Miranda (Schiff, 1895)
| ||||||||||||||
| ||||||||||||||
| ||||||||||||||
|
| ||||||||||||||
Die Miranda war ein spanisches bzw. ab 1899 venezolanisches Kanonenboot, das im Spanisch-Amerikanischen Krieg und in der Venezuela-Krise 1902/03 eingesetzt wurde.
Geschichte
Im spanischen Kolonialdienst
Das Boot wurde noch 1895 als Diego Velázquez für die spanische Marine in Dienst gestellt und sofort in die spanische Kolonie Kuba verlegt. Wie ihre sechs Schwesterschiffe war sie eigens zur Bekämpfung Aufständischer in Auftrag gegeben worden und war zuerst in Cienfuegos stationiert.
Am 13. Juni 1898 lieferte sie sich im Spanisch-Amerikanischen Krieg vor Cienfuegos ein Gefecht mit dem US-amerikanischen Kreuzer USS Yankee und zog sich nach einer Stunde wieder in den Hafen zurück.
Gegen Ende des Krieges sollte die Diego Velázquez Spanien anlaufen, verlegte aber in die französische Kolonie Martinique und wurde dort nach Venezuela verkauft.
In der venezolanischen Marine
In Venezuela wurde die Diego Velázquez 1899 als Miranda in Dienst gestellt und war im Januar 1902 zusammen mit dem Kanonenboot General Crespo an einem Gefecht mit dem Rebellendampfer Ban Righ beteiligt, wobei die Miranda offenbar nicht beschädigt wurde.
In der Venezuela-Krise gelang es der Miranda, der Beschlagnahme durch die Kaiserliche Marine zu entgehen, indem sie sich in den Maracaibo-See zurückzog. Aus dem Versuch des Kanonenboots SMS Panther, in den See einzudringen, um die Miranda zu kapern, entwickelte sich die Beschießung von Fort San Carlos, die international Aufsehen erregte. Die Miranda verblieb bis zum Ende der Blockade auf dem See und konnte nicht gekapert werden, da die Kaiserliche Marine vor Venezuela nicht über Einheiten verfügte, die die Barre zum Eingang des Sees überwinden konnten.
Im Juli 1903 war sie zusammen mit den Kanonenbooten Restaurador, Bolivar und dem Dampfer Zamora auf dem Orinoko an der Blockade von Ciudad Bolivar beteiligt, wodurch die so genannte liberale Revolution gegen Präsident Cipriano Castro ihr Ende fand. Die Miranda blieb bis in die 1940er Jahre im Dienst und wurde 1945, soweit bekannt, als Zielschiff versenkt.
Schwesterschiffe
Hernán Cortes, Pizarro, Vasco Nuñez de Balboa, Ponce de Leon, Alvarado und Sandoval.
Siehe auch
Literatur
- B. Weyer (Hg.): Taschenbuch der Kriegsflotten, XV. Jahrgang 1914, München (J. F. Lehmann´s Verlag) 1914, Reprint Koblenz (Bernard & Graefe Verlag) 1983, S. 117.
- Kontreadmiral z. D. Scheder-Bieschin: Die Blockade von Venezuela 1902/03. Ein Gedenkblatt nach 25 Jahren, in: Marine-Rundschau, Nr. 32, 1927, S. 542–558.
- Adrian J. English: The Armed Forces of Latin America. Their Histories, Development, Present Strength and Military Potential, 2. Aufl. London (Jane’s Publishing Company Limited) 1985, S. 453f. ISBN 0-7106-0321-5