Mizuta Mikio
Mizuta Mikio (japanisch 水田 三喜男; * 13. April 1905 in Kamogawa, Präfektur Chiba; † 22. Dezember 1976 in Bunkyō, Tokio) war ein japanischer Politiker der Liberaldemokratischen Partei (LDP), der unter anderem von 1946 bis 1976 Mitglied des Shūgiin, zwischen 1956 Minister für Internationalen Handel und Industrie sowie drei Mal Finanzminister (1960 bis 1962, 1966 bis 1968, 1971 bis 1972). Er fungierte zudem vier Mal im Parteivorstand der Liberaldemokratischen Partei als Vorsitzender des Politikforschungsrates (April bis Dezember 1956, August bis Dezember 1966, Januar 1970 bis Juni 1971, November 1973 bis November 1974) und bekleidete damit eines der „drei wichtigen Parteiämter“.
Leben
Mizuta Mikio absolvierte nach dem Schulbesuch ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Kyōto und war im Anschluss als Rechtsanwalt tätig. Er war zunächst Mitglied der Liberalen Partei (Jiyū-tō) und war für diese vom 11. April 1946 bis zu seinem Tode am 12. Dezember 1976 als Vertreter der Präfektur Chiba Mitglied des Repräsentantenhauses (Shūgiin), des Unterhauses des Parlaments (Kokkai). Er wechselte 1948 zur Demokratischen Partei (Minshu-jiyūtō) sowie 1950 zu der von Yoshida Shigeru[1] neu gegründeten Liberalen Partei (Jiyūtō). Während seiner Parlamentszugehörigkeit war er 1948 Vorsitzender des Wirtschaftsstabilisierungsausschusses sowie von 1951 bis zu seiner Ablösung durch Ozawa Saeki[2] 1952 Vorsitzender des Sonderausschusses des Repräsentantenhauses zur Überarbeitung des Wahlgesetzes für öffentliche Ämter.
Als Nachfolger von Ogasawara Sankurō[3] bekleidete Mizuta im Kabinett Yoshida IV vom 3. März bis zum 21. Mai 1953 den Posten als Generaldirektor der Agentur für wirtschaftliche Beratung und fungierte zugleich den Posten als Direktor des Wirtschaftsrates.[4] Er trat der am 15. November 1955 gegründeten Liberaldemokratischen Partei LDP (Jiyūminshutō) als Mitglied bei und war unter dem Parteivorsitzenden Hatoyama Ichirō[5] von April bis Dezember 1956 im Parteivorstand der Liberaldemokratischen Partei erster Vorsitzender des Politikforschungsrates und bekleidete damit bis zu seiner Ablösung durch Tsukada Toichirō eines der „drei wichtigen Parteiämter“. Anschließend wurde er am 23. Dezember 1956 in das Kabinett Ishibashi berufen und bekleidete in diesem bis zum 10. Juli 1957 den Posten des Ministers für Internationalen Handel und Industrie.[6]
Am 19. Juli 1960 wurde Mizuta Mikio im Kabinett Ikeda I erstmals zum Finanzminister berufen und behielt dieses Ministeramt auch im Kabinett Ikeda II (8. Dezember 1960 bis 18. Juli 1961) sowie im Kabinett Ikeda II (1. Umbildung) (18. Juli 1961 18. Juli 1962).[7][8][9] Während dieser Zeit litt Japan unter einer Finanzkrise mit einem Defizit von 700 Millionen US-Dollar im Juli 1961. Es fiel ihm zu, erfolgreich kurzfristige Kredite mit drei US-amerikanischen Banken auszuhandeln und konnte damit die zuvor solide Finanzkraft Japans sichern. Er gründete 1965 die Jōsai-Universität und war bis zu seinem Tod am 22. Dezember 1976 war er deren Kanzler und Präsident.
Unter dem LDP-Vorsitzenden Satō Eisaku[10] fungierte er als Nachfolger von Akagi Munenori[11] zwischen August und seiner Ablösung durch Nishimura Naoki[12] im Dezember 1966 abermals als Vorsitzender des Politikforschungsrates und übernahm anschließend am 3. Dezember 1966 im Kabinett Satō I (3. Umbildung) abermals den Posten des Finanzministers und bekleidete dieses Ministeramt vom 17. Februar 1967 bis zu seiner Ablösung durch Fukuda Takeo[13] am 30. November 1968 auch im Kabinett Satō II, sowie im Kabinett Satō II (1. Umbildung).[14][15] Unter dem Parteivorsitzenden Satō Eisaku übernahm Mizuta von Januar 1970 bis Juni 1971 im Parteivorstand zum dritten Mal die Funktion als Vorsitzender des Politikforschungsrates. Am 5. Juli 1971 wurde er in das Kabinett Satō III (Umbildung) berufen und war als Nachfolger von Fukuda Takeo bis zum 7. Juli 1972 ein weiteres Mal Finanzminister.[16] Vom 25. November 1973 bekleidete Mizuta als Nachfolger von Kuraishi Tadao[17] bis zu seiner Ablösung durch Yamanaka Sadanori[18] am 11. November 1974 noch einmal den Posten des Vorsitzenden des Politikforschungsrates der Liberaldemokratischen Partei. Das Haus in Komagawa, in dem Mizuta geboren wurde, ist ein national registriertes Kulturgut und ein öffentliches Museum der Jōsai-Universität.
Literatur
- John Creighton Campbell: Contemporary Japanese Budget Politics, University of California Press 1980, ISBN 978-0-520-04087-8.
- Chalmers Johnson: Miti and the Japanese Miracle. The Growth of Industrial Policy, 1925–1975, Stanford, Stanford University Press 1982
- J. Robert Brown: The Ministry of Finance. Bureaucratic practices and the transformation of the Japanese economy, Westport, Quorum 1999, ISBN 978-1567202304
Weblinks
- Mizuta, Mikio. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- Mikio Mizuta. Prabook, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- The Governments of Japan (1945–2022) ( vom 2. Dezember 2022 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Yoshida, Shigeru. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Saeki Ozawa. Prabook, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Sankuro Ogasawara. Prabook, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Cabinet Yoshida 4 ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Hatoyama, Ichiro. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Cabinet Ishibashi ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Japan: Finance Ministers. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Cabinet Ikeda ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Cabinet Ikeda 2 ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Sato, Eisaku. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Akagi, Munenori. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Naomi Nishimura. Prabook, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Fukuda, Takeo. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Cabinet Sato ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Cabinet Sato 2 ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Cabinet Sato 3 ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Kuraishi, Tadao. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Yamanaka, Sadanori. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).