Mittelturm (Königs Wusterhausen)
Mittelturm (Königs Wusterhausen)
| ||
|---|---|---|
Sockel des Sendemastes im Januar 1925
| ||
| Basisdaten | ||
| Ort: | Königs Wusterhausen | |
| Land: | Brandenburg | |
| Staat: | Deutschland | |
| Höhenlage: | 62 m ü. NHN | |
| Koordinaten: 52° 18′ 14,6″ N, 13° 36′ 39,8″ O | ||
| Verwendung: | Rundfunksender | |
| Abriss: | 13. November 1972 | |
| Turmdaten | ||
| Bauzeit: | 1924–1925 | |
| Betriebszeit: | 1925–1972 | |
| Gesamthöhe: | 243 m | |
| Gesamtmasse: | 700 t | |
| Daten zur Sendeanlage | ||
| Wellenbereich: | MW-Sender | |
| Rundfunk: | MW-Rundfunk | |
| Stilllegung: | 13. November 1972 | |
| Positionskarte | ||
Der Mittelturm des Senders Königs Wusterhausen war ein 243 Meter hoher, gegen Erde isolierter freistehender Stahlfachwerkturm mit dreieckigem Querschnitt auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen. Er wurde zwischen 1924 und 1925 gebaut und diente zur Abspannung von Drahtantennen. Er sollte ursprünglich durch Aufsetzen einer Kurzwellenantenne auf 283 Meter Höhe aufgestockt werden, doch durfte diese nicht errichtet werden, da der Friedensvertrag von Versailles die Nutzung der kurzen Wellenlängen durch deutsche Sender verboten hatte. Zu seiner Erbauungszeit galt der Mittelturm als höchstes Bauwerk Deutschlands.[1]
In einer früheren Planung sollte der Sendemast den 330 m hohen Eiffelturm überragen. In einer zeitgenössischen Darstellung hieß es euphorisch: „... wird dieses Meisterwerk deutscher drahtloser Ingenieurstechnik dazu beitragen, den drahtlosen Verkehr innerhalb Deutschlands wie mit dem europäischen Festland außerordentlich zu fördern.“[2]
Der Sendeturm stand auf drei schräg abgespreizten Fußstützen, deren Widerlager je 60 m voneinander entfernt standen und die in einer Höhe von 30 m zu einem Quergestell verbunden wurden.
Der Stahlfachwerkturm besaß im Zentrum ein Rohr, in dem eine senkrechte Steigleiter angebracht war. Im Inneren der Stahlgitterkonstruktion wurde zudem ein Aufzug installiert, der die Techniker bis auf eine Plattform in 230 m Höhe bringen konnte. Von der Plattform führten Antennen zu sechs neben dem Mittelturm stehenden und vom Boden aus abgespannten Masten mit jeweils 210 Metern Höhe.[2]
Der auf dem Wappen von Königs Wusterhausen abgebildete Mittelturm, der den Spitznamen der Dicke trug, hielt dem Orkan Quimburga nicht stand und stürzte am 13. November 1972 ein.[2] Er wurde komplett abgebaut und verschrottet.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Artikel: Der höchste Turm Deutschlands. In: Berliner Illustrirte Zeitung Nr. 43, 25. Oktober 1926, S. 1381 f.
- ↑ a b c Das Reich der Technik. Der neue Funkturm in Königswusterhausen. In: Die Post aus Deutschland, Nr. 27/28 vom 11. Juli 1925, S. 4.