Mirów (Warschau)

Mirów ist ein Warschauer Stadtviertel westlich der Weichsel im Stadtteil Wola. Der östliche Teil des historischen Mirów befindet sich im Stadtteil Innenstadt.

Geschichte

Auf dem Gebiet des heutigen Mirów befand sich seit dem 17. Jahrhundert die Juridike Wielopole. Der Name geht auf den Generalmajor Wilhelm Mier zurück, der hier in der Sachsenzeit die Königliche Kaserne der Kavalleriegarde errichten ließ. Nach ihr wurden im 19. Jahrhundert wiederum die Mirów-Hallen und der Mirów-Platz benannt, die dem Stadtviertel den Namen gaben. Ab dem 19. Jahrhundert ließen sich viele Juden hier nieder. Ein großer Teil des Stadtteils wurde nach dem deutschen Angriff auf Polen 1939 in das Warschauer Ghetto integriert. Die Bebauung wurde größtenteils während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Eines der wenigen erhaltenen Gebäude ist die Karlskirche. Nach dem Krieg wurde das ursprüngliche Straßennetz nicht wieder aufgebaut, sondern eine zentrale Verkehrsader durch den Stadtteil gebaut, die heutige Johannes-Paul-II.-Allee. In den Jahren 1949–1960 entstand die realsozialistische Siedlung Mirów. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts entstanden hier zahlreiche moderne Wolkenkratzer und Bürogebäude.

Quellen

  • Encyklopedia Warszawy Wydawnictwo Naukowe PWN, 1994, ISBN 83-01-08836-2.
  • Adam Dylewski: Warszawa i okolice, Pascal, 2008, ISBN 978-83-7513-139-0.
Commons: Mirów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 14′ N, 20° 59′ O