Monica McWilliams
Monica Mary McWilliams (* 28. April 1954 in Ballymoney) ist eine britische Sozialwissenschaftlerin, Friedensaktivistin und ehemalige Politikerin.[1] Sie war Mitgründerin der Northern Ireland Women’s Coalition (NIWC) und Delegierte der Mehrparteienverhandlungen, die 1998 zum Karfreitagsabkommen führten.[2] Sie gehört der Independent Reporting Commission an, die Fortschritte beim Ende paramilitärischer Betätigung in Nordirland beobachtet.[3] Im Jahr 2023 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen.[4]
Leben
McWilliams wuchs in Nordirland auf, besuchte das Loreto College in Coleraine und studierte an der Queen’s University Belfast sowie an der University of Michigan.[1] Sie machte Karriere an der (heutigen) Ulster University und wurde Professorin für Frauenforschung und Sozialpolitik.[1] Ihre Forschung umfasst grundlegende Arbeiten zu häuslicher und partnerschaftlicher Gewalt sowie zu den Auswirkungen politischer Konflikte auf Frauen.[5] Im Jahr 2021 veröffentlichte sie ihre Autobiografie Stand Up, Speak Out: My Life Working for Women's Rights, Peace and Equality in Northern Ireland and Beyond.[6] 2023 wurde sie in die Royal Irish Academy aufgenommen.[5]
Wirken
Im Jahr 1996 gründete McWilliams zur Stärkung der Stimme von Frauen im Friedensprozess gemeinsam mit Pearl Sagar die konfessionsübergreifende NIWC.[2] Im Mai 1996 wurde sie in das Northern Ireland Forum gewählt und nahm als Delegierte an den Mehrparteienverhandlungen teil.[1] Sie war Mitunterzeichnerin des Karfreitagsabkommens von 1998.[7] Bei der ersten Wahl zur Northern Ireland Assembly 1998 gewann sie den Wahlkreis Belfast South und gehörte dem Parlament bis 2003 an.[2] Im Juni 2005 wurde sie zur Chief Commissioner der Northern Ireland Human Rights Commission ernannt.[8] Während ihrer Amtszeit verantwortete sie die Ausarbeitung von Beratungsempfehlungen zu einer Bill of Rights für Nordirland.[5] Sie arbeitet als Kommissarin in der Independent Reporting Commission, welche die Beendigung paramilitärischer Betätigung in Nordirland überwacht.[3] Ihre internationale Expertise brachte sie 2021 vor dem Unterausschuss für Europa, Energie, Umwelt und Cyber des US-Repräsentantenhauses in die Debatte über die Zukunft des Karfreitagsabkommens ein.[9] Sie weist auf Bedeutung von Frauenbeteiligung und inklusiven Institutionen für einen nachhaltigen Friedensprozess hin.[10]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Biographies of People Prominent During 'the Troubles' – McWilliams, Monica. In: cain.ulster.ac.uk. 9. Juni 2004, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b c Monica McWilliams. In: ulstermuseum.org. Abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b The Commissioners. In: ircommission.org. Abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ BBC list of 100 inspiring and influential women from around the world for 2023. In: hlc-rdc.org. 21. November 2023, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b c Three Ulster University Academics Recognised Among Ireland’s Leading World Class Researchers. In: ulster.ac.uk. 28. Juli 2023, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Stand Up, Speak Out. In: blackstaffpress.com. Abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Monica McWilliams. In: c-span.org. Abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Minutes of the 78th Commission Meeting, 21 June 2005. In: nihrc.org. 21. Juni 2005, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Reaffirming the Good Friday Agreement – Witnesses and Statements. In: docs.house.gov. 5. Mai 2021, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Northern Ireland peace deal: Women’s role finally recognised, says activist. In: aljazeera.com. 1. Dezember 2023, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).