Mississippi-Alabama-Barriereinseln

Mississippi-Alabama-Barriereinseln
Gewässer Golf von Mexiko
Geographische Lage 30° 14′ N, 88° 36′ W
Anzahl der Inseln 5

Die Mississippi–Alabama-Barriereinseln sind eine Kette von Barriereinseln im Golf von Mexiko entlang der Küsten von Mississippi und Alabama. Sie umschließen den Mississippi Sound. Zu den Hauptinseln gehören Cat Island, Ship Island, Horn Island, Petit Bois Island und Dauphin Island. Im frühen 20. Jahrhundert zählte auch die inzwischen versunkene Isle of Caprice dazu.

Die Inseln sind durch breite Meeresarme voneinander getrennt, von denen mehrere zu Schifffahrtskanalen ausgebaut wurden. Ihre Form und Größe haben sich seit dem 19. Jahrhundert stark verändert. Die Inseln schrumpfen und wandern tendenziell westwärts, besonders nach schweren tropischen Stürmen. Die meisten Inseln sind unbewohnt. Ein Großteil der Mississippi-Inseln gehört zum Gulf Islands National Seashore.

Geographie

Die Inselkette liegt etwa 16 bis 23 Kilometer vor der Küste von Mississippi entfernt und verläuft parallel zur Küste über rund 113 Kilometer, von der Bay of St. Louis bis zur Mobile Bay. Sie trennt den Mississippi Sound vom Golf von Mexiko. Von Westen nach Osten sind die Hauptinseln: Cat Island, Ship Island, Horn Island, Petit Bois Island und Dauphin Island. Zwischen Ship Island und Horn Island befand sich zeitweise die heute versunkene Dog Key Island, auch "Isle of Caprice" genannt. Die einzige bewohnte Insel ist die Dauphin Island in Alabama.[1][2]

Die Inseln besitzen auf beiden Seiten Sandstrände. Auf der Golfseite sind sie breiter und feiner, auf der dem Festland zugewandten Seite eher schmaler. Im Inneren gibt es Sandflächen, Brackmarschen, Dünen und flache Brackteiche.[3]

Geologie

Die Inseln sind die oberirdischen Teile einer langen Sandbank, die den Mississippi Sound durchzieht. Sie begann sich vor rund 4.500 Jahren zu bilden, als der Meeresspiegel leicht sank. Der Sand besteht hauptsächlich aus weißem Quarz.[4]

Im Laufe der Jahrhunderte sind die Inseln durch Küstenströmungen westwärts gewandert. Diese Strömung transportiert Sand von Osten nach Westen, jedoch hat sich das Gleichgewicht zwischen Abtrag und Ansammlung verändert. Durch schwächere Strömungen und die Ausbaggerung tiefer Schifffahrtskanäle veränderten sich die Inseln. Dadurch schrumpfen die Inseln langsam und wandern landeinwärts.[1][3]

Schwere Hurrikans haben ihre Form immer wieder drastisch verändert, doch die Vegetation erholt sich meist innerhalb einiger Jahre. Auch der ansteigende Meeresspiegel trägt zum Landverlust bei, allerdings weniger stark als der Einfluss menschlicher Eingriffe durch Baggerungen.[3]

Ökologie

Das Inselinnere ist mit Kiefernwäldern auf den höheren Dünen und mit Brackmarschen in den tiefer gelegenen Senken bewachsen. Zu den Tieren gehören Waschbären, Wildschweine, Nutrias, zahlreiche Vogelarten wie Fischadler und Zugvögel sowie an den Stränden nistende Atlantik-Ridley-Meeresschildkröten.

An der Nordseite der Inseln liegen weite Seegraswiesen, in denen unter anderem Schildkrötengras, Manetengras, Seegras und Ruppia wachsen. Diese Lebensräume bieten Nahrung und Schutz für Garnelen, Blaukrabben, Forellen und viele weitere Fisch- und Muschelarten.

Inseln

Karten der Inseln

Einzelnachweise

  1. a b James B. Rucker, Jesse O. Snowden: Barrier Island Evolution and Reworking by Inlet Migration along the Mississippi-Alabama Gulf Coast. Band 40, 1990 (datapages.com [abgerufen am 23. Oktober 2025]).
  2. Wayback Machine. Archiviert vom Original am 16. Juli 2020; abgerufen am 23. Oktober 2025.
  3. a b c Wayback Machine. Archiviert vom Original am 7. Dezember 2024; abgerufen am 23. Oktober 2025.
  4. Stephen V. Shabica, Robert Dolan, Suzette May, Paul May: Shoreline erosion rates along barrier islands of the north central gulf of Mexico. In: Environmental Geology. Band 5, Nr. 3, 1. September 1983, ISSN 1432-0495, S. 115–126, doi:10.1007/BF02381269.