Mitsuye Yamada

Mitsuye Yasutake Yamada (* 5. Juli 1923 in der Präfektur Fukuoka, Japan) ist eine US-amerikanische Lyrikerin, Schriftstellerin, Hochschullehrerin und Menschenrechtsaktivistin. Sie gehört zur Nisei-Generation japanischstämmiger Amerikaner und thematisiert in ihren Werken häufig die Internierung dieser Menschen während des Zweiten Weltkriegs.[1]

Leben

Mitsuye Yasutake wurde in Fukuoka geboren und verbrachte die ersten dreieinhalb Jahre ihres Lebens in Japan. Nach der Rückkehr in die Vereinigten Staaten wuchs sie zunächst in Seattle, Washington, auf. Im Alter von neun Jahren hielt sie sich erneut für 18 Monate bei ihren Großeltern in Kyūshū auf. Nach der Schulzeit besuchte sie die Cleveland High School in Seattle. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor wurde ihr Vater, Jack Kaichiro Yasutake, von den US-Behörden festgenommen. Im Rahmen der Zwangsumsiedlung japanischstämmiger Menschen wurde die Familie zunächst in das provisorische Lager Camp Harmony in Puyallup (Washington) und anschließend in das Internierungslager Minidoka in Hunt (Idaho) verbracht. Während der Internierung begann Mitsuye Yasutake mit umfangreichen schriftlichen Aufzeichnungen, die später die Grundlage für ihre Publikation Camp Notes (1976) bildeten.[1]

Ausbildung und beruflicher Werdegang

Nach rund 18 Monaten durfte Mitsuye Yasutake das Internierungslager Minidoka verlassen. Sie nahm ein Studium an der University of Cincinnati auf und zog anschließend nach New York. 1947 schloss sie ihr Bachelorstudium an der New York University ab und erwarb 1953 einen Masterabschluss an der University of Chicago. 1950 heiratete sie den Chemiker Yoshikazu Yamada. Das Paar hat vier Kinder. 1955 wurde Mitsuye Yamada US-Staatsbürgerin. 1968 begann sie eine Lehrtätigkeit am Cypress College in Kalifornien, wo sie über zwei Jahrzehnte hinweg Englisch und kreatives Schreiben unterrichtete. Auch nach ihrer Emeritierung blieb sie als Dozentin, Gastprofessorin und Beraterin tätig.[1]

Mitsuye Yamada veröffentlichte Lyrik und Prosa, in denen sie ihre Erfahrungen mit der Internierung, Fragen der Identität und die Lebenswirklichkeit japanischstämmiger Frauen verarbeitete. Zu ihren wichtigsten Büchern gehören Camp Notes and Other Poems (1976) und Desert Run: Poems and Stories (1988). Sie engagierte sich ab den 1960er-Jahren bei Amnesty International und gehörte dem nationalen Vorstand an. Zudem beteiligte sie sich an der Entwicklung einer asiatisch-amerikanischen Frauenliteratur und war Mitbegründerin der Gruppe Multicultural Women Writers of Orange County. Mitsuye Yamada arbeitete eng mit asiatisch-amerikanischen feministischen Autorinnen wie Nellie Wong und Merle Woo zusammen. Sie ist zudem Protagonistin des Dokumentarfilms Mitsuye and Nellie: Asian American Poets (1981).[1][2]

Ausgewählte Werke

  • Camp Notes and Other Poems, Berkeley 1976.
  • Desert Run: Poems and Stories, Latham, N.Y. 1988.
  • Camp Notes and Other Writings, New Brunswick, N.J. 1998.
  • Sowing Ti Leaves: Writings by Multicultural Women, (Hg. mit Sarie Sachie Hylkema) Irvine 1991.
  • Three Asian American Writers Speak Out on Feminism, (mit Merle Woo und Nellie Wong) Seattle 2003.

Literatur

  • Allie Light / Irving Saraf, Mitsuye and Nellie: Asian American Poets, Light-Saraf Films / Women Make Movies, San Francisco / New York, 1981.(Dokumentarfilm, 58 Minuten)
  • Anita Haya Patterson, Resistance to Images of the Internment: Mitsuye Yamada's Camp Notes, MELUS, 1998.
  • Caroline Kyungah Hong / Shirley Geok-Lin Lim / Sharon Tang-Quan, You should not be invisible: An Interview with Mitsuye Yamada, Contemporary Women's Writing, 2013.
  • Chizu Omori, Mitsuye Yamada: Poetry of Survival and Strength, Ms. Magazine, 1993.
  • Christine E. Eubank, I Was Mad as Hell!: Liberal Women's Political and Social Activism in Orange County, California, 1960s Through 1970s, California State University Fullerton, Fullerton, 2005.
  • Diane C. Fujino, Nisei Radicals: The Feminist Poetics and Transformative Ministry of Mitsuye Yamada and Michael Yasutake, University of Washington Press, Seattle, 2020.
  • James L. Dickerson, Inside America’s Concentration Camps: Two Centuries of Internment and Torture, Lawrence Hill Books, Chicago, 2010.
  • Lisa Woolley, Racial and Ethnic Semiosis in Mitsuye Yamada’s Mrs. Higashi Is Dead, MELUS 1999.
  • Rika Nakamura, Attending the Languages of the Other: Recuperating Asia, Abject, Other in Asian North American Literature, Rutgers University, New Brunswick, 2009.
  • Susan M. Schweik, A Word No Man Can Say For Us: American Women Writers and the Second World War, Yale University, New Haven, 1984.
  • Traise Yamamoto, Masking Selves, Making Subjects: Japanese American Women, Identity and the Body, University of California Press, Berkeley, 1999.

Einzelnachweise

  1. a b c d Mitsuye Yamada | Densho Encyclopedia. Archiviert vom Original am 12. August 2025; abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  2. Japanese American Poet. Abgerufen am 21. November 2025 (amerikanisches Englisch).