Missbrauchsskandal Justin Lee
Der Missbrauchsskandal Justin Lee war ein im Jahr 2012 in Taiwan ans Licht angekommener Skandal um Justin Lee, den Sohn von Lee Yueh-Tsang, einem der reichsten Männer Taiwans. 2014 wurde Lee wegen der Vergewaltigung von 14 Frauen und dem nicht-einvernehmlichen Filmens von Geschlechtsverkehr von insgesamt 20 Frauen zu fast 80 Jahren Haft verurteilt.
Verlauf
Aufkommen des Skandals
Justin Lee ist der Sohn von Lee Yueh-Tsang, einem der reichsten Männer Taiwans.[1] Die Familie ist aufgrund ihres Reichtums landesweit bekannt. Justin Lee wurde häufig auf Partys der Modebranche und in Nachtclubs gesehen.[2]
Am 1. August 2012 erließ die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen des mutmaßlichen Betäubens und der Vergewaltigung einer Frau sowie des heimlichen Filmens sexueller Begegnungen mit mehreren Frauen.[2] In der Folge meldeten sich weitere Frauen. Eines der Opfer, deren Bilder im Netz kursierten, war die Schauspielerin Maggie Wu.[2] Sein Vater Lee Yueh-tsang trat wegen des Skandals von seinem Posten bei Yuanta Financial Holding Co zurück.[2] Lee stellte sich der Polizei im Jahr 2012 nach 23 Tagen auf der Flucht.[1]
Erstes Gerichtsverfahren
2013 wurde Lee vor einem Bezirksgericht zu 18 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht urteilte, dass er neun Frauen vergewaltigt und sich beim Geschlechtsverkehr mit 15[3]/17[1] Frauen gefilmt hatte.[1][3] Das Gericht erklärte, dass 14 der mutmaßlich 30 Opfer keine Anzeige erstattet hätten.[3] Von den verbleibenden 16 Frauen, die tatsächlich Anzeige erstatteten, urteilte das Gericht, dass sieben einvernehmlich mit Lee Sex gehabt hätten; die anderen neun seien betrunken gewesen und anschließend gegen ihren Willen vergewaltigt worden.[3] Neben der Haftstrafe sprach das Gericht zwölf Opfern, die Schadenersatzforderungen eingereicht hatten, Entschädigungen zwischen 300.000 und 2,5 Millionen Neutaiwan-Dollar zu. Insgesamt musste Lee 14,25 Millionen Neutaiwan-Dollar zahlen.[3] Sowohl Lee als auch die Staatsanwaltschaft gingen gegen das Urteil in Berufung.[3]
Zweites Gerichtsverfahren
2014 wurde Lee vor dem Obersten Gericht Taiwans zu 79 Jahren und sieben Monaten verurteilt.[1] Die zu verbüßende Höchststrafe liegt bei 30 Jahren.[1] Zudem muss Lee den Opfern 27,75 Millionen Neutaiwan-Dollar (7,2 Millionen Hongkong-Dollar) Schadensersatz zahlen.[1] Laut Urteil des Gerichts brachte Lee 14 Frauen, die entweder betrunken oder bewusstlos waren, aus Nachtclubs und anderen Orten zu sich nach Hause. Dort vergewaltigte er sie und filmte die Taten ohne ihre Zustimmung.[1] Zudem nahm er weitere sechs Frauen mit nach Hause und filmte sie heimlich beim Geschlechtsverkehr mit ihm.[1]
Ursprünglich war Lee beschuldigt worden, seit 2009 insgesamt 34 Frauen vergewaltigt zu haben, darunter Models und Nachwuchsschauspielerinnen.[1] Alle 34 gaben an, Opfer von Lee gewesen zu sein. Das Oberste Gericht erklärte jedoch, dass in 14 dieser Fälle nicht genügend Beweise vorlägen.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i j k Taiwanese playboy Justin Lee handed 80-year prison term for rape. 2. September 2014, abgerufen am 19. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b c d Model breaks down amid fugitive socialite scandal - Taipei Times. 19. August 2012, abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e f Socialite sex offender gets 18 years - China.org.cn. Abgerufen am 19. Dezember 2025.