Mikiko Matsuyama

Mikiko Matsuyama (japanisch 松山 樹子 Matsuyama Mikiko, verheiratete: Shimizu Mikiko (清水 樹子); geboren 10. Januar 1923 in Hayato, Präfektur Kagoshima; gestorben 22. Mai 2021 in der Präfektur Tokio) war eine japanische Balletttänzerin, Choreografin, Gründerin der Matsuyama Ballettkompanie und Pionierin des klassischen Ballets in Japan.[1] Ihr ältester Sohn Shimizu Tetsutarō (* 1948) ist ebenfalls Balletttänzer und hat die Ballettkompanie übernommen, ihre beiden Brüder Matsuyama Kichisaburō (1917–2006) und Matsuyama Yasuhisa (* 1943) waren international erfolgreiche Reiter und Trainer bei der Japan Racing Association.

Leben und Schaffen

Mikiko besuchte die Kaetsu Ariake Schule, wo sie von einer Amerikanerin im Tanz (Menuett und Mazurka) unterrichtet wurde, wodurch ihr Interesse am Ballett geweckt wurde. Sie war eine der ersten Frauen, die 1936 für die Ballettabteilung des Theaters Nihon Gekijo ausgewählt wurde. Dort wurde sie unter anderem von Olga Sapphire (1907–1981, jap. Name Shimizu Midori) und Azuma Yūsaku (1910–1971) ausgebildet.[1] 1940 trat sie aus der Ballettabteilung des Theaters aus und wurde Mitglied der Yūsaku-Ballettkompanie. Im Anschluss besuchte sie das Tōyō-Konservatorium (heute: Musikhochschule Tokio), das sie 1943 im Fach Klavier abschloss.

Von 1946 an gehörte sie dann zu der von Shimada Hiroshi, Kaitani Yaoko u. a. gegründeten Ballettkompanie Tokio (東京バレエ団). Im selben Jahr folgte ihr erster öffentlicher Auftritt in Schwanensee.[2][1] Darauf tanzte sie in Giselle, doch die Ballettkompanie löste sich durch interne Streitigkeiten auf.

1947 heiratete sie den Ballettliebhaber Masao Shimizu, der als technischer Beamter für das Innenministerium arbeitete. Im Jahr darauf gründete Mikiko ihre eigene Ballettkompanie und -schule, die sie bis zu ihrem Rücktritt und der Übergabe an ihren Sohn 1978 leitete.[1] Nach ihrem Rückzug arbeitete sie als Vorsitzende des Japanischen Ballettverbandes („Japan Ballet Association“) und war als Jurymitglied beim Prix de Lausanne tätig. Für ihre Tätigkeit erhielt sie zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.

Insbesondere Mikikos Adaption der chinesischen Volkssage „The White-Haired Girl“ als Revolutionsoper wurde in China sehr geschätzt und führte 1958 zu einer Einladung von Zhou Enlai.[2] Ihre Ballettkompanie war die erste, die chinesische Stoffe für das Ballett adaptierte. Diese und weitere Aufführungen begründeten ihren Ruf als Garant des chinesisch-japanischen Kulturaustauschs. Neben chinesischen Stoffen adaptierte sie auch literarische Werke wie Akai Jinbaori (赤い陣羽織, etwa: Der rote Wams) von Kinoshita Junji und Koya Hijiri (高野聖) von Izumi Kyōka.

Mikiko Matsuyama verstarb am 22. Mai 2021 im Alter von 98 Jahren an Herzversagen.

Auszeichnungen

  • 1957 und 1963 Förderpreis des Kunstfestivals (芸術祭賞)
  • 1979 Sonderpreis des Tachibana Akiko Preises
  • 1980 Kunst- und Tanzpreis der Tōkyō Shimbun
  • Ehrenmedaille am violetten Band für künstlerische Errungenschaften und Leistungen
  • 1994 Orden der Edlen Krone

Wichtige Aufführungen

  • 1953 Shirogitsue no yu (白狐の湯)
  • 1955 The White-Haired Girl (chin. 白毛女, jap. Hakumojo)
  • 1957 Bafuchisarai no izumi (バフチサライの泉) Adaption von Der Brunnen von Bachtschissarai
  • 1961 Othello

Werke

  • Barē gihō to kanjō (バレエ - 技法と鑑賞, etwa: Ballet - Technik und Verständnis), 1961
  • Barē no miroku (バレエの魅力, etwa: Der Zauber des Balletts), Kōdansha 1978

Einzelnachweise

  1. a b c d 松山 樹子. In: 松山樹子(読み)まつやまみきこ ブリタニカ国際大百科事典 小項目事典 bei kotobank.jp. Abgerufen am 10. Dezember 2025 (japanisch).
  2. a b Matsuyama who marked dawn of Japanese ballet dies at 98. Asahi Shinbun, 2023, abgerufen am 13. Juli 2025 (englisch, Nachruf).