Miki Hayakawa
Miki McCrossen Hayakawa (* 7. Juni 1899 in Hokkaidō, Japan; † 6. März 1953 in Santa Fe, New Mexico, USA) war eine japanisch-amerikanische Malerin und Grafikerin.[1] Sie zählte zu den frühen modernen Künstlerinnen Kaliforniens und wurde insbesondere für ihre farbintensiven, vom Modernismus und Paul Cézanne beeinflussten Gemälde bekannt.[2]
Leben
Miki Hayakawa wurde als Tochter von Man und Chiyo Hayakawa in Hokkaidō geboren. Im Jahr 1908 wanderte sie im Alter von neun Jahren mit ihrer Mutter nach Kalifornien aus, wo sie ihren Vater wiedertraf, der dort als Pastor arbeitete. Gegen den Willen ihres Vaters entschloss sie sich, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen, und verließ als Jugendliche das Elternhaus in Oakland. 1922 erhielt Miki Hayakaw ein Stipendium für die School of the California Guild of Arts and Crafts in Berkeley und anschließend für die California School of Fine Arts in San Francisco, welche sie mit Unterbrechungen bis 1929 besuchte. Während dieser Zeit freundete sie sich mit den Künstlern Yun Gee und George Matsusaburō Hibi an. Deren Einfluss ist in ihren frühen, vom Kubismus und der modernen Farbtheorie geprägten Arbeiten sichtbar. Früh gewann sie mehrere Preise, darunter einen ersten Preis und eine ehrenvolle Erwähnung an der School of Fine Arts. 1924 nahm Miki Hayakawa erstmals an einer Gruppenausstellung im California Palace of the Legion of Honor teil, 1925 und 1931 stellte sie dort erneut aus. In den folgenden Jahren präsentierte sie ihre Werke in bedeutenden kalifornischen Museen, darunter das Los Angeles Museum (1927, 1936), die Foundation of Western Art in Los Angeles (1937) und die Golden Gate International Exposition (1939).[3]
Ihre erste Einzelausstellung mit über 150 Werken fand 1929 im Kinmon Gakuen (Golden Gate Institute) in Japantown in San Francisco statt. 1935 wurde Miki Hayakawa in die Eröffnungsausstellung des San Francisco Museum of Art (heute San Francisco Museum of Modern Art) aufgenommen. Sie war die einzige japanischstämmige Künstlerin in dieser Ausstellung. Mitte der 1930er Jahre lebte sie in Monterey und Pacific Grove, wo sie weiterhin malte und regelmäßig in der Bay Area ausstellte. Nach 1942 verließ Hayakawa Kalifornien und zog nach New Mexico, die genauen Umstände sind unklar. Während des Zweiten Weltkriegs wurden ihre Eltern zunächst im Tanforan Assembly Center und anschließend im Topaz War Relocation Center interniert. Es gibt keine offiziellen Hinweise darauf, dass Hayakawa selbst in einem Internierungslager festgehalten wurde. Zeitzeugen zufolge zog sie mit einem älteren Begleiter nach Santa Fe. Von etwa 1940 bis zu ihrem Tod lebte Miki Hayakawa in New Mexico, wo sie Landschaften und Porträts mit regionalem Bezug schuf. Sie war Teil der Kunstszene von Santa Fe, befreundet mit Künstlern wie John French Sloan und Foster Jewell, und stellte regelmäßig im New Mexico Museum of Art aus. 1952 gewann sie den ersten Preis auf der Albuquerque State Fair. 1947 heiratete sie den Künstler Preston McCrossen. Miki Hayakawa starb 1953 im Alter von 53 Jahren an Krebs in Santa Fe.[3]
Ihr Werk geriet zeitweise in Vergessenheit, erfuhr jedoch in den 2010er Jahren neue Beachtung – insbesondere durch die Wiederentdeckung ihres um 1926 entstandenen Gemäldes Portrait of a Negro. Das Werk wurde von 2013 bis 2014 in einer Ausstellung zur amerikanischen Kunst in Australien gezeigt und 2014 im Rahmen der Art-Everywhere-Kampagne vom Los Angeles County Museum of Art präsentiert. Der Kunsthistoriker ShiPu Wang widmete Hayakawa in seinen Publikationen The Other American Moderns (2017) und Pictures of Belonging (2023) ausführliche biografische Studien, in denen er ihre Bedeutung für die frühe moderne Kunst amerikanischer Künstler asiatischer Herkunft hervorhebt.[3]
Literatur
- Michael D. Brown, Views from Asian California, 1920–1965, Michael D. Brown, 1992.
- Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson, Paul J. Karlstrom (Hrsg.), Asian American Art: A History, 1850–1970, Stanford University Press, Stanford 2008.
- Japanese and Japanese American Painters in the United States: A Half Century of Hope and Suffering, 1896–1945, Tokyo Metropolitan Teien Art Museum / Nippon Television Network Corporation, Tokio 1995.
- Phil Kovinick, Marian Yoshiki-Kovinick, An Encyclopedia of Women Artists of the American West, University of Texas Press, Austin 1998.
- ShiPu Wang, The Other American Moderns: Matsura, Ishigaki, Noda, Hayakawa, Penn State University Press, University Park 2017.
- ShiPu Wang, Pictures of Belonging: Miki Hayakawa, Hisako Hibi, and Miné Okubo, Japanese American National Museum / University of California Press, Los Angeles 2023.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Miki McCrossen Hayakawa - Artist, Fine Art Prices, Auction Records for Miki McCrossen Hayakawa. Archiviert vom am 8. März 2019; abgerufen am 10. November 2025.
- ↑ Bonhams : Miki McCrossen Hayakawa (1904-1953) Self Portrait: Homage a Cézanne 27 x 23in overall: 34 x 29in (Painted circa 1924 ). Abgerufen am 10. November 2025 (englisch).
- ↑ a b c Miki Hayakawa | Densho Encyclopedia. Archiviert vom am 12. August 2025; abgerufen am 10. November 2025 (englisch).