: „Die als Auftraggeber öffentlich gebrandmarkten de Varga und de Ribemont bestritten jede Tatbeteiligung. Selbst die Witwe des Prinzen glaubte nicht an das Motiv: »Das ist idiotisch, man kann sich nicht vorstellen, daß er deshalb ermordet worden ist.«“[10], und auch die New York Times berichtete bereits Anfang Januar 1977 über den Fall unter der Überschrift „A ‘Solved’ Murder Case in Paris Is Erupting Into a National Scandal“ („Ein ‹gelöster› Mordfall in Paris entwickelt sich zu einem nationalen Skandal“).[11] Nur acht Wochen später wurde einer der beiden vermeintlichen Auftraggeber des Mordes, Patrick de Ribemont, aus der Untersuchungshaft entlassen.

Nach drei Jahre währenden Untersuchungen wurden die Ermittlungen der Justiz im Frühjahr 1980 zunächst abgeschlossen, und es wurde die Ansetzung des Prozessbeginns erwartet. Kurz darauf, im April 1980, veröffentlichte die Wochenzeitung Le Canard enchaîné jedoch Dokumente, aus denen hervorging, dass die Polizei schon Monate vor dessen Ermordung von der Bedrohung des Lebens de Broglies wusste und dass einzelne Beteiligte an dem Fall zeitweise überwacht worden waren.[12] Diese polizeilichen Berichte waren schon vor dem Mord innerhalb des Dienstapparates an übergeordnete Stellen weitergeleitet worden, der Justiz jedoch nie, auch nicht nach dem Mord, zur Verfügung gestellt worden. Die Folge dieser Enthüllungen war, dass ein neuer – inzwischen dritter – Ermittlungsrichter eingesetzt wurde und weitere Untersuchungen begannen. Nach mehr als einem Jahr galten auch diese Ermittlungen als abgeschlossen, und als Prozessbeginn wurde der 4. November 1981 festgesetzt.

Schon nach der Pressekonferenz von Innenminister Poniatowski mit zwei ranghohen Polizisten vom 29. Dezember 1976 hatte das französische Justizministerium von einer „eindeutigen Verletzung der Strafprozeßordnung“ und ein Sprecher des Richterverbandes von einem „Übergriff in die Obliegenheiten der Justiz“ gesprochen.[13] Dass sich zwischenzeitlich herausgestellt hatte, dass die Verantwortlichen in Polizei und Innenministerium der Justiz wichtige Dokumente vorenthalten hatten, bezeichnete der Richter André Giresse im November 1981, während des Prozesses, als „Watergate français“.[14][15][16]

De Broglies Geschäftstätigkeiten

Einer der Angeklagten, der frühere Polizist Guy Simoné, hatte schon in den ersten Verhören nach seiner Verhaftung behauptet, der als Auftraggeber Hauptangeklagte Pierre de Varga habe ihm gegenüber versichert, die Aktion gegen de Broglie sei „von ganz oben“ gedeckt.[17][18] Entsprechend stellte der Anwalt von Simoné, Maître Roland Dumas, die Plausibilität des von Poniatowski unterstellten Tatmotivs in Frage. Er beklagte, dass Polizei und Ermittlungsrichter trotz jahrelanger Untersuchungen nicht auch andere mögliche Zusammenhänge und Tatmotive betrachtet hätten, die vor allem mit de Broglies eigenen Geschäftstätigkeiten zusammenhingen. Bereits im September 1978 hatte er der damals gerade eingesetzten zweiten Ermittlungsrichterin ein Dossier vorgelegt, in dem u. a. auf dessen verantwortliche Funktionen in den folgenden drei Gesellschaften hingewiesen wurde:

  • Eine zentrale Rolle habe die 1968 gegründete luxemburgische Briefkastenfirma SODETEX gespielt, deren Geschäftsführer de Broglie war. Die SODETEX sei, so das Ergebnis eines spanischen Parlamentsausschusses, eine Filiale des spanischen Unternehmens Matesa gewesen, das große Summen an staatlichen Subventionen auf ausländische Konten, vor allem in der Schweiz und in Luxemburg, transferiert hat. Die Matesa wiederum sei ein Instrument des Opus Dei gewesen und oberster Repräsentant des Opus Dei in Frankreich sei Edmond Giscard d’Estaing, Vater des Staatspräsidenten, politisch verbunden mit de Broglie über die Républicains indépendants. Drei der Gesellschafter und Geschäftspartner der SODETEX waren in Skandale verwickelt bzw. gerichtlich verurteilt (im Fall des Matesa-Direktors Juan Vila Reyes später begnadigt).[19]
  • De Broglie war bis zu ihrer Auflösung 1973 auch Generaldirektor der Gesellschaft SOFRADEC gewesen. Der Hauptaktionär der SOFRADEC war im Mai 1973 im Wald von Compiègne durch Schüsse in den Kopf ermordet worden.[20]
  • Außerdem leitete de Broglie gemeinsam mit einem ehemaligen Mitarbeiter des algerischen Geheimdienstes die Gesellschaft BRINCOM, unter deren Deckmantel Waffenhandel in nordafrikanische und arabische Länder abgewickelt wurde.[21]

Einer möglichen Verbindung zwischen diesen Geschäftstätigkeiten de Broglies und seiner Ermordung im Dezember 1976 wurde weder von polizeilicher noch von ermittlungsrichterlicher Seite nachgegangen. Während des 1981er Prozesses fand auch eine Anhörung des damaligen Direktors des französischen Nachrichtendienstes renseignements généraux statt, Raymond Cham; er sagte, ohne einen ausdrücklichen Auftrag durch die Regierung gelte: „Die Geschäftsangelegenheiten von Jean de Broglie waren Teil seines Privatlebens und die renseignements généraux haben nicht die Aufgabe, sich mit dem Privatleben zu befassen.“[22]

Weitere ungeklärte Aspekte

Nelly Azerad

Eine vollkommen undurchsichtige Rolle spielte in der Affäre die Ärztin Nelly Azerad, eine Kardiologin mit eigener Praxis, gleichzeitig aber tätig im medizinischen Dienst der Pariser Gefängnisse. In dieser Funktion war sie auch zuständig für die Erstellung von Gutachten, die zur Entscheidungsfindung über Haftverschonung dienten. Zu den Patienten ihrer Praxis gehörten sowohl Pierre de Varga als auch Jean de Broglie. Wenige Tage nach der Ermordung de Broglies hatte der damalige Anwalt von de Varga, Maître Alain Beaumier, Azerad veranlasst, ihren Terminkalender des Jahres 1976 zu vernichten. Hintergrund war es, de Varga ein Alibi für den Tag eines früher geplanten Mordanschlags auf de Broglie zu ermöglichen. Anfang 1982 wurden Azerad und Beaumier in dieser Sache zu Bewährungsstrafen verurteilt.[23]

An einer weiteren Angelegenheit der Affäre, die während des 1981er Prozesses behandelt wurde, war Nelly Azerad beteiligt. Ein gewisser Serge Gehrling hatte gegenüber einem ranghohen, bekannten Polizeikommissar behauptet, Azerad habe ihn für einen Mordanschlag auf den inhaftierten Pierre de Varga anwerben wollen; dieser Anschlag sollte während des Hofaufenthalts der Häftlinge des Pariser Santé-Gefängnisses passieren. Vor Gericht beschuldigten sich beide, Gehrling und Azerad, gegenseitig, Initiator dieses Plans gewesen zu sein, ihn selbst aber nie ernst genommen zu haben. Diese Angelegenheit blieb ohne rechtliche Konsequenzen.[24]

Drei mysteriöse Todesfälle

Einer der Gesellschafter der SODETEX war der Bankier Robert Leclerc, dessen Genfer Bankhaus Leclerc et Cie (früher Banque de la Harpe) Anfang 1977 in großen finanziellen Schwierigkeiten steckte. Einer der Teilhaber dieses Bankhauses, Bertrand de Muralt, beging am 8. Mai 1977 Suizid.[25]

Der Direktor des Bankhauses Leclerc et Cie, Charles Bouchard, ertrank zwei Tage später, am 10. Mai 1977, im Genfer See. Auch hier ging man zunächst von einem Suizid aus; drei Jahre später wurden neue Untersuchungen dieses Todesfalles eingeleitet, die auch die Möglichkeit einer Ermordung Bouchards betrafen.[26]

Ein weiterer bei der Unternehmensgründung 1968 eingetragener Gesellschafter der SODETEX, der Politiker Charles Bignon, bestritt später, jemals Kapital in diese Gesellschaft eingebracht zu haben oder auch nur die geringste Aktivität für sie erbracht zu haben. Er starb in der Nacht auf den 29. März 1980 bei einem Autounfall, dessen Umstände nie eindeutig geklärt wurden.

Ein Nachweis, dass diese drei Todesfälle in einem Zusammenhang mit der Ermordung Jean de Broglies standen, ist nie erbracht worden. Aber an einen Zufall, dass drei Männer, die in Beziehung zu de Broglies Firma SODETEX standen, während der Jahre der Ermittlungen Suizid begingen, möglicherweise ermordet wurden oder bei einem Unfall ums Leben kamen, mochten die ehemaligen Journalisten Jacques Bacelon (von Le Matin und Autor eines Buches über die Affäre) und Michel Bôle-Richard (von Le Monde) nicht glauben.[27]

Spätere Entwicklungen

Guy Simoné

Der Polizist Guy Simoné wurde ein Jahr und fünf Monate nach dem Gerichtsurteil aus der Haft entlassen. Beschuldigt, der Organisator des Mordkomplotts gewesen zu sein, hatte er immer seine Unschuld beteuert. Und er hatte, wie sich erweisen sollte, damit recht. Seine klandestin an andere Polizeieinheiten übermittelten Mitteilungen waren sogar Ausgangspunkt gewesen für polizeiinterne Berichte über die Bedrohung, der de Broglie ausgesetzt war. Der Richter des 1981er Prozesses, André Giresse, Präsident des Pariser Schwurgerichts von 1975 bis 1985, räumte in seinen 1987 veröffentlichten Lebenserinnerungen[28] ein, dass das Urteil gegen Simoné ein Justizirrtum war.

Vor einem Berufungsgericht erreichte Simoné 1988, dass sein Eintrag aus dem Strafregister gelöscht wurde. Er wurde rehabilitiert und wieder in den Polizeidienst aufgenommen.

Patrick de Ribemont

Patrick de Ribemont, der 1976 von Innenminister Poniatowski als einer der beiden Auftraggeber des Mordes bezeichnet wurde und anschließend mehr als zwei Monate inhaftiert war, veröffentlichte bereits 1978 ein Buch zu der Affäre (s. Literatur). Nachdem 1980 das Verfahren gegen ihn offiziell eingestellt wurde, setzte er sich viele Jahre für eine finanzielle Entschädigung für den erlittenen Verlust seines guten Rufes ein. Sein Fall wurde schließlich 1995 vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verhandelt, und er erhielt eine Entschädigung in Höhe von zwei Millionen Francs zugesprochen.[29]

Staatsgeheimnis

Bis heute sind das Motiv der Ermordung Jean de Broglies, seine Urheber und die mögliche Verwicklung von politischen Verantwortlichen nicht ermittelt worden. Alle diesbezüglichen staatlichen Dokumente wurden als Geheimsache, im Französischen: „secret défense“, klassifiziert.[30] Eine Aufhebung des „secret défense“-Status, ursprünglich für das Jahr 2025 angekündigt, ist bisher (Stand: März 2025) nicht erfolgt.[31]

Literatur

  • Patrick de Ribemont: Échec aux princes – L’Affaire de Broglie. Éditions Henri Berger, Paris 1978.
  • Jacques Bacelon: L’Affaire de Broglie. Éditions Jean Picollec, Paris 1981, ISBN 2-86477-017-2.
  • Jesús Ynfante: Un Crime sous Giscard - L’Affaire de Broglie - L'Opus Dei - Matesa. François Maspero, Paris 1981, ISBN 2-7071-1259-3.
  • Lothar Baier: Die neuen Geheimnisse von Paris – Wer ließ den Prinzen de Broglie erschießen?. Zuerst erschienen in: TransAtlantik, Oktober 1980. Erweiterte Fassung in: Französische Zustände – Berichte und Essays; Neuausgabe als Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2015, ISBN 978-3-596-30681-7.
  • Guy Simoné: L’Affaire de Broglie – Un crime d’État. Éditions Michel Lafon, Neuilly 1999, ISBN 2-84098-511-X.
  • Christian Chatillon: Contre-enquête sur l'affaire de Broglie. L’Artilleur / Les éditions du Toucan, Paris 2015, ISBN 978-2-8100-0565-9.

Film

  • Francis Gillery: L’Assassinat de Jean de Broglie, une affaire d’Etat. TV-Film, 70 Minuten. Cie des Phares & Balises / France 3, 2016.

Einzelnachweise

  1. Die Angaben in den Abschnitten „Die Vorgeschichte“ und „Chronologie“ folgen, wenn nicht im Einzelfall anders angegeben, Lothar Baiers Reportage Die neuen Geheimnisse von Paris – Wer ließ den Prinzen de Broglie erschießen? (s. Literatur).
  2. Michel Bôle-Richard: L'AFFAIRE DE BROGLIE AUX ASSISES " Le mobile apparent ". In: Le Monde. 12. November 1981, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch): „Pierre de Varga n'était pas qu'un simple employé de cette société avec le titre de conseiller juridique, mais un associé à part entière avec 50 % des actions, même s'il a utilisé un prête-nom, celui de sa fille Pascale. (Pierre de Varga war nicht nur Angestellter dieses Unternehmens in der Funktion eines Rechtsberaters, sondern vollwertiger Gesellschafter mit 50 % der Anteile, auch wenn er sich dabei eines Nominees bediente, nämlich seiner Tochter Pascale.)“ – In anderen Quellen, so auch z. B. in Lothar Baiers Reportage (s. Literatur), hieß es de Ribemont sei einziger Besitzer, de Varga lediglich Geschäftsführer des Restaurants gewesen.
  3. Ein Jahr später, zum Zeitpunkt seines Todes hatte de Broglie Schulden in Höhe von ca. 14 Millionen Francs, davon fast 6 Millionen Francs gegenüber der Staatskasse. Michel Bôle-Richard: L’affaire de Broglie aux assises de Paris – Les mille visages de Pierre de Varga. In: Le Monde. 9. November 1981, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch).
  4. Michel Bôle-Richard: LE PROCÈS DE L'AFFAIRE DE BROGLIE La faute à personne. In: Le Monde. 11. November 1981, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch).
  5. Pierre Marie Thiaville: Assassinat Jean de Broglie. In: ina.fr. Institut national de l’audiovisuel, 24. Dezember 1976, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch, Aufzeichnung eines Beitrags von Antenne 2 in Le Journal).
  6. Le meurtrier a pu s'enfuir. In: Le Monde. 25. Dezember 1976, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch): „M. de Broglie ‹a été supprimé en tant que coresponsable de l'occupation de notre patrie par la pègre africaine.› (Monsieur de Broglie ‹wurde als Mitverantwortlicher für die Besetzung unseres Heimatlandes durch die afrikanische Unterwelt beseitigt.›)“
  7. La commission spéciale examine le rapport de M. Longuet. In: Le Monde. 21. August 1981, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch): „Le mécanisme était extrêmement simple; il y avait un prêt contracté auprès d'une banque avec la caution de M. de Broglie et remboursable par MM. de Varga-Hirsch et Ribemont. (Der Motiv war äußerst einfach: Es wurde ein Kredit bei einer Bank aufgenommen, der von Monsieur de Broglie garantiert wurde und von den Messieurs de Varga-Hirsch und Ribemont zurückzuzahlen war.)“
  8. Affaire Allenet de Ribemont c. France. Cour européenne des Droits de l’Homme, 10. Februar 1995, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch, Dokument des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus einem späteren Verfahren).
  9. Die Angaben in den Abschnitten „Hintergründe“ und „Spätere Entwicklungen“ folgen, wenn nicht im Einzelfall anders angegeben, Guy Simonés Buch L’Affaire de Broglie (s. Literatur) und Francis Gillerys TV-Film L’Assassinat de Jean de Broglie, une affaire d’Etat (s. Film).
  10. Dunkle Geschäfte. In: Der Spiegel. 9. Januar 1977, abgerufen am 1. Oktober 2025.
  11. James F. Clarity: A ‘Solved’ Murder Case in Paris Is Erupting Into a National Scandal. In: New York Times. 5. Januar 1977, abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  12. Sylvain Parpaite: 9 avril 1980 – Du plomb pour monsieur le Prince. In: Le Centre de la Presse. 8. April 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch).
  13. Dunkle Geschäfte. In: Der Spiegel. 9. Januar 1977, abgerufen am 1. Oktober 2025.
  14. Dunkle Geschäfte. In: Der Spiegel. 9. Januar 1977, abgerufen am 1. Oktober 2025.
  15. Journal A2 Edition 20H : émission du 20 novembre 1981. In: ina.fr. Institut national de l’audiovisuel, 20. November 1981, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch, Aufzeichnung der Nachrichtensendung Le Journal von Antenne 2; darin: 00:18 – 01:44.).
  16. Klaus-Peter Schmid: Frankreich: Watergate an der Seine. In: Die Zeit. 27. November 1981, abgerufen am 1. Oktober 2025.
  17. In seinem Buch L’Affaire de Broglie (S. 44; s. Literatur) gibt Simoné die Behauptung de Vargas so wieder: „je ne peux pas vous dire pourquoi, sinon que ça se passe très très haut“ (sinngemäß: „ich kann Ihnen nicht sagen, warum, außer dass es sehr, sehr weit oben entschieden wurde“).
  18. Dunkle Geschäfte. In: Der Spiegel. 9. Januar 1977, abgerufen am 1. Oktober 2025: „Doch im Verhör vor dem Untersuchungsrichter bekannte der Polizist Simoné, daß seiner Meinung nach »andere mit großem Einfluß« den Mordauftrag gegeben hätten.“
  19. Auszug aus dem Dossier von Roland Dumas im Wortlaut in Guy Simoné: L’Affaire de Broglie (s. Literatur), S. 141–145.
  20. Auszug aus dem Dossier von Roland Dumas im Wortlaut in Guy Simoné: L’Affaire de Broglie (s. Literatur), S. 145.
  21. Auszug aus dem Dossier von Roland Dumas im Wortlaut in Guy Simoné: L’Affaire de Broglie (s. Literatur), S. 147.
  22. Michel Bôle-Richard: Le procès de l'affaire de Broglie – Les " R.G. " ne sont pas curieux. In: Le Monde. 3. Dezember 1981, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch): „Les affaires commerciales de Jean de Broglie faisaient partie de sa vie privée et les renseignements généraux n'ont pas vocation à s'occuper de la vie privée.“
  23. Michel Bôle-Richard: L'audition du docteur Azerad a pris fin après quarante-huit heures de garde à vue. In: Le Monde. 8. April 1977, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch).
  24. Michel Bôle-Richard: LE PROCÈS DE L'AFFAIRE DE BROGLIE Le tireur myope et la " paranoïaque ". In: Le Monde. 7. Dezember 1981, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch).
  25. Isabelle Vichniac: La banque Leclerc de Genève connaît de graves difficultés. In: Le Monde. 11. Mai 1977, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch).
  26. Laurent Greilsamer: En marge de l'affaire de Broglie et de la fermeture d'une banque genevoise – Le suicide troublant de Charles Bouchard. In: Le Monde. 29. April 1980, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch).
  27. Michel Bôle-Richard: „De Broglie a été assassiné, mais il n’y a pas eu que lui. Il y a eu quand-même trois morts suspectes autour d’une société dont de Broglie s’occupait qui est la SODETEX.“ (Deutsch: „De Broglie wurde ermordet, aber nicht nur er. Es gab auch drei verdächtige Todesfälle im Zusammenhang mit einem Unternehmen, das de Broglie geleitet hatte – die SODETEX.“) Jacques Bacelon: „Il y avait d’autres crimes ensuite qui ont été commis plus intelligemment. Et à chaque fois, on a une progression dans la façon criminelle qui permet d’éviter des développements trop importants.“ (Deutsch: „Es folgten weitere Verbrechen, die intelligenter verübt wurden. Und jedes Mal kam es zu einer Weiterentwicklung ihrer kriminellen Ausübung, die es ermöglichte, größere Entwicklungen zu vermeiden.“) In L’Assassinat de Jean Broglie (s. Film); darin: 37:12 – 37:39.
  28. André Giresse und Philippe Bernert: Seule la vérité blesse. Plon, Paris 1987, ISBN 2-259-01544-1.
  29. Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 10. Februar 1995; darin: „Prenant en compte les divers éléments pertinents et statuant en équité comme le veut l’article 50, la Cour alloue globalement 2 000 000 FRF à M. Allenet de Ribemont.“ (Deutsch: „Unter Berücksichtigung der verschiedenen relevanten Elemente und einer nach Billigkeit getroffenen Entscheidung gemäß Artikel 50 spricht das Gericht Herrn Allenet de Ribemont insgesamt 2.000.000 FRF zu.“)
  30. Affaire Jean de Broglie : qui était ce député, assassiné en plein Paris il y a 48 ans ? In: rtl.fr. 24. Dezember 2023, abgerufen am 1. Oktober 2025 (französisch): „Aujourd'hui encore, le doute plane quant aux raisons derrière ce meurtre. Ce dossier criminel est toujours classé Secret Défense. (Bis heute besteht Unklarheit über die Motive dieses Mordes. Die Kriminalakten sind weiterhin als Geheimsache klassifiziert.)“
  31. A. Folch : « Le système politique étouffe la vérité sur les morts mystérieuses ». In: Boulevard Voltaire. 20. März 2025, abgerufen am 2. Oktober 2025 (französisch, Arnaud Folch, Herausgeber eines Sonderheftes von Valeurs Actuelles im Interview): „L’assassinat du prince de Broglie, qui était l’ex-trésorier de la campagne de Giscard - et sur lequel il est avéré que Michel Poniatowski, le ministre de l’Intérieur de l’époque, a menti -, a été classé « secret défense » et devrait, théoriquement, être déclassifié cette année. Le sera-t-il ? (Der Mord an Prinz de Broglie, dem ehemaligen Schatzmeister von Giscards Wahlkampf, über den der damalige Innenminister Michel Poniatowski nachweislich gelogen hat, wurde als „Geheimsache“ eingestuft; sie sollte theoretisch noch in diesem Jahr freigegeben werden. Wird das passieren?)“