Miguel Ángel Silvestre
Miguel Ángel Silvestre Rambla (* 6. April 1982[1][2] in Castellón de la Plana, Autonome Region Valencia) ist ein spanischer Schauspieler.
Leben
Miguel Ángel Silvestre wurde als Sohn einer Bankdirektorin und eines Physiotherapeuten (2018) geboren.[1][3] Er wollte ursprünglich Tennis-Profi werden und trainierte in seiner Jugend an der Tennisschule von Luis Brugera, dem Vater des zweifachen Roland-Garros-Siegers Sergi Bruguera, gelegentlich sogar mit Sergi Bruguera selbst.[1] Er musste seine Karrierepläne jedoch nach einer Schulterverletzung, die er sich bei einem Turnier in Ungarn zugezogen hatte, aufgeben.[1][2] Er machte dann eine Ausbildung zum Physiotherapeuten und arbeitete nebenbei als Model, bis seine Tante ihn schließlich in die Welt des Theaters einführte.[1][2][4] Er studierte Schauspiel, Körpertherapie, Modernen Tanz und Akrobatik.[1][2] 2002 gewann er den Schönheitswettbewerb Mister Castellón, der ihn zur Teilnahme am Míster España-Wettbewerb qualifizierte.[1][5] Mit dem Preisgeld als Mister Castellón finanzierte sich Silvestre eine weiterführende Ausbildung zum Theaterschauspieler.[5]
Sein Bühnendebüt gab er 2002 am Teatro Raval in Castellón in Sam Shepards Stück True West.[1][2][4][5] 2003 spielte er die männliche Hauptrolle in Mario Frattis Stück PORNO am Teatro Art en Brut.[1][4][5] 2004 trat er dort in Paloma Pedreros Stück Noches de amor efímero auf.[1][4][5]
In einer kleinen, kurzen Episodenrolle in der spanischen Fernsehserie Mis adorables vecinos (2004) stand er das erste Mal vor der Kamera.[4] Sein Kinodebüt erfolgte 2005 als Javi in dem Film Vida y color von Santiago Tabernero.[5][4] Seine erste TV-Hauptrolle hatte er in der TV-Serie Motivos personales (2005) als Nacho Mendoza, eine Figur, die dank der seiner herausragenden Darstellung in der Serie an Bedeutung gewann.[1] Er verließ die Serie jedoch „über Nach“t, um die Rolle des inhaftierten Boxers Daniel in dem Film La distancia (2006) von Iñaki Dorronsoro, in dem er neben José Coronado und Schauspielern wie Federico Luppi, Belén López und Lluis Homar spielte, zu übernehmen.[1][5] Der Durchbruch als TV-Darsteller gelang ihm dann mit der Rolle des Drogendealers Rafael Duque, genannt „El Duque“, eine „Mischung aus Frauenschwarm und Bad Boy mit rauer Stimme, schlechten Benehmen, aber einem guten Herzen tief im Inneren“, in der spanischen TV-Serie Sin tetas no hay paraíso, die er 2009–2009 in zwei Staffeln spielte.[1]
2013 hatte er in Pedro Almodóvars Filmkomödie Fliegende Liebende eine sehr kurze, aber intensive Rolle, die ihm erlaubte, seine komödiantische Seite weiterzuentwickeln.[1] Im selben Jahr spielte er in dem Kinofilm Scorpion: Brother. Skinhead. Fighter. von Santiago Zannou, in dem er mit zwei seiner Idole, Carlos und Javier Bardem zusammenarbeitete, erneut einen Boxer in einer neo-faschistisch beeinflussten Gruppe junger, sportliebender Männer.[1] Von 2013 bis 2016 spielte er die Hauptrolle des Alberto Márquez Navarro, den Sohn von Don Rafael Márquez und Erben des prestigeträchtigen Modeunternehmens Galerías Velvet, in der im Spanien der 1950er Jahre spielenden romantischen spanischen Netflix-Serie Velvet.[5] Von 2015 bis 2018 verkörperte er in der US-amerikanischen Netflix-Serie Sense 8 der Wachowski-Geschwister eine der Hauptrollen, den ungeouteten Actionfilm-Darsteller Lito Rodríguez, einen Mexikaner spanischer Herkunft, der mit seinem Freund und Lebensgefährten Hernando (Alfonso Herrera) in Mexiko-Stadt lebt.[4] Anschließend übernahm er in der Netflix-Serie Narcos die wiederkehrende Rolle des Unternehmensberaters Franklin Jurado, der für die Geldwäsche-Aktivitäten des Cali-Kartells zuständig ist.[6]
2019 war er in dem mexikanischen Kinofilm La boda de mi mejor amigo, einer Adaption des US-Films Die Hochzeit meines besten Freundes (1997), zu sehen. In der 5. Staffel der TV-Serie Haus des Geldes (2021) spielte er René, den Ex-Partner der Rollenfigur Tokio (Úrsula Corberó). Von 2021 bis 2023 verkörperte er in der Netflix-Serie Sky Rojo in drei Staffeln die Hauptrolle des Moisés Expósito, den Handlanger eines Zuhälters.
In der deutsch-spanischen Krimi-Miniserie Weiss & Morales (2025) spielte er an der Seite von Katia Fellin als LKA-Ermittlerin Nina Weiss in vier 90-minütigen Fernsehfilmen den spanischen Polizeiermittler der Guardia Civil, Sargento Raúl Morales.[7]
Miguel Ángel Silvestre wurde mehrfach für Kino- und Fernsehpreise nominiert und ausgezeichnet.[2] 2005 wurde er beim Festival Cinespaña in Toulouse als „Bester Nachwuchsschauspieler“ für seine Rolle in La distancia ausgezeichnet. 2008 gewann er bei den Premios Fotogramas de Plata die Auszeichnung als „Bester Fernsehschauspieler“ (Mejor actor de televisión) für seine Rolle in Sin tetas no hay paraíso.[4] 2008 und 2019 erhielt er bei den Premios Ondas die Auszeichnung als „Bester männlicher Schauspieler Fiktion national“ (Mejor intérprete masculino en ficción nacional) für seine Rollen in Sin tetas no hay paraíso und En el corredor de la muerte.[4] Außerdem gewann er für seine Rolle in Sin tetas no hay paraíso die Auszeichnung als „Bester Schauspieler“ bei den Premios Pétalo.[4]
Von 2005 bis 2010 war er in einer Beziehung mit der spanischen Schauspielerin Belén López, die er bei den Dreharbeiten zu Motivos personales kennengelernt hatte.[5] Von 2011 bis 2014 war er mit der spanischen Schauspielerin Blanca Suárez liiert. Er unterstützt zahlreiche Wohltätigkeitsorganisationen, u. a. Social Bid, eine Organisation, die sich für bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit speziellen Bedürfnissen einsetzt, weiters Massivegood, eine Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, durch Spendenmittel HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose zu bekämpfen sowie die Mütter- und Kindergesundheit zu verbessern, sowie Bewässerungsprojekte in der Sahara.[2]
Filmografie
- 2004: Mis adorables vecinos (Fernsehserie, eine Folge)
- 2005: Motivos personales (Fernsehserie, 13 Folgen)
- 2005: Vida y color (Kinofilm)
- 2006: Auf Distanz (La distancia, Kinofilm)
- 2008–2009: Sin tetas no hay paraíso (Fernsehserie, 28 Folgen)
- 2012: Casino Barcelona – Die Glückssträhne (The Pelayos, Kinofilm)
- 2013: Fliegende Liebende (Los amantes pasajeros, Kinofilm)
- 2013: Scorpion: Brother. Skinhead. Fighter. (Alacrán enamorado, Kinofilm)
- 2013–2016: Velvet (Fernsehserie, 55 Folgen)
- 2015–2018: Sense8 (Fernsehserie, 24 Folgen)
- 2017: Narcos (Fernsehserie, 5 Folgen)
- 2019: La boda de mi mejor amigo (Kinofilm)
- 2021: Haus des Geldes (La casa de papel, Fernsehserie, 2 Folgen)
- 2021–2023: Sky Rojo (Fernsehserie, 24 Folgen)
- 2025: Weiss & Morales (Miniserie, 4 Folgen)
Weblinks
- Miguel Ángel Silvestre bei IMDb
- Miguel Ángel Silvestre, Agentur
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i j k l m n o Jaime Domínguez: 14 cosas que no sabías de Miguel Ángel Silvestre. Fotogramas.es vom 5. April 2017. Abgerufen am 26. Oktober 2025
- ↑ a b c d e f g Miguel Angel Silvestre. Vita (englisch). Abgerufen am 26. Oktober 2025
- ↑ Muere el padre del actor Miguel Ángel Silvestre. El Espagnol vom 11. Dezember 2018. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ a b c d e f g h i j Conoce los primeros pasos en la carrera de Miguel Ángel Silvestre. mdzol.com vom 120. August 2023. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ a b c d e f g h i Miguel Ángel Silvestre, actor principal de Velvet, salió del tenis a la gran pantalla. Ciudad.com.ar vom 14. März 2018. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ «Narcos» ficha a Miguel Ángel Silvestre. abc.es vom 19. Dezember 2016. Abgerufen am 26. Oktober 2025
- ↑ Weiss & Morales. Handlung und Besetzung. Offizielle Internetpräsenz des ZDF. Abgerufen am 26. Oktober 2025