Mignon-Verlag
Der Mignon-Verlag war ein Verlag in Dresden, der von 1913 bis etwa 1941 Romanhefte herausgab.
Geschichte
1911 wurde ein Unternehmen gegründet, das als dessen Vorläufer gilt.[1] Ab 1913 erschienen im Verlagshaus Wendt & Co. in Dresden die ersten Mignon-Romane, bald danach nannte er sich Wendt & Co. Mignon-Verlag, später nur noch Mignon-Verlag.[2] 1920 waren Hans Wendt und Bruno Dietzsch die Inhaber, die Adresse war in der Pirnaischen Straße 16.[3]
Zu den Autoren gehörten Paul Walter, Giuseppe Becce, Heinrich Köhler, Wilhelm Mayer, Albert Petersen, Maximiliane von Weißenthurn, Ida Barber, Marie Oberparleiter und Otto Eicke. Bekannteste Serie war Lord Percy vom Excentric Club.
Nach 1933 gab es nur noch wenige Publikationen, bald nach 1940 wurde der Verlag aufgelöst.
Publikationen
Im Mignon-Verlag erschienen vor allem Heftromane mit Abenteuer- und Kriminalgeschichten.
- Heftreihen
- Mignon-Romane, 1913–1920
- Lord Percy vom Excentric Club, 1913 - 1916
- Heinz Brandt der Fremdenlegionär, 1913–1921
- Horst Kraft der Pfadfinder, 1914
- Im Kugelregen. Mit unserer Garde im Feindesland, 1914
- Spione, 1914
- Detektiv John Spurlock, 1915–1916
- Prinzeß-Romane, 1916–1920
- Kleine Kriminal-Bücher, 1919–1921
- Der neue Excentric-Club. Spannende Sport-Erzählungen, 1920–1927, 534 Hefte, erst wöchentlich, ab Nr. 27 zweimal wöchentlich[4]
- Kleine Detektiv-Romane, 1920–1927
- Der neue Buffalo, 1921
- Sir Ralf Clifford, 1921–1925
- Reo Ratt, 1924–1925
- Jack Nelson, 1925–1926
- Fred Tamrun, 1928–1929
- Norbert Falk in der Fremdenlegion, 1931
- MV-Romane, 1939–1940[5]
- Zeitschriften
- Blütenregen. Illustrierte Wochenschrift für die Familie, 1925–1938
- Romanzeitschrift Zur Mußestunde, 1933
- Kehrwieder. Die illustrierte Romanzeitschrift für Mußestunden, 1935–1938
- Einzelne Titel
- Wilhelm Walloth, Ein Fastnachtsdrama, 1920 Digitalisat
- Eugen von Tegen, Unschuldig getrennt. Dreyfus, des unschuldig Verbannten und seiner Gattin ergreifendes Schicksal, 5 Bände, 1931, übersetzt ins Französische 1931, über die Dreyfus-Affäre, 1933 verboten[6][7]
- Johann Ferch, Im Lachen des Glücks, 1919, 1933 mit dem Gesamtwerk des Autors verboten
Literatur
- Günter Kosch, Manfred Nagl: Der Kolportageroman. Bibliographie 1850–1960. Metzler, Stuttgart 1993 (Auszüge), mit vielen Titeln
- Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, 1913–1938, mit Neuerscheinungen
- Adressbuch des Deutschen Buchhandels, 1913–1938, mit Verlagsangaben
- Verlagskataloge
Weblinks
- Heftreihen des Mignon-Verkages Zeitschriftendatenbank
- Publikationen im Mignon-Verlag Booklooker
- Romanhefte Deutschland vor 1945 Romanhefte Info, mit einigen Heftreihen
Einzelnachweise
- ↑ Literatur von und über Mignon-Verlag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, nach Adressbuch des Deutschen Buchhandels, 1937, 1911 wurde als offizielles Gründungsjahr angegeben
- ↑ Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, vom 19. April 1913, S. 5154, mit der ersten feststellbaren Verlagsanzeige, vgl. Börsenblatt digital, Volltextsuche
- ↑ Adressbuch des Deutschen Buchhandels, 1920, S. 385 (Verlag), auch S. 643 (Hans Wendt) und 121 (Bruno Dietzsch) (kurze Auszüge)
- ↑ Gudrun Weiland, Von einem sensationellen Erlebnis zum anderen getrieben. Kriminalheftromane (...) in den 1920er und 1930er Jahren, Universitätsverlag, Göttingen 2017, S. 242f., mit ausführlichen Angaben zu dieser Heftreihe
- ↑ MV-Romane Romanhefte, mit Titelblättern; auch Jens-Ulrich Davids, Das Wildwest-Romanheft in der Bundesrepublik, 1975, S. 53 (Auszüge), mit kurzen Informationen
- ↑ L. Scott Lerner, The Dreyfus Affair in the Making of Modern France, Woodbridge 1996, p. 76 (Auszüge), mit Bibliographie von Büchern zur Dreyfus-Affäre, der Autor ist ansonsten nicht bekannt, wahrscheinlich ein Pseudonym, der Titel wurde nicht im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel und weiteren zeitgenössischen Bibliographien angezeigt
- ↑ Verbannte Bücher aus Dresden Berlin.de, mit verbotenen Büchern 1933