Morand von Brunn

Morand von Brunn (* vermutlich 1460; † 1513) war ein prominentes Mitglied der angesehenen Basler Patrizierfamilie von Brunn und saß als Achtbürger im Rat der Stadt Basel. Die Achtbürger in Basel waren eine einflussreiche Gruppe, die aus reichen und alteingesessenen Bürgerfamilien bestand. Im Rat der Stadt waren damals vier Ritter und acht Bürger, daher der Titel Achtbürger.

Leben

Morand war der Sohn Heinrichs von Brunn und Ursula Steger‏. Zusammen mit seinem Vater Heinrich stiftete er das sogenannte "von Brunnsche Stipendium" für einen Theologiestudenten.

Morand von Brunn war mit Maria Zscheckenbürlin († 1527) verheiratet. Die Familie Zscheckenbürlin war eine reiche und einflussreiche Basler Kaufmannsfamilie lombardischer Herkunft. Der Vater Hans Zscheckenbürlin (1408–1477) erhielt 1456 von Kaiser Friedrich III. einen Wappenbrief, in dem das Wappen, das er und seine Vorfahren bislang geführt hatten, bestätigt wird[1].

Morand und Maria hatten keine Kinder. Morand von Brunn war ein reicher Mann, letztendlich kann man dies aus einigen überlieferten Dokumenten und Urkunden herauslesen. Er wurde 1491 in die Safranzunft aufgenommen. Nach seinem Tod im Jahr 1513 tätigte seine Frau Maria Zscheckenbürlin weitere Stiftungen, darunter Gelder für einen Altar und ein Fenster im Kreuzgang des Basler Münsters Basler Münsters sowie ein weiteres Stipendium[2]. Morand von Brunn setzte seinen Vetter Hans von Brunn (1470–1518) und seine Frau Agnes Tschudy (1484–1519) als Miterben des Vermögens ein, deren Enkel Bonaventura von Brunn (1520–1591) Bürgermeister der Stadt Basel wurde.

Magdalena Zscheckenbürlin, eine Cousine von Maria, war mit dem Bürgermeister zu Neuenburg am Rhein Leonhard Fuchs († 1546) verheiratet. Deren Tochter Martha Fuchs (1505–1541) war mit Bonifacius Amerbach (1495–1562) verheiratet.

Wappen

Das Wappen der Basler Familie von Brunn zeigt drei rote Schrägrechtsbalken in Silber, mit einem offenen Adlerflug als Helmzier.

Auf einer mittelalterlichen Glasmalerei, die den Heiligen Wolfgang zeigt[3], ist das Wappen des Stifters Morand von Brunn zu sehen. Morand von Brunn kniet mit seinem Wappen neben der Inschrift »Ora pro nobis« (»Betet für uns« ist eine klassische Bitte an einen Heiligen um Fürsprache bei Gott). Das Glasgemälde war eines der Fenster (die sogenannte »kleine« Scheibe) im Kreuzgang der Freiburger Kartause am Johannisberg und befindet sich heute im Historischen Museum in Basel.

Der Prior Hieronymus Zscheckenbürlin (1461–1536)[4] liess 1509 im damaligen Kartäuserkloster (heute Kloster St. Margarethental in Basel) ein repräsentatives Gästezimmer erbauen. In diesem sogenannten Zscheckenbürlin-Zimmer sind noch heute an den vier Wänden des reichverzierten Zimmers die Wappen der Spenderfamilien (Zscheckenbürlin, von Brunn, Fuchs und Oberried) zu sehen.

Einzelnachweise

  1. Kaiser Friedrich III. verleiht einen Wappenbrief Digitailiserte Urkunde im Web-Archiv Monasterium monasterium.net
  2. Alfred Hartmann: Stipendium für Theologiestudenten in: Die Amerbachkorrespondenz Band 5, 1942, Seite 53
  3. Graf W. Douglas, Fr. J. Mone: Glasmalerei Hl. Wolfgang in: Katalog der gräfl. W. Douglas'schen Sammlung alter Glasgemälde auf Schloss Langenstein, 1897, Seite 4
  4. Stefan Hess: Hieronymus Zscheckenbürlin. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 13. Februar 2013.