Mikołaj Kurowski
Mikołaj Kurowski, auch Mirosław Kurowski (* 1355 in Kurów; † 1411 in Ropczyce), war Großkronkanzler sowie von 1395 bis 1399 Bischof von Posen, von 1399 bis 1402 Bischof von Włocławek und ab 1402 Erzbischof von Gnesen. Das Geschlecht der Kurowski gehörte der Wappengemeinschaft Szreniawa an.
Leben
Mikołaj Kurowski wurde in Kurów bei Bochnia geboren. Sein Vater war der Kastellan Klemens Kurowski. Er studierte in Prag. In Böhmen lernte er Paweł Włodkowic und Andrzej Łaskarz kennen. Nach seiner Rückkehr nach Polen in den späten 1380er Jahren ging er als Notar an den Königshof in Krakau und nahm die Priesterweihen an. In den 1390er Jahren erhielt er als Domherr Pfründe in Posen und Gnesen. 1395 stieg er zum Bischof von Posen auf. In Posen ließ er die Kathedrale und die Maria-Magdalena-Kirche ausbauen. Dank der Unterstützung des Königs Władysław II. Jagiełło wechselte er 1399 zum Bischofssitz nach Włocławek und stieg zum Großkronkanzler am Königshof auf. Er war einer der Unterzeichner der Union von Vilnius und Radom von 1401. Ein Jahr später wurde er Erzbischof von Gnesen. 1404 nahm er am Treffen mit dem Deutschen Orden auf der Burg Razianz, am Sejm in Nowy Korczyn sowie am Frieden von Razianz. 1405 und 1407 war er Gesandter des polnischen Königs beim Hochmeister Konrad von Jungingen. 1409 war er am Treffen in Łęczyca zugegen und fuhr erneut als Gesandter nach Marienburg zum Hochmeister Ulrich von Jungingen. Sein Auftreten gegenüber dem Hochmeister war mitursächlich für den Ausbruch des Großen Krieges zwischen dem Deutschen Orden und Polen-Litauen. In der Schlacht bei Tannenberg stellte er eine eigene Standarte. In Krakau vertrat er während des Feldzugs den König und führte die Regierungsgeschäfte des Königshofs. Er nahm an den Friedensverhandlungen teil, die zum Ersten Frieden von Thorn 1411 führten. Er war einer der Unterzeichner der Friedensurkunde. Auch gegenüber Kaiser Sigismund trat er als Bevollmächtigter des polnischen Königs bei Friedensverhandlungen auf. In Kalisz berief er eine Synode ein. Er betätigte sich auch als Bauherr und Kunstmäzen in Łowicz, Kalisz, Gnesen und Krakau, wo er das Palais des Erzbischöfe errichten ließ. 1411 wurde er von der Königin Anna von Cilli der Belästigung beschuldigt und an den Königshof beordert, um Rechenschaft abzulegen. Auf dem Weg nach Krakau verunfallte er und verstarb in Ropczyce. Er wurde in der Kathedrale von Gniezno beigesetzt.
Siehe auch
Literatur
- Władysław Abraham, Organizacja Kościoła w Polsce do połowy wieku XII, Lwów 1890, S. 83 (polnisch).
- Kazimierz Śmigiel: Słownik biograficzny arcybiskupów gnieźnieńskich i prymasów Polski, Wydawn. WBP, 2002 (polnisch).
- Wojciech Kętrzyński: Studyja nad dokumentami XII wieku, Roczniki Akademii Umiejętności, Lwów 1891 (polnisch).
- A. Gąsiorowski, J. Topolski (red.): Wielkopolski Słownik Biograficzny. Warszawa–Poznań: Państwowe Wydawnictwo Naukowe, 1981, S. 396–397. ISBN 83-01-02722-3. (polnisch).
Weblinks
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Dobrogost Nowodworski | Bischof von Posen 1395–1399 | Wojciech Jastrzębiec |
| Heinrich von Liegnitz | Bischof von Włocławek 1399–1402 | Johann Kropidlo |
| Dobrogost Nowodworski | Erzbischof von Gnesen 1402–1411 | Mikołaj Trąba |