Molara Ogundipe

Molara Ogundipe (gebürtig Abiodun Omolara Ogundipe; * 27. Dezember 1940 in Lagos; † 18. Juni 2019 in Ijebu-Igbo) war eine nigerianische Schriftstellerin, Literaturkritikerin, Feministin und Bürgerrechtlerin, die sich in der afrikanischen Frauen- und Geschlechterforschung engagierte.[1] Sie veröffentlichte unter den Varianten ihres Namens vor allem als Molara Ogundipe und Omolara Ogundipe-Leslie.[1] Sie prägte das Konzept STIWA / Stiwanismus (Social Transformation Including Women in Africa) und verband theoretische Arbeit mit literarischem Schreiben und Aktivismus.[2]

Leben

Ogundipe wurde am 27. Dezember 1940 in Lagos geboren und starb am 18. Juni 2019 im Alter von 78 Jahren in ihrem Haus in Ijebu-Igbo, Ogun State.[3][1] Sie besuchte die Queen’s School in Ede und studierte anschließend Englisch am University College Ibadan (damals College der University of London), wo sie mit First Class Honours abschloss.[3] Später promovierte sie in Narratologie an der Universität Leiden in den Niederlanden.[4] Sie lehrte an nigerianischen und ausländischen Universitäten, darunter an der University of Port Harcourt sowie an der damaligen Ogun State University (heute Olabisi Onabanjo University).[4] In den 1980er-Jahren war sie Kolumnistin und Mitglied des Editorial Board der nigerianischen Tageszeitung The Guardian und schrieb später auch für The Nation.[4] Ogundipe war Mitbegründerin der Organisation Women in Nigeria (WIN) nach einer Konferenz 1982 in Zaria und engagierte sich über Jahrzehnte in feministischen Bewegungen.[5] Bereits 1977 war sie zudem an der Gründung von AAWORD (Association of African Women for Research and Development) beteiligt.[6] Später legte sie den Ehenamen „Leslie“ ab und bevorzugte die Führung ihres Geburtsnamens „Ogundipe“ – eine Entscheidung, die sie auch feministisch begründete.[7]

Wirken

International wurde Ogundipe durch das von ihr geprägte Konzept STIWA / Stiwanismus (Social Transformation Including Women in Africa) bekannt, das eine gesellschaftliche Transformation mit der aktiven Einbeziehung von Frauen fordert und afrikanische Kontexte ins Zentrum stellt.[2] Sie betonte, Stiwanismus richte sich nicht gegen Männer, sondern ziele auf eine gemeinsame, gerechte Umgestaltung afrikanischer Gesellschaften.[5] Sie verband Theorie, Literatur und Aktivismus und war für ihre Beiträge zur afrikanischen Frauen- und Geschlechterforschung bekannt.[6] Zu ihren bekannten Veröffentlichungen gehören der Gedichtband Sew the Old Days and Other Poems (1985) sowie der Essayband Re-Creating Ourselves: African Women & Critical Transformations (1994).[2] Darüber hinaus gab sie Sammelbände wie Women as Oral Artists (1994) sowie – gemeinsam mit Carole Boyce Davies – Moving Beyond Boundaries (1995) heraus.[2] Frühe Beiträge von ihr erschienen in der Anthologie Sisterhood Is Global (1984), und Gedichte von ihr wurden in Daughters of Africa (1992) aufgenommen.[2] Neben ihrer universitären Tätigkeit nutzte sie ihre Zeitungskolumnen und eine von ihr aufgebaute Mentoring- und Bildungsarbeit (Foundation for International Education and Monitoring), um junge Frauen zu fördern und feministische Debatten öffentlich zu führen.[4][6]

Einzelnachweise

  1. a b c Literary giant Omolara Ogundipe-Leslie dies at 78. In: The Guardian (Nigeria). 21. Juni 2019, abgerufen am 24. September 2025 (englisch).
  2. a b c d e Molara Ogundipe, Poet, Editor, & Founder of the Stiwanist Movement in Feminism, Passes on at 78. In: Brittle Paper. 21. Juni 2019, abgerufen am 24. September 2025 (englisch).
  3. a b Molara Ogundipe, frontline Nigerian Feminist dies. In: P.M. News. 20. Juni 2019, abgerufen am 24. September 2025 (englisch).
  4. a b c d OBITUARY: The Passing of Professor Molara Ogundipe-Leslie. In: Premium Times. 20. Juni 2019, abgerufen am 24. September 2025 (englisch).
  5. a b Molara Ogundipe: Warrior, feminist, marxist, trudges on. In: Vanguard. 8. Juli 2019, abgerufen am 24. September 2025 (englisch).
  6. a b c Molara Ogundipe. In: AWID. 8. Dezember 2020, abgerufen am 24. September 2025 (englisch).
  7. ‘Everyone should pay attention to politics’. In: The Nation. 13. Oktober 2013, abgerufen am 24. September 2025 (englisch).